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Das letzte Top-Modell brachte AMD im Januar dieses Jahres heraus. Er läuft mit einer Taktrate von 3 GHz, nutzt den (bei AMD) damals brandneuen 45-nm-Fertigungsprozess und brachte eine Reihe bemerkenswerte Verbesserungen bei der Mikroarchitektur mit. Dazu gehörten unter anderem ein größerer (und schnellerer) L3-Cache, Cool'n'Quiet 3.0 und eine verbesserte Sprungvorhersage.
Wie schon erwähnt fehlte dem Launch des Sockel AM3 einen Monat später das gewisse Etwas, denn die neue Plattform, von der man erwartete, dass sie eine schnellere Hardware-Kombination darstellen würde, wurde zusammen mit vergleichsweise wenig spannenden Mainstream-CPUs eingeführt. Heute führt AMD endlich den Prozessor ein, der als Flaggschiff für den Sockel AM3 dienen kann: den Phenom II X4 955 BE mit 3,2 GHz und 6 MB L3-Cache.
Es gibt nicht viel über die Phenom-II-Familie zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre. Dennoch fassen wir kurz zusammen: Die CPUs dieser Serie verfügen über je 64 KB Daten- und Instruktions-Cache sowie 512 KB L2-Cache pro Kern, und alle Kerne teilen sich den 6 MB großen L3-Cache. Ein integrierter 128-Bit-Speichercontroller, der im Normalfall mit 2 GHz taktet und sich sowohl auf DDR2 als auch DDR3 versteht, kommuniziert über zwei 64-Bit-Speicherkanäle mit dem Arbeitsspeicher. Setzt man den X4 955 in ein AM2+-Mainboard, darf alles bis hin zu DDR2-1066 zum Einsatz kommen. Bei der AM3-Plattform darf es auch DDR3-1333 sein. Bei dieser Geschwindigkeit darf aber nur ein Modul pro Kanal zum Einsatz kommen. Wo der Phenom II X4 940 den HyperTransport-Link noch mit 1,8 GHz betrieb, liegt die Frequenz beim X4 955 wie bei allen anderen AM3-Prozessoren bei 2 GHz.
Der Chip nutzt dabei ebenso wie der Phenom II X4 940 Spannungen zwischen 0,875 und 1,5 Volt. Daher sollten wir also nicht überrascht sein, wenn die Leistungsaufnahme der beiden Prozessoren sehr ähnlich ausfällt. In der Tat liegt die TDP bei beiden Modellen bei 125 Watt.
| Sockel AM3 Prozessoren | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Modell | Taktfrequenz | L3 Cache | Kernspannung | Modellnummer | Sockel |
| Phenom II X4 955 BE | 3,2 GHz | 6 MB | 0,875-1,5V | Tray: HDZ955FBK4DGI; PIB: HDZ955FBGIBOX | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 945 | 3,0 GHz | 6 MB | 0,875-1,5V | Tray: HDX945FBK4DGI; PIB: HDX945FBGIBOX | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 910 | 2,6 GHz | 6 MB | 0,875-1,425V | Tray: HDX910WFK4DGI | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 810 | 2,6 GHz | 4 MB | 0,875-1,425V | Tray: HDX810WFK4FGI; PIB: HDX810WFGIBOX | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 805 | 2,5 GHz | 4 MB | 0,875-1,425V | Tray: HDX805WFK4FGI | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X3 720 BE | 2,8 GHz | 6 MB | 0,850-1,425V | Tray: HDZ720WFK3DGI; PIB: HDZ720WFGIBOX | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X3 710 | 2,6 GHz | 6 MB | 0,875-1,425V | Tray: HDX710WFK3DGI; PIB: HDX710WFGIBOX | AM3, AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 940 BE | 3,0 GHz | 6 MB | 0,875-1,5V | Tray: HDZ940XCJ4DGI; PIB: HDZ940XCGIBOX | AM2+, AM2 |
| Phenom II X4 920 | 2,8 GHz | 6 MB | 0,875-1,5V | Tray: HDX920XCJ4DGI; PIB: HDX920XCGIBOX | AM2+, AM2 |
Der neue Dragon: Bilder, Preise und Vergleiche
Es gab eine Zeit, da konnte AMD nicht viel mit dem Konzept einer Plattform anfangen. Stattdessen konzentrierte man sich voll auf die Prozessoren. Intel zeigte aber, dass ein Paket aus Prozessor, Chipsatz, Mainboard, Netzwerkchip etc. vor allem im Businessmarkt von Vorteil ist. Ein Vorteil aus Sicht des Endkunden ist der zentralisierte Support - wenn alles aus einer Hand kommt, muss man sich im Problemfall auch nur mit einem Hersteller auseinandersetzen.
Inzwischen ist auch AMD auf den Plattform-Zug aufgesprungen, was unserer Meinung nach eine gute und richtige Entscheidung war. Tatsächlich rührt die Firma nun so kräftig die Werbetrommel für seine eigene Plattform, dass es schwer zu glauben ist, dass es einmal anders war. Erst war es die Spider-Plattform, dann kam Dragon. Und heute ist es das "Dragon Update", das AMD uns schmackhaft machen möchte.
Man mag vom Marketing-Sprech halten, was man will - im Endeffekt geht es immer um die Hardware-Kombination. Dragon 1.0 basierte auf einer Phenom II CPU, einer GPU der Radeon HD 4800 Serie und einem AMD 7er-Chipsatz. All diese Komponenten bilden auch jetzt noch die Basis der Dragon-Plattform.
Das Update beschert uns nun also ein neues CPU-Top-Modell, das 200 MHz schneller läuft als der Vorgänger auf der AM2+-Plattform. Außerdem hat man die Möglichkeit, auf Sockel AM3 mit DDR3-Speicher zu wechseln. Als Grafikkarte steht die Radeon HD 4890 bereit, und der Box-Kühler, der den neueren Prozessoren beiliegt, ist ein wenig kleiner als sein Vorgänger.
Sind all diese "Upgrades" heute zu ähnlichen Preisen verfügbar, wie die Komponenten der ersten Dragon-Revision im Januar? Zumindest liegen sie nicht all zu weit auseinander. Gehen wir mal von den Dollar-Preisen aus. Im Januar konnte man für etwa 450 Dollar eine entsprechende Kombination kaufen: 275 Dollar für den X4 940, 130 Dollar für ein preiswertes Mainboard mit 790GX-Chipsatz und etwa 50 Dollar für 4 GB DDR2-RAM. Das heutige Refresh kostet in etwa gleich viel: Für den X4 955 will AMD 245 Dollar verlangen, doch wird die Ersparnis vom höheren Preis des DDR3-Speichers wieder aufgezehrt. Für den Test nutzten wir übrigens auch ein etwas teureres Mainboard, nämlich das ASUS M4A79T Deluxe mit 790FX-Chipsatz, das etwa 190 Dollar kostet.
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Schöne CPU. Das Fazit wird sich auch noch zu Gunsten des neuen Prozessors verschieben, wenn das Mainboard "MSI 770-C35" für 70€ verfügbar wird. Ein Mainboard mit 790GX gibt es auch schon unter 100€ und nicht ab 150€ wie das Fazit impliziert.
Wie sieht es mit der möglichen Übertaktung aus?
Was sollen uns diese Worte sagen: 'Bei der Plattform Strategie AMD der Core 2 Quad Familie dank passender Software für den Tweaker voraus, kann aber nicht mit dem Core i7 und dessen gemischten CrossFire/SLI-Möglichkeiten mithalten.'
Die Core2Quad-Familie hat jetzt eine Plattform, die 'Strategie AMD' heißt und der Tweaker bedankt sich bei der passenden Software im voraus?
Liest das keiner mehr gegen? Mal die ganzen Deppenleerzeichen außen vor: Sinn wäre schön. Da bedankt sich nicht nur der Tweaker.
Was sollen uns diese Worte sagen: 'Bei der Plattform Strategie AMD der Core 2 Quad Familie dank passender Software für den Tweaker voraus, kann aber nicht mit dem Core i7 und dessen gemischten CrossFire/SLI-Möglichkeiten mithalten.'Die Core2Quad-Familie hat jetzt eine Plattform, die 'Strategie AMD' heißt und der Tweaker bedankt sich bei der passenden Software im voraus? Liest das keiner mehr gegen? Mal die ganzen Deppenleerzeichen außen vor: Sinn wäre schön. Da bedankt sich nicht nur der Tweaker.
Tja, da fehlte ein "ist".
Was für einen Unterschied doch ein einziges Wort macht.
Danke für das konstruktive und nett formulierte Feedback.
Ein guter Test
Für mich persönlich zählen aber nur die Games- Benches.
was nutzen mir praxisferne Benchmarks, wenn mein PC im Endeffekt genauso oder gleich schnell läuft wie mit nem i7. Phenom II ist klasse. Allerdings fährt man mit den 'alten' Intel-Schiffen immernoch supergut. Selbst mit nem Dualcore von vor 3 Jahren, den man auf 3,2Ghz getaktet hat spielt es sich noch mehr als super.
Wenn die Entwicklung so weiter geht, dann stockt alles und ne CPU hält sich 5 Jahre an der Spitze
ich verstehe die bescheuerte Namensgebung von AMD nicht. Es gibt nun also "Phenom II" Prozessoren für den AMD2+ und den AMD3? Was soll diese Verwirrung? Wieso macht man da nicht eine klare Namensunterschiedung! Ich will nicht wissen wieviel Leute sich ein AMD3 Board kaufen und ausversehen ein Phenom II AMD2+ (weil ja auf den AMD3 Boarts Phenom II kompatibel draufsteht)! Wieso machen die das nicht wie bei Intel und verwirren die Leute nicht mit ihren komischen Namespolitik und Kompatibilitäspolitik wo auch ein Laie durchblickt!
ich verstehe die bescheuerte Namensgebung von AMD nicht. Es gibt nun also "Phenom II" Prozessoren für den AMD2+ und den AMD3? Was soll diese Verwirrung? (...)
Das ergibt sich aus der Tatsache, dass der Speichercontroller beim Phenom (II) wie schon beim Athlon 64 im Prozessor integriert ist. Ein AM3-Phenom-II kann also mit DDR2 und DDR3 umgehen, ein Sockel-AM2-Phenom nur mit DDR2. (Mit der AM3-Variante kann man also wenig falsch machen).
Zur Namensgebung: Es wird doch unterschieden! Siehe Artikel:
Bei Intel ist die Situation eine grundlegend andere: Bei der Core-2-Familie entscheidet die Northbridge darüber, welche Speichertypen unterstützt werden - damit kann man sich also praktisch jede Kombination von Sockel-775-Board und CPU gönnen.
Beim Nehalem ist es wie beim Phenom/Athlon 64: Der Speichercontroller sitzt im Core. Er versteht sich aber nur auf DDR3. Damit ist auch hier Verwirrung ausgeschlossen.
sehr schöner test. wirklich sehr interessant...
warum der Launch von vergleichsweise langsamen CPUs begleitet wurde
Son Blödsinn THG!
Der 940er hat 2 Speichercontroller und ist kein Stück langsamer als ein 955 - wenn der 955 auf 3.0GHz läuft (die 200MHz machen den Kohl nicht fett, und der offene Multi macht 3.2GHz nach 5 Klicks locker mit)!
Also bitte - sonne Überschrift.
Ps: Eure Tabelle ist falsch, der 955er hat nur DDR3 Controller weshalb er nicht auf AM2+ läuft!
warum der Launch von vergleichsweise langsamen CPUs begleitet wurde Son Blödsinn THG!Der 940er hat 2 Speichercontroller und ist kein Stück langsamer als ein 955
Der 940 war aber nicht der Launch-Prozessor des Sockel AM3, denn er funktioniert in diesem mangels DDR3-Controllers nicht. Es waren stattdessen der X4 810/910 (2,6 GHz, 4 bzw. 6 MB Cache) und der X3 720 BE (2,8 GHz, 6 MB Cache aber nur 3 Kerne).
Wie du siehst, sind beide langsamer als der 940 BE, der wie gesagt auch nicht im Sockel AM3 funktioniert. Deshalb ja auch die Aussage, dass AM3 nur mit (vergleichsweise) langsamen Prozessoren an den Start ging.
Ps: Eure Tabelle ist falsch, der 955er hat nur DDR3 Controller weshalb er nicht auf AM2+ läuft!
Es ist genau andersrum: AM3-CPUs wie der 945/955 verfügen über beide Speichercontroller, weshalb sie voll abwärtskompatibel sind und in beiden Sockeln genutzt werden können. (Das ist ja auch genau der Vorteil, den AMD beim AM3-Launch so stark in den Vordergrund stellte.)
Der 940 BE ist es, der nur über einen einzigen Speichercontroller verfügt - nämlich DDR2. Und damit es er auf den Sockel AM2(+) beschränkt.
Ich seh das Fazit etwas anders.
Zum einen bekommt man einen gleichwertigen PC für weniger Geld. Der auch noch weniger Strom verbraucht.
Und der Verbrauch darf nach wie vor als Faktor gelten. Grundsätzlich ist dieser, auch wenn es sich um Middle/Highend Systeme handeln mag, deutlich zu hoch.
Wie schlägt sich denn der 955 gegen einen 940 auf nem am2+ mainboard?
Wie schlägt sich denn der 955 gegen einen 940 auf nem am2+ mainboard?
Siehe Seite 2. "DDR2 versus DDR3"
Das ist doch der beste Beweis für die "tolle" Kompatibilitäts Politik und Namenspolitik von AMD --> es führt nur zu Verwirrungen, Fehlkäufen und unzufriedenen Kunden.
Ein weiteres Bespiel: auf jeder AM3-Board Verpackung ist ein Logo wie z.B. "AMD Phenom X4 Ready", "hmm dann nimm ich mir doch diesen Phenom II aus dem Regal und bau zu hause meinen Rechner zusammen..." ja und zu hause merkt man: auf die Fresse gefallen
AMD hätte ganz strikt zwischen AMD2+ und AM3 trennen müssen. Einen Laien interessiert es nicht ob ein Phenom II AM3 DDR2 und DDR3 kompatibel ist, ein Laie möchte sich einen PC selbst zusammenbauen und die richtigen Teile kaufen.
Wieso wäre es so schwer den AMD3 Phenom 2 nicht einfach AMD Panda, oder so zu nennen.
AMD sollte sich mal bei Herrn Rach, dem Restaurant-Tester, bewerben damit er den Laden mal saniert, weil das Management noch nicht einmal in der Lage ist seine Produkte schmackhaft für den Kunden zu servieren.
@CyberAce
son quatsch. ein Laie kauft sich nen PC von der Stange... ^^
@CyberAce - Also - ich gebe dir teilweise Recht. Aus einer Marketing-Perspektive hat sich AMD aber in eine Ecke manövriert. Um zwischen den verschiedenen Sockel-Varianten der CPUs unterscheiden zu können, bräuchte man besser unterscheidbare Namen. Aber Phenom III (für DDR3) geht nicht - da hätte die Presse sie für auseinander genommen, weil eine neue Prozessorgeneration suggeriert wird - und die Phenom-II-Käufer, die ja brandneue CPUs haben (aber es vielleicht nicht besser wissen) wären verärgert.
Deshalb versucht es AMD eben über die Modellnummern...
Zu deinem Szenario: Ich verliere zwar immer mehr den Glauben an den mündigen Käufer, wenn ich bei Alternate und Co die Kommentare lese, aber trotzdem: Da muss schon viel schief laufen, dass man mit dem falschen Prozessor Heim geht. Im Laden sollte das Verkaufspersonal wenigstens so weit aufpassen (und Bescheid wissen), dass Mainboard und CPU zu einander passen.
Und im Online-Versand steht eigentlich dabei, welche CPU mit welchem Sockel kompatibel ist. (Siehe Geizhals, wo gleich nach Sockel gruppiert wird.) Gleiches bei den Mainboards....
Klar, wenn Paule Planlos einfach wild drauf los klickt, landet eher Grütze im Einkaufskorb... Aber ein wenig mitdenken und einlesen wird sich die Selbstbesteller- und Bastler-Klientel ja wohl noch?
Die, die es nicht tun, kaufen eh PCs von der Stange... oder von Aldi/Media Markt/Plus/Saturn/schlagmichtot. Behaupte ich jetzt mal
Einen Laien interessiert es nicht ob ein Phenom II AM3 DDR2 und DDR3 kompatibel ist, ein Laie möchte sich einen PC selbst zusammenbauen und die richtigen Teile kaufen.
Siehe oben - Laien gehen in einen Laden und wollen einen kompletten Rechner mit nach Hause tragen.
lohnt es sich einen 955 für ein am2+ board statt einem 940 zu kaufen. der 955 ist ja 11% effizienter und man könnte noch upgraden oder macht das keinen sinn?
lohnt es sich einen 955 für ein am2+ board statt einem 940 zu kaufen. der 955 ist ja 11% effizienter und man könnte noch upgraden oder macht das keinen sinn?
Das hängt davon ab, was für eine CPU derzeit im Rechner steckt und was du damit vorhast (Gaming, Encoding, etc). Unabhängig vom Speicher läuft der 955 ja schon mal 200 MHz schneller. DDR3 macht derzeit bei echten Anwendungen nur im einstelligen Prozentbereich was aus. Ein Upgrade von einem Athlon X2 oder ähnlichem wirst du sicher merken. Und wie du sagst: Wenn du auf AM3 umsteigen willst, kannst du die CPU mitnehmen.
Andererseits kauft man nicht für die Zukunft. Denn dann gibt es schnellere CPUs, die weniger kosten, oder zum gleichen Preis mehr Leistung bieten. Mach das also unabhängig von deiner Plattform-Entscheidung. Fakt ist: Der 955 ist derzeit der schnellste Prozessor, der im AM2(+) läuft. Wenn es das ist, was du suchst, dann spricht da nichts gegen.
Je besser deine aktuelle CPU aber schon ist, desto weniger wird dir ein Upgrade (gefühlt) bringen. Was steckt denn jetzt in deinem System?