
Unser 915G-Testsystem, basierend auf dem MSI 915P Neo2.
Wie bei allen integrierten Grafiklösungen hat der Rückgriff auf Systemspeicher negative Auswirkungen auf die 3D-Performance, da die Bandbreite sehr niedrig ist im Vergleich zu Speicher samt Bus-Breite moderner Grafikkarten. Integrierte Grafiklösungen schaffen damit gerade einmal die Performance billiger Einstiegs-Grafikkarten. Eine Datenübertragungsrate von 8,6 GB/s, die mit DDR2 533-Speicher möglich ist, klingt eigentlich nicht schlecht, aber diese Bandbreite muss mit allen anderen Systemkomponenten geteilt werden.
Intel positioniert den GMA 900 als echte Alternative für Mainstream-Grafikkarten. Intel gründet dabei die Definition von "Mainstream" auf den aktuellen Verkaufszahlen der insgesamt verkauften Grafikeinheiten, statt auf der Klassifikation von Grafikkarten, wie sie Anwender von Herstellern von 3D-Grafikkarten erwarten. "Mainstream" bezieht sich damit auf einzelne 3D-Grafikkarten im Preisbereich von $ 40 - $ 50 der Radeon 9200- oder GeForce FX 5200-Klasse mit 64-Bit-Speicherschnittstelle, deren 3D-Performance unterdurchschnittlich ist - um es höflich auszudrücken.
Trotz DirectX-9-Unterstützung ist die integrierte Grafik in Intels 915G für PC-Gamer alles andere als eine Alternative. Stattdessen hat Intel Office-Anwender im Blick, die nur gelegentlich auch einmal ein Computerspiel ausprobieren wollen, und hier kann der GMA 900 wirklich Punkte machen. Zum einen bleibt seine Leistungsaufnahme im einstelligen Watt-Bereich, während die von externen Grafiklösungen inzwischen zwei- oder gar dreistellig ist. Zum anderen kann der GMA 900 passiv gekühlt werden und die 2D-Bildqualität auf unserem Testsystem war sehr gut. Für die DVI-Ausgabe bietet Intel eine SVDO-Tochterkarte für den x16 PCI Express-Steckplatz an. Ob Intel durch diese Art von Technik auch Unterstützung für zwei Monitore anbieten kann, ist nicht bekannt.

