Wer sich die Test-Ergebnisse sowie unsere Kostenberechnung pro Gigabyte genau angesehen hat stellt schnell fest, dass zwei verschiedene Spannen zwischen den Geräten auseinandergehen : Nach wie vor kosten Bandlaufwerke mit 1000 Euro und mehr sehr viel Geld, glänzen aber mit den billigsten Medienpreisen. Je größer also die Datenmengen ausfallen, umso mehr scheint der Griff zu einem Streamer Sinn zu machen. Auf der anderen Seite klafft die Performance-Schere aber auseinander : Die auf Magnetscheiben basierenden REV-Laufwerke bzw. die mit herkömmlichen Festplatten arbeitenden RDX-Cartridges von Tandberg bieten deutlich bessere Performance. In der Praxis ist das Backup damit viel schneller erledigt. Doch die Preise für die Speichermedien sind bis zu zehn Mal höher ! Für die 30 Euro, die ein 200 GB LTO-2-Band kostet, bekommt man weder ein 35 GB REV-Medium noch eine 40 GB RDX-Kassette.
Aber die Handhabung der gesicherten Daten darf man nicht außer Acht lassen : Streamer-Bänder verlangen nicht nur nach einem geeigneten Laufwerk, um im Katastrophenfall gelesen werden zu können, sondern Sie benötigen oft auch noch eine lauffähige System-Installation samt tauglicher Backup-Software, um an Ihre Daten heranzukommen. Ganz anders ist dies bei REV und RDX : In beiden Fällen lässt sich auf die Daten ganz einfach per Windows-Explorer zugreifen. Wer nach einem Feuer im Büro ganz schnell an die gestrigen Daten will, ist mit solch einer Lösung womöglich besser bedient.
Wir halten die Streamer dann für die bessere Lösung, wenn Sie Nutzdaten sichern möchten, etwa von Arbeitsplatzrechnern, und die Geräte in Servern betrieben werden. REV und RDX machen allerdings den besseren Eindruck, wenn Sie Systemabbilder von Servern oder Arbeitsplatz-Rechnern sichern wollen. Durch den direkten Zugriff per USB 2.0 oder SATA als direktes Laufwerk ist eine Wiederherstellung nach dem Einlegen einer Notfall-Disk im Handumdrehen erledigt.
Das REV-Laufwerk kommt mit einer dreijährigen Herstellergarantie auf das Laufwerk sowie fünf Jahre Garantie auf die 35 bzw. 70 GB fassenden Medien. Iomega bietet dazu noch passende Service- und Wartungsverträge auf seiner Website, die Sie als potenzieller Interessent in Betracht ziehen sollten. Auch die Tandberg-Geräte kommen mit fünf Jahren Garantie und stellten sich im Test als problemlose, robuste Backup-Sklaven heraus. Sie sind allerdings laut und sollten in einem Serverraum in Betrieb genommen werden. Die Performance bildet in diesem Vergleich das Schlusslicht ; dafür speichern diese Streamer je nach Modell bis zu 200 GB - fast das Doppelte des größten RDX-Mediums bzw. fast das Dreifache des REV.
Die Entscheidung können wir Ihnen letztlich nicht abnehmen ; zu unterschiedlich sind im Alltag die Anforderungen. Allerdings scheinen sich herkömmliche Festplatten auch weiterhin als der größte Feind herkömmlicher Backup-Geräte herauszustellen : Für die 1500 Euro eines LTO-Streamers samt sechs Bändern für eine Wochensicherung können Sie auch acht 500 GB SATA-Festplatten samt robuster Metall-Wechselrahmen kaufen. Sechs Laufwerke dienen Ihren Tages- und Wochenendsicherungen ; gleich zwei stehen als Ersatz für defekte Laufwerke zur Verfügung. Sicher würden wir solch eine Vorgehensweise nicht direkt empfehlen, aber weiter wachsende Kapazitäten werden konventionelle Festplatten auch in Zukunft immer attraktiver erscheinen lassen.
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Also bei kleineren Firmen bleibe ich weiterhin bei DDS4/DDS5 Systemen. Da lassen sich dann die Backup's problemlos im Tresor verstauen.
Festplatten mit 200GB für 100 Euro = 0,5 Euro/GB !
Wobei man für unter 100 Euro eigentlich schon 320 GB Platten bekommt.
Eigentlich komisch: Festplatten sind mit Abstand das billigste Medium und sie haben die höchsten Transferraten. Beim anfertigen eines Backups auf gleichzeitig mehreren Festplatten, kann man doch schon von einer vernünftigen Datensicherheit reden und hat ne Menge gegenüber Streamer gespart.
DDS? langsamer sind wohl nurnoch Disketten.
Wie sieht es eigentlich bei den Heimanwendern aus? Kann man DVD-R DVD-RW zur Sicherung benutzen? Schon klar das es geht, aber ich meine in Hinsicht auf Lesbarkeit der Datenträger nach einer etwas längeren Lagerzeit. Ich habe CD-Rohlinge die schon 12 Jahre alt sind und trotzdem noch problemlos lesbar sind, ich hatte auch schon mal Rohlinge die bereits nach 2 Jahre unbrauchbar waren...natürlich war gerade auf diesen Medien noch interessante Daten drauf
Gibt es besonders empfehlenswerte Hersteller, oder ist es immer noch ein Glücksspiel in Hinsicht auf die Haltbarkeit solcher Medien?
Gruß,
Nils
DVDs sind natürlich recht empfindlich, was aber nicht heißen soll, das man sie nicht zu Backup zwecken einsetzen sollte. Aus meiner Sicht, hätte man das Medium DVD noch mit in den Test integrieren müssen, da sie praktisch, zuverlässig (bei ordnungsgemäßer Behandlung) und im moment sehr günstig sind.
- DVD-/+RW erhält man für 1 € pro Stück
- Bedruckbare DVDs schon ab 60 Cents pro Stück
Wie man DVDs optimal lagert, findet man im wikipedia, einfach mal suchen
Der Nachteil: Die oft zu geringe Kapazität der Medien. Wobei Double Layer Rohlinge auch nicht mehr viel kosten. Mit 9 bzw. 18 GB pro DVD ließe sich dennoch arbeiten, imho.
PS: Ich empfehle Verbatim-Rohlinge.
edit: Kratzer lassen sich mit Zahn-Creme kurzfristig reparieren, vielleicht hilfts ja bei dir noch...
Wow, 12 Jahre alte CD-Rohlinge. Selbst gebrannt? Kannst du dich vielleicht noch erinnern, wie teuer damals der CD-Brenner war?
@Blumenkiller
Die DVD-RAM wäre in dem Fall das bessere Medium.
Schlingel
Die gleiche Überlegung stand bei uns hier vor ca. 2-3 Jahren an nachdem unser teurer DLT-Streamer partout nicht mehr ausreichte die Datenmengen zu bewältigen und die Geschäftsleitung sich außer stande sah eine teure Lösung zu akzeptieren.

Ich bastelte daraufhin einen Client-PC zusammen, der neben der Systemplatte 7 weitere 160GB-Platten eingebaut bekam und je nach Bedarf größere Platten bekommt (zur Zeit 7*250GB).
Die tägliche inkrementelle Sicherung wird seitdem abwechselnd auf eine dieser Platten via Batch gemacht.
Zusätzlich dazu wird an jedem Monatsanfang der Inhalt einer dieser Platten auf eine externe Platte gezogen die dann im Schrank landet.
In ca. 2 Jahren beginnen wir dann damit die Platten, die im feuergeschützten Stahlschrank ihr Dasein fristen auf neue Platten zu kopieren, so daß es eigentlich nicht passieren sollte, daß deren Daten aufgrund Entmagnetisierung o.ä. im Nirwana verschwinden.
Sobald das getan ist, können diese alten Platten dann in irgendwelchen Client-PCs eingebaut werden, o.ä.
Diversen Berichten und Infos der Festplattenhersteller zufolge sollte die Haltbarkeit von Festplatten und die Daten daruf jedenfalls bei mind. 5-10 Jahre liegen.
Älter als 10 Jahre müssen unsere Backups eh nicht sein und damit sind wir eigentlich auf der sicheren Seite.
(Meine Conner 540 tut es schließlich auch noch im Museumstück namens Atari-TT)
Vorteil des ganzen:
- Recovery geht schneller und effizient nachdem eine der Platten flink ins externe USB-Gehäuse eingesetzt wurde.
- Größe der Backupmedien steigt in den Jahren kontinuierlich durch immer größere Festplatten.
- Neuanschaffung eines Streamers der mehr Daten sichern kann ist hinfällig wenn dessen Kapazität dermaßen gering ist, daß man x Bändern für ein einzelnes Backup nutzen müßte.
- Inkompatibilitäten von Treibern bei neueren Betriebssystemen werden einem erspart, da der gute alte Standard (E)IDE wohl nicht totzukriegen sein wird. Zur Not helfen da externe USB-Gehäuse.
Zumindest gab es damals keinen Streamer der ~160GB unkomprimiert sichern konnte und < 5000€ kostete.
für 5000€ bekamen wir da jedoch schon mind. 40 Festplatten a 160GB.
Momentan wüßte ich allerdings nicht, ob ich unter gleichen Umständen nicht einen DLT-S4 Streamer für ~3000€ +diverse Sicherungsbänder nehmen würde.
Aufgrund der Bequemlichkeit verzichte ich aber ungerne auf die schnelle Festplattenlösung und alles bleibt so wie gehabt bis mal mehr Geld zur Verfügung steht oder sich irgendwelche Mängel zeigen sollten
Gruß, Nexus
Hört sich nach einer guten Festplattabsicherung an.
Nur was mir als Administrator bei zeitkritischen Daten sorgen machen würde ist folgendes Szenario, das auf der Schilderung von Nexus beruht:
Die Firma hat nur ein Gebäude? So sind höchst wahrscheinlich Server, der Backup-client und auch der feuerfesste Schrank darin enthalten. So, im Tresor befindet sich das Backup, das aus Gewohnheit zu jedem 1. des Monats angefertigt wird. Am 30. Tag brennt das Gebäude völlig aus, alles, ausser der Tresor, ist irreparabel zerstört.
Für einen Kundenauftrag werden nun wichtige Projektdaten gebraucht, die aus wirtschaftlichen Gründen sofort wieder zur Verfügung stehen müssen. 1. Schock: Sollten diese Daten erst im Laufe des Monats angefertigt worden sein, ist alles vom Feuer zuverlässig zerstört worden. Vielleicht hat man Glück und es wird bestätigt, dass sich diese schon auf dem Medium im Tresor befinden, daraus folgt der 2. Schock: Aufgrund von Firmenunstimmigkeiten sperrt die Polizei das Gelände großräumig ab, so dass Staatsanwaltschaft und BKA ihre Untersuchungen anstellen können. Es könnte auch sein, dass nur die Feuerwehr bestätigt: Das Gebäude ist Einsturzgefährdet, niemand darf sich ihm nähern, es droht Lebensgefahr. Diese droht übrigens auch von dem halbseriösen Geschäftskunden aus Osteuropa, der bekanntlich nicht lange fakelt.
Natürlich muss man die Backuplösung auch in Zusammenhang mit der Wichtigkeit der Daten sehen, höchst wahrscheinlich ist das bei Nexus nicht ganz so dramatisch wie gerade beschrieben. Dennoch beruhigt ein Backup, das sich geografisch an einem völlig anderen Ort befindet, als der Rest des Systems und darüber hinaus aus Festplatten besteht auf die von jedem beliebigen System unverzüglich wieder zugegriffen werden kann. Besonders dann, wenn in weniger krisensicheren Gegenden sogar Bombenanschläge drohen. Hinterher in den Trümmern nach Backups zu suchen dürfte nicht jedermanns Sache sein.
Gruß,
Nils
oh man,über 1000 DM, da darf man heute garnicht mehr drüber nachdenken. Und Rohlinge waren wahrscheinlich so teuer wie heute die BDs.
Brauchte man zum Brennen der CDs auch eine Cartridge? Ich weiß nur das mein erstes CD-ROM Laufwerk diese Dinger zum lesen der CDs benötigte.
Das waren noch Zeiten.
Brauchte man zum Brennen der CDs auch eine Cartridge? Ich weiß nur das mein erstes CD-ROM Laufwerk diese Dinger zum lesen der CDs benötigte.
Das waren noch Zeiten.
Ja, das Laufwerk hatte einen Caddy, und wie gut es verarbeitet war *schwärm*...findet man heute kaum noch. Na ja, das war ebenhalt ein echter Freak dem der Brenner gehörte, der hatte auch einen SCSI Controller und natürlich auch SCSI Festplatten, Zitat von ihm:"Ich kaufe mir doch keine IDE-SCH**ßE"...das waren wirklich noch Zeiten 8)
Die Firma hat nur ein Gebäude?
Nene, das ist natürlich bedacht worden.
Alle Server stehen in unterschiedlichen Häusern, Backup-Client in anderem Haus und der Stahlschrank ist in einem noch anderen Haus zu finden. Die Häuser sind räumlich so weit voneinander entfernt, daß weder ein Feuer noch ein groß angelegter Diebstahl (was imho wahrscheinlicher wäre als ein Feuer, aber darüber kann man nur spekulieren, gerade wenn man sich den Netzteilstreßtest ansieht) kaum alle drei Häuser betreffen dürfte.
Da die Daten abrechnungsrelevant sind mußte eh so verfahren werden, ansonsten könnte ich mir im Schadensfall ja gleich einen Strick nehmen und überhaupt nicht ruhig schlafen :-)
BTW: Dein Szenario gilt nicht nur bei Festplattensicherungen und dürfte so ziemlich alle Firmen mit nur einem Gebäudekomplex betreffen.
@Tulpenknicker:
also ich habe damals sehr früh einen HP-Brenner (4020i oder so) gehabt (~1400DM NP), der frei nach Murphy auch prompt nach ca. 50Rohlingen reparaturbedürftig war und kann mich auch noch gut an die ~30-35DM teuren CD-Rohlinge Kodak erinnern. :-)
Ein oder zwei von den Kodad-Rohlingen habe ich noch und die fkt. auch noch.
Als privates Backup-Medium würde ich das allerdings trotzdessen nicht nutzen, da ich ebenfalls halb so alte selbst gebrannte Rohlinge hatte, die absolut nicht mehr lesbar waren.
Wiederum andere Rohlinge hatten trotz nur indirektem Lichteinfall und Lagerung in den normalen Plastikhüllen deutliche Verfärbungen an den Rändern und waren nur noch zum Teil lesbar.
Empfehlen kann ich ein Backup auf CD/DVD deshalb nicht gerade, aber wer es unbedingt nutzen möchte sollte in jedem Fall die Medien an einem dunklen Ort aufbewahren und die Daten immer redundant sichern.
Meine persönlichen Backups mache ich
1) auf eine weitere große interne Platte. Und zwar als Image von der Systemplatte und normalem Backup vom Raid-5.
2) dieses Backup landet dann mind. monatlich zusätzlich auf einer externen USB-Platte die ich auf der Arbeit lagere.
Es sind zwar keine extrem wichtigen Daten dabei, aber eben Daten die ungerne verlieren würde.
Gruß, Nexus
...Eigentlich mag ich auch keine Scheiben als Backupmedium, aber sonst hat man außer Festeplatten ja keine wirkliche Alternative wenn es um größe geht (als Privatmann/frau). Es sei denn, man hat zuviel Geld und kann sich eines von den teuren Bandlaufwerken leisten....es gab mal vor langer Zeit bezahlbaren Streamer von Iomega ( Qic80 /486er Zeiten) da passte fast der ganze Inhalt der damaligen Festplatten drauf, ich habe das LW zum Spass vor ein paar Monaten in einen alten Rechner eingebaut, es konnten alle Daten von 1994 wieder hergestellt werden...man brauchte nur ein wenig Zeit
Hallo zusammen,
wirklich ein sehr guter Vergleich.Ich frage mich jedoch was eigentlich aus den klassischen Festplatten Wechsellauferken geworden ist ?
Ich möchte das für meinen SBS 2003 Server mit gegenwärtig noch 20 GB Sicherungsvolumen auf 2 SAS Laufwerken. Was ist denn zum Beispielvon dem Raidsonic Gehäuse MB-452UK-B zu halten in Kombination mit einer guten 3,5" Platte ?