AMDs Prozessor-Portfolio: Ausbeute pur

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06:00 - 16/09/2009 von Patrick Schmid, Achim Roos

Alle modernen Prozessoren bestehen aus drei Hauptelementen, die vorsichtig ausgewogen werden müssen: kern-Anzahl, Cache-Kapazitäten und Taktrate. Das muss unter Berücksichtigung des Herstellungsprozesses mit möglichen Spannungen und Taktraten (Abwärme und elektrisch bedingte Einschränkungen), Absatz und Gesamtkosten vorgenommen werden. Die Verkleinerung der Herstellungstechnologie, z.B. von 65 nm auf 45 nm, ermöglicht den Chip-Herstellern, diverse Parameter zu optimieren: Kleinere und effizientere Transistoren können bei höheren Taktraten betrieben werden. Allerdings ist es ebenfalls möglich, weitere Kerne oder einen größeren Cache hinzuzufügen, um so die Performance zu steigern. Zuguterletzt ist es fallweise auch erwünscht, das Prozessor-Design größtenteils unverändert zu lassen – ganz einfach um die Leistungsaufnahme zu senken und mehr Erfahrung über den neuen Prozess zu sammeln, bevor Veränderungen vorgenommen werden. Wenn da nur nicht die Probleme mit der Komplexität und der Produktionsausbeute wären.

Da AMD nicht über die gleichen umfassenden Herstellungsmöglichkeiten wie Intel verfügt (das Unternehmen hat seine Einrichtungen an Global Foundries ausgelagert), muss es sich auf die Maximierung der Produktion konzentrieren. Infolgedessen basiert die große Mehrzahl der AMD-Produkte auf einem zugrunde liegenden Prozessor-Design, das dann  angepasst (normalerweise vereinfacht) werden kann, um verschiedene Preispunkte und Marktsegmente anzusprechen – und um die Produktionsausbeute zu maximieren. Das Problem hier ist einfach: Ein Produkt passt nicht mehr für alle Marktsegmente, aber in der Herstellung muss ein Design zahlreiche Endprodukte hergeben.

Intel hat ganz nebenbei das gleiche gemacht: Alle 45-nm Core 2-Prozessoren basieren auf dem Wolfdale Dual Core, von denen das Unternehmen bei der Erstellung der Yorkfield Quad-Cores (Core 2 Quad, Extreme) ganz einfach zwei in einen Prozessor setzt. Intel kontrolliert seine Ausbeute somit auf einem Die-Niveau und passt die Dies marktgerecht und anhand der Fertigungsmöglichkeiten durch die Verringerung der L2-Cache-Kapazitäten an. AMD ist bei der Erstellung neuer Produkte auf Basis des Deneb 45-nm Quad-Core aggressiver vorgegangen, da sich das Unternehmen tatsächlich auch mit den Dies beschäftigt und Prozessoreinheiten aus- oder einschaltet. Hier ein kurzer Überblick über AMD-Chips, die alle auf dem gleichen Produkt-Design basieren:

  • Deneb, Quad-Core, 6 MB oder 4 MB L3-Cache (2,4 – 3,4 GHz)
  • Heka, Triple-Core, 6 MB L3-Cache (2,4 – 3,0 GHz)
  • Callisto, Dual-Core, 6 MB L3-Cache (3,0 – 3,1 GHz)
  • Propus, Quad-Core, kein L3-Cache (2,6+ GHz)
  • Rana, Triple-Core, kein L3-Cache (2,7+ GHz)
  • Regor, Dual-Core, kein L3-Cache (2,8 – 3,0 GHz)

In einer perfekten Herstellungsumgebung könnte AMD lediglich Quad-Core-Prozessoren mit maximaler Cache-Kapazität produzieren. Aber da fehlerhafte Transistoren auf einem Prozessor-Die irgendwie gehandhabt werden müssen (jeder Chip-Hersteller hat dieses Problem), hat das Unternehmen seine Produktion optimiert, um Cache-Kapazität oder Cores auszuschalten und so die verbleibenden Dies als anderes, simpleres und günstigeres Prozessormodell zu verkaufen. Athlon II X4 und Athlon II X3 nutzen die Millionen von “fehlerhaften” Phenom-II-Dies, die irgendwo im L3-Cache (Athlon II X4) und auch in einem der vier Kerne (Athlon II X3) Probleme aufgewiesen haben.

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Kommentare zum Beitrag
avaka 16/09/2009 10:25
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Ein richtig guter Test. Das muss man mal sagen.
Aber hättet ihr nicht vielleicht auch den X3 720BE als direkte preisliche Konkurrenz aus eigenem Haus noch mit reinnehmen können, schließlich bietet diese CPU vom 4ten Kern mal abgesehen das volle Programm mit 6MB L3?
Ein X2 6000 als Messlatte für Aufrüster wäre eventuell auch hilfreich gewesen, wenn diese CPU schon ein Aufrüstweltmeister sein soll.
Ansonsten die CPU an sich ist toll finde ich. Vom HTPC bis hin zur alternden X2 Spielemöhre kann man da nochmal Nachlegen ohne gleich ein thermisches Inferno auszulösen.

sixpack 16/09/2009 10:33
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Schade das der AMD Athlon II X4 600e hier fehlt,hoffe aber das demnächst nen Test nachfolgt.
den ein 4kern mit 45W würde mich schon wirklich interessieren.

http://www.schottenland.de/preisve [...] 00EHDGIBOX
Grüße

pzero 16/09/2009 10:51
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Wir hatten bisher nur den 620 als Sample - gleiches gilt für den X3 720 BE. Eine gute Alternative ist dieser allerdings bestimmt.

Gruß
Patrick Schmid

mareike 16/09/2009 12:13
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schöner test für den anfang :)

wünschenswert für den nachtest
C3-Stepping
watt ?, übertaktbarkeit (warscheinlich ähnliches limit wie PhII)
und wie auch avaka schon schrieb den A x2 6000+ zum vergleich mit nehmen.

:)

Aetius 16/09/2009 12:15
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Kleiner Fehler auf Seite 5: Das MSI 770-C45 hat keinen 790GX-Chipsatz, sondern den 770er.

Ansonsten sehr gut!

Aetius

pzero 16/09/2009 12:23
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@Aetius: fixed - vielen Dank.

mesa69yin 16/09/2009 14:19
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ddr2 wäre wirklich interessant!!! wenn ich mir ein system mit ddr3 bau kauf ich mir sicher keinen athlon 2...

FormatC 16/09/2009 14:27
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Ich habe unlängst eine kleinen Zocker-PC für einen Bekannten mit arg beschränktem Budget gebaut. Ein Phenom II X4 810 für 115 Euro ist eine wirklich gute Alternative und Dank vorhandenem L3-Cache auch fürs Gaming interessanter. Mit DDR2. Der Athlon II X4 ist wohl eher was für kleine HTPCs und Sekretärinnen-Toaster ;)

mareike 16/09/2009 15:16
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-1+

@ FormatC
alles ne frage des budgets. wenn wie angedeutet der 620 so 85 euro kostet
ist das schon ein unterschied. zu dem von dir unlängst verbauten.
als HTPC würd ich den nicht haben wollen 95 watt? und auch der sekretärin reicht der x2.

aber warum soll der nicht ,eventuell ein wenig übertaktet, nicht auch fürn spielchen gut sein ? sicher nicht seine stärke aber durchaus möglich damit. Ich denke mit C3-Stepping ist das eine gute allroundkiste fürs kleinere budget.

:)

FormatC 16/09/2009 16:24
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Ohne L3-Cache ist jeder Kern ein Einzelkämpfer. Das fällt bei normalen Anwendungen im Büroalltag nicht sonderlich auf, bei mehrkernoptimierten Programmen ist das geradezu tödlich. Ich habe sogar den 810 trotz einem Kern mehr in Anwedungen gegen den 720 BE verrecken sehen. Und da lag es nicht nur am Takt. Das ist ein leckeres Sparbrötchen, aber nichts für Zocker.

balancedthinking 16/09/2009 23:21
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Dir ist aber aufgefallen das gerade bei guter Mehrkernoptimierung der X4 dual und triple cores abhängt?

Wenn du schon so einen Aussage triffst dann musst du auch bei gleichem Takt vergleichen, sonst ist es absolut sinnfrei.

FormatC 17/09/2009 07:40
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Er ist in der Summe trotz eines Kerns mehr bei gleichem Takt nicht schneller als ein X3 710. Nur im Office-/Multimedia-Bereich kannst Du mit dem Dings punkten, zum Spielen ist das nichts:

http://www.computerbase.de/artikel [...] ancerating

mesa69yin 17/09/2009 10:50
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benutzen die prozessoren nicht einfach nur den ram wenn sie keinen l3 haben???

Weltenspinner 17/09/2009 11:11
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Ja, aber dieser ist deutlich langsamer, wenn du nicht gerade DDR3-1600 CL7 drin hast.

mesa69yin 17/09/2009 13:25
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@weltenspinner
denk ich mir auch... aber ich glaub die niedrigere latency der ddr2 speicher würde sich gemeinsam mit dem hypertransport interface positiv aus wirken!!!

Weltenspinner 17/09/2009 15:22
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Na ja,
theoretisch hat DDR3-1600 CL7 eine geringere Latenz als DDR2-800 CL4.
Denke schon, dass sich ersterer Speicher besser macht und den fehlenden
L3-Cache zumindest zum Teil egalisiert. Den gibt es auch recht preiswert
bei vernünftigen Spannungen.

mesa69yin 17/09/2009 18:01
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ja stimmt schon... aber wer kauft sich schon ddr3 für einen athlon 2 x4???
kommt halt auf die teiler an...

Weltenspinner 17/09/2009 18:25
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Ich würde es tun. :D

mesa69yin 18/09/2009 15:49
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wenn ich genug geld hätte dann würd ich mir sowie so jeden morgen meinen toast auf einem i7 extrem rösten^^

mareike 18/09/2009 19:19
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@mesa69yin

dann nimm doch nen Phenom 1 der ist billiger ..*fg*


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