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[IFA] Aus für teuerste Hifi-Anlage der Welt
Nächste NewsHört, hört! Das zehnjährige Jubiläum der "Teuersten Anlage der Welt" (TADW) wird es auf der IFA 2009 nicht geben. Die Fachzeitschrift AUDIO sagt das Spektakel ab.
Sie gehörte zum Pflichtbesuch auf jeder IFA: Die Teuerste Anlage der Welt war die Sensation, die jeder Hifi-Fan hören und sehen musste. Gern nahmen Besucher mehrstündige Wartezeiten in Kauf, um letztlich einer 20 minütigen Demonstration beizuwohnen. Für manche war es ein Grund, überhaupt zur IFA nach Berlin zu kommen. Dieses Jahr waren die Erwartungen besonders hoch, denn das 10. Jubiläum stand an. Hätte es die Fachzeitschrift AUDIO geschafft, vielleicht die 1-Millionen-Euro-Marke zu durchbrechen? Es bleibt eine Spekulation, denn der WEKA-Verlag sagt die Veranstaltung ab.
Im Jahr der Finanzkrise stellen viele Verlage ihre kostenträchtigen Prestige-Objekte auf den Prüfstand. Kosten-Nutzen-Analyse heißt das Schlagwort. Hier lag auch das Problem: Auch wenn AUDIO die teuren Hifi-Komponenten von den Herstellern kostenlos gestellt bekam, kostete doch der Stand und der Aufbau des großen "Hörsaals" auf der IFA eine Menge Geld. Betriebswirtschaftlich war dieses Konzept mehr als fraglich, stellt man den Einnahmen ein paar neu gewonnene Abonnenten gegenüber.
AUDIO-Redakteur Malte Ruhnke meint dazu: "AUDIO wird nicht mit der 'teuersten Anlage der Welt' auf der IFA 2009 vertreten sein. Das hat die verschiedensten Gründe, letztlich war der Aufwand, den wir uns gerade letztes und vorletztes Jahr (Live-Musik, Sinfonieorchester etc.) erlaubt haben, von der Messe her einfach nicht mehr machbar. Und wir haben uns auch gefragt, ob eine Anlage, die unter dem Motto 'die teuerste' steht, nun atmosphärisch unbedingt ins Jahr der Finanzkrise passt.
Was die Messeabstinenz betrifft: Wir sind kein Hersteller und können auf einer Messe keinen Umsatz machen (von ein paar neuen Abos abgesehen). Insofern ist es für uns auch nicht lebenswichtig, dort zu sein, wir sehen uns dort eher als Botschafter und Werber für unser gemeinsames Hobby und die Branche an sich. Und diese Funktion allein hat eben dieses Jahr keinen IFA-Auftritt gerechtfertigt."
Hier noch einmal zur Anlage mit der 780.000 Euro teuren Zusammenstellung aus 2008.
Mehr News und Berichte von der Funkausstellung Berlin im großen Tom's Hardware IFA 2009 Special.
Quelle: Tom's Hardware DE



Pffffft... vor Jahren hat während meines Studiums ein Prof für ein freiwilliges Seminar zum Thema "Physik & HiFi" geworben, da er selbst ein wenig Hifi-Verrückt ist und sich für diesen ganzen Schnickschnack interessiert und sich einen Spaß daraus macht einige der "Urban-Ledgends" zu widerlegen. Also wissenschaftlich korrekt.
Er kennt jemanden, der Stereoanlagen für die zu reichen Menschen dieser Welt herstellt. Die haben damals schon locker 1,5 Millionen Euro gekostet.
Als Beispiel hatte er eine Anlage, die wie ein bizzarres Kunstobjekt aussah. Der "Subwoofer" Teil war so groß wie ein Kleiderschrank und wog über eine Tonne. Der war so schwer, daß er auf seiner geringen Grundfläche nicht mehr auf normalem Estrich strehen konnte (500kg pro Quadratmeter). Die Lautsprecher waren dermaßen merkwürdig geformt, daß er selbst sagte, daß die Berechnung dieser Formen (also die Klanglich-relevanten Berechnungen für diese Formen) über sein Können und Wissen hinausgehen, er sich aber freuen würde, wenn es ihm jemand erklären könnte.
Die Anlage war pott-hässlich, aber teuer und soll klanglich das damals beste gewesen sein, was man für Geld überhaupt kaufen konnte.
Da wundert es mich, daß nun "die teuerste Anlage der Welt" nichtmal eine Million kosten soll. Ich denke ehr, daß der Hersteller es einfach nicht nötig hat auf der IFA begafft zu werden.
So wie man auf AUto-Tuner-Ausstellungen wohl auch eher keinen Maybach finden wird.
Und ansonsten: Bevor es zu sehr in richtung hokus-Pokus abdriftet:
Es gibt da einen netten Hersteller aus Deutschland: MBL.
Man kann locker 256k€ für eine Anlage ausgeben, erhält dafür aber auch feinste Technik, die dazu zwar ungewöhnlich aussieht, aber auch etwas taugt.
Naja, ich bin ja auch ein Hifi verrückter, aber als Kunde wird man nirgendwo gnadenloser über den Tisch gezogen, als im "sogenannten" High End bereich. Wenn man sich mal die Mühe macht und die Boxenschassis + Holzkiste im Zubehör Handel adddiert, kommt man je nach Hersteller auf mehrere Tausend Prozent Marge. Von den ganzen umgelabelten China Hifi, welches dann als US High End verkauft wird, mal ganz zu schweigen.
Wie ich in meinem Beitrag schon sagte: Es gibt durchaus ein paar wenige "Klangkünstler", die es schaffen ungewollte Resonanzen auszuschalten durch besondere Geometrien und verwendete Materialien.


Damit meine ich nun nicht "ausgependelte Lautsprecherkabel". Aber eine von Hand "irgendwie" zusammengeschraubte Kiste ist eben auch noch lange kein idealer Lautsprecher.
Und zuletzt bleibt natürlich auch immer noch folgendes zu sagen: Du kannst das selbst entwickeln und eventuell, je nach Ausführung, zumindest mit 95% der Klangqualität (in wie fern man das nun auch immer bewerten mag) für einen Bruchteil der Kosten nachbauen.
Die Lautsprecher (Radialstrahler) von MBL sind aber aufgrund ihrer Bauart schon nicht mehr selbst reproduzierbar. Zumindest nicht mit vertretbarem finanziellen aufwand.
(www.mbl-germany.de -> mbl 101 X-treme und mbl 101E MKII)
Das muß einem optisch nicht unbedingt gefallen, aber versuch DAS mal nachzubauen...
Die Lautsprecher, die zu der oben erwähnten 1,5M€-Anlage gehörten, waren riesig und hatten NICHTS mit gewöhnlichen Membranen zu tun. Das sah eigentlich nur wie ein Kunstobjekt aus. Schon fast Grammophon-artige Trichter in merkwürdig verformten ausführungen.
Wenn diese teile falsch geformt oder aus dem falschen Material wären, dann wäre der Klang mieserabel.
Ansonsten stimme ich Dir aber zu: Es gibt merkwüdige Auswüchse. Stromkabel, die besonders toll klingen sollen, Steckdosenleisten - OHNE ELEKTRONIK! - die zu einem besonderen Klang verhelfen sollen und locker 750Euro kosten, etc, etc.
Das sind diese komischen Audio-Tuning-Objekte, die man am besten mit einem DTM-Sport-Auspuff und Seitenschwellern an einem 45PS Opel Corsa vergleichen kann: Bringt nichts, kostet viel Geld, aber der Eigentümer fühlt sich besser.
Bei der oben verlinkten Anlage von MBL denke ich schon, daß es keinen Materialwert von einer viertel Million darstellt, aber ich muß ehrlich zugeben, daß ich, selbst wenn mir alle erdenklichen Maschinen zur verfügung stehen würden, nicht in der Lage wäre diese Qualität zu reproduzieren und somit auch keine annähernd vergleichbaren Geräte herstellen könnte, selbst wenn ich es versuchen würde.
Ist es das Geld wert?
Sagen wir's mal so: Wenn man es sich ohne nachzudenken leisten kann und Spaß an diesen Besonderheiten hat: Warum nicht!
Man muß es nur in Relation sehen. Während ein studierter Naturwissenschaftler vielleicht 40k€ verdient und 1/20stel seines Jahresgehaltes für eine Stereoanlage ausgibt, gibt ein mehrfacher Milliardär, wenn er eine Million springen lässt, prozentual gesehen wesentlich weniger aus!
Das wäre dann Vergleichbar mit einem iPod für Normalverdiener.
Ob solch ein Teil das Geld dann tatsächlich wert ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Dafür fehlt mir einfach das Fachwissen und auch die Erfahrung in diesem Bereich.
Da ich eine MBL-Anlage der Reference-Baureihe aber schonmal beschnuppern konnte, weiß ich, daß das wirklich außergewöhnlich ist. Die Gehäuse werden z.B. aus massiven Alu-Blöcken gefräst. Das ist also nicht einfach nur dünnes gebogenes Büchsenblech. Und rund 100kg schwere 5kW Endstufen sind auch nicht wirklich zu verachten.