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20 Slot-1-Motherboards mit BX-Chipsatz
1 - Einleitung
Intel hat gewonnen. Lange Zeit haben die verschiedensten Hersteller von Chipsets mehr oder weniger offen darüber geredet, ein Chipset zu entwickeln das den Bus mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit betreibt als den bislang üblichen 66 MHz. Besonders All diejenigen, die den Sockel 7 als Konkurrenz zum Slot 1 etablieren wollten haben dieses Thema aufgebauscht. Aus technischer Sicht eine recht gute Idee. Schließlich war einer der technologischen Vorteile des Slot 1 schon immer die Tatsache, daß das L2 Cache Modul auf dem Prozessor integriert ist und mit dem halben Prozessortakt arbeitet. Ein Sockel 7 System dagegen hat den Cache am Bus und damit auch in der Abhängigkeit zum Bustakt. Für alle Sockel 7 Unterstützter war und ist der Bustakt ein ganz entscheidender technischer Fortschritt.
Anders bei den Intel Systemen. Der erhöhte Bustakt ist aus technischer Sicht zwar eine nette Sache, bringt der Systemperformance aber doch recht wenige Vorteile.
Weshalb dann dieser Aufwand?
Jeder, der aufmerksam Zeitung liest, weiß, daß Zahlen gerne als Maß der Leistungsfähigkeit betrachtet werden. Bei einem Produkt, wie dem Computer trifft das aus doppelt zu. In keiner anderen Branche ist das schneller höher weiter Syndrom so weit verbreitet wie hier. Jeder, der 5 bis 8 Leistungszahlen eines PC aufzählen kann hält sich für einen Spezialisten, weil er glaubt den Computer damit beschrieben zu haben. Hohe Zahlen sind, besonders wenn sie eingängig sind ein bestechendes Kaufargument. Kleines Beispiel aus der Autowelt: Wer ein schnelles Auto will fragt nach den PS, (Selbst KW hat sich noch nicht durchgesetzt) weil er glaubt mit dieser Zahl einen Rückschluß auf die Beschleunigung und die Geschwindigkeit zu erhalten. Nach dem Gewicht des Autos, der Schaltung, und der Kraftverteilung in Abhängigkeit zur Drehzahl fragt keiner. Was nützen 150 PS einem Auto mit rund 2 Tonnen Leergewicht und was machen 150 PS mit einem Auto mit 530 Kilogramm Leergewicht?
Diesen Zusammenhang hat Intel ganz klar erkannt. Und weil es darum geht möglichst viele Menschen zum Kauf eines Computers zu überreden, spielen die hohen Zahlen eine entscheidende Rolle.
Es wäre für Intel also unverzeihlich einer Firma AMD oder VIA das Feld 100 MHz Systemtakt zu überlassen. Intel brauchte dieses Leistungsmaß also ebenfalls.
Technisch betrachtet bringt der Leistungszuwachs also nicht übermäßig viel. Beim Aufbau der Verkaufsargumente aber eine ganze Menge. Womit wir wieder beim ersten Satz wären: Intel hat gewonnen. Gewonnen haben sie in erster Linie den Kampf um das Verkaufsargument 100 MHz Bus. Jedes andere Unternehmen, das diese Technologie vorstellen wird, gilt in den Augen der Masse der Käufer jetzt nur noch als Nachmacher.
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