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Athlon 64 X2: AMDs Doppelkern schlägt Intel

19:00 - 11/05/2005 von Patrick Schmid

Der 31. März war ein spannender Tag, denn er war das Datum der Präsentation von Dual-Core-Prozessoren für den Desktopmarkt. Die Hyperthread-fähige Pentium Extreme Edition 840 ist derzeit nur schwer zu bekommen (z.B. bei dell.com) und der in größeren Stückzahlen hergestellte Pentium D wird nicht vor Juni erhältlich sein. In der Zwischenzeit ist es AMD gelungen, Intel mit der Auslieferung der Dual-Core Opteron-Modelle x65/x70/x75 im lukrativen Workstation- und Server-Bereich zu schlagen. Der zweite Schritt von AMDs Strategie für 2005 besteht in einem Desktop-Dual-Core-Preview-Modell, über das im Folgenden berichtet wird und welches großzügig von dem abgekupfert wurde, was Intel einen Monat vorher präsentiert hatte.

Die erste Überraschung ist hier, dass AMD offensichtlich nicht aus thermischen Gründen die durchschnittliche Taktfrequenz senken musste, um zwei Prozessor-Cores auf einem physischen Chip zu betreiben. Das bedeutet, dass AMD Dual-Core-Prozessoren genauso schnell funktionieren sollten wie ein Single-Core-Modell mit derselben Taktfrequenz. Im Unterschied dazu läuft der schnellste Intel Dual-Core nur mit 3,2 GHz, während der schnellste Single-Core 3,8 GHz schafft.

Der Wechsel von einem 130-nm- zu einem 90-nm-SOI-Prozess (Silicon on Insulator) reduzierte AMDs mittlere thermische Leistungsaufnahme von maximal 89 Watt auf 67 Watt bei bis zu 2,2 GHz (Winchester-Kern 3500+). Gleichzeitig bringt der Athlon 64 FX 55 bei 2,6 GHz einen ausreichend großen sog. Thermal Envelope mit (104 Watt TDP), um die Dual-Core-Prozessoren auf den meisten der bereits auf dem Markt befindlichen System mit Sockel 939 zu unterstützen. Wer stattdessen einmal den Pentium D ausprobieren will, wird sich ein neues Motherboard anschaffen müssen, obwohl auch hier der Sockel physisch nicht verändert wurde.

Insgesamt vier Dual-Core-Desktop-Prozessoren werden am 31. Mai offiziell unter dem Namen Athlon 64 X2 herauskommen (Intel: 3 Pentium D-Modelle plus die Extreme Edition). Zwei Modelle werden auf dem Manchester-Dual-Core mit 512 kB L2-Cache pro Kern basieren, zwei weitere Versionen werden das Toledo-Design mit 1 MB L2-Cache pro logischer Einheit verwenden. Während die Mainstream-Manchester-Modelle in einen Thermal Envelope von 95 Watt passen, erfordern die Hochleistungsversionen maximal 110 Watt, was für jedes Motherboard ein Kinderspiel sein sollte, das auch mit einem Athlon 64 FX 55 klarkommt. Diese Zahlen stellen zwar nur grobe Anforderungen dar, aber man sollte nicht vergessen, dass Intels Topmodell bei 3,2 GHz immerhin 130 Watt schluckt und auch der durchschnittliche Stromverbrauch etwas höher ist. Interessant ist das Patt beim mittleren Verbrauch, da beide Kontrahenten hier mit 95 Watt gleichauf liegen.

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