Band oder Festplatte? Moderne Backup-Produkte im Vergleich
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Backup ist nicht zu ersetzen
- 2 – Band oder Platte? Vor- und Nachteile im Detail
- 3 – Iomega REV-Laufwerke
- 4 – REV 70 GB Intern
- 5 – Iomega-Tools
- 6 – Brightstor ARCServe Backup Wizard für Server
- 7 – Retrospect Backup Wizard für Arbeitsplatz-PCs
- 8 – Freiheitskampf: Von DLT zu LTO (Ultrium)
- 9 – Tandberg 220LTO/420LTO Streamer
- 10 – Tandberg 220LTO: 100 GB extern
- 11 – Software: Symantec Veritas Backup Exec QuickStart Edition
- 12 – Software, Fortsetzung
- 13 – Tandberg RDX QuikStor: Der Festplattenstreamer?
- 14 – RDX-Cartridges
- 15 – Preisvergleich: LTO gegen RDX gegen REV
- 16 – Fazit: ...oder doch lieber Festplatten?
- 17 – Mehr zum Thema

Waren stabile Türen, ein Sicherheitsdienst und vielleicht ein Tresor in früheren Jahrzehnten für den Schutz von Unternehmenswerten noch das A und O, so sind heute digitale Daten wichtiger denn je. Tatsächlich sind es Projektdateien, Adressdatenbanken, der Datenbestand eines Collaboration-Servers oder andere Datenansammlungen, die den Wert vieler moderner Unternehmen ausmachen. Im Englischen spricht man von "Assets", die geschützt und gepflegt werden wollen, denn mit ihnen steht und fällt das Unternehmensgeschick.
Diese Assets müssen durch geeignete Sicherungsmaßnahmen vor allen Eventualitäten geschützt werden. Zum einen muss die IT-Umgebung stimmen : Ein klimatisierter Serverraum, konservative Zutrittsbeschränkungen, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und brauchbare Server-Hardware samt regelmäßiger Software-Updates sind die Grundlage, um Ihre IT-Infrastruktur zuverlässig zu betreiben. Zum anderen ist es unabdinglich, Ihre wichtigen Daten in regelmäßigen Abständen vollständig zu sichern ; also ein exaktes Abbild zu erstellen. Nur eine fehlerfreie und vollständige Momentaufnahme ermöglicht es, den betroffenen Datenbestand im Fall eines Desasters zeitnah wiederherzustellen und den Unternehmensbetrieb gar nicht bzw. nur kurz zu unterbrechen.
Doch wie führt man eine Datensicherung am besten durch ? Für Arbeitsplatz-PCs und Notebooks lässt sich diese Frage einfach beantworten, denn schon durch einfaches, regelmäßiges Kopieren Ihrer wichtigen Daten auf DVD oder andere Datenträger lässt sich ein hoher Grad an Sicherheit erreichen. Die Windows-Bordmittel reichen dabei meist ; Backup-Software gibt’s im Internet darüber hinaus oft sogar gratis. Sollte ihre Windows-Installation oder eine Systemkomponente das zeitliche segnen, so lassen sich Ihre Daten mithilfe der aktuellsten Sicherung vergleichsweise schnell wiederherstellen.
Für den Unternehmenseinsatz muss hingegen auf größere Sorgfalt geachtet werden, die immer mit einer systematischen Planung ausgehend von einigen Fragen beginnt :
1. WAS und WO
Welches sind die für den Unternehmensbetrieb essenziellen Dateibestände und wo liegen diese ?
2. WANN und WIE OFT
In welcher Regelmäßigkeit soll ein Backup durchgeführt werden ?
3. WIE
Müssen einzelne Programme für die Datensicherung angehalten werden (notwendig beispielsweise bei Datenbanken) ? Kann die Sicherung inkrementell erfolgen, so dass nur veränderte Daten gesichert werden ? Welche Software kann zum Einsatz kommen ? Diese hängt oft vom verwendeten Gerät ab. In welchen Zyklen rotiert man Sicherungsmedien und wo legt man diese ab, um maximale Sicherheit und dennoch zeitnahen Zugriff im Schadensfall sicherzustellen ? Welches Sicherungsmedium bietet ausreichende Kapazität, Performance und Flexibilität für Ihre Anforderungen ? Welche Lösung passt zudem in Ihr Budget ? Die letzte Frage eignet sich bestens für den Übergang zu unseren Testkandidaten, die wir uns aus verschiedenen Bereichen des Backup-Angebots ins Testlabor holten. Zur Wahl stehen heute verschiedene Streamer, Festplatten-basierte Lösungen oder von gängigen Standards abweichende Ansätze wie etwa das REV-Laufwerk von Iomega. Wir besorgten zwei LTO-Streamer von Tandberg mit 100 bzw. 200 GB Nettokapazität, das RDX-QuikStor von Tandberg, welches auf Festplatten basiert, und ein 70 GB REV-Laufwerk von Iomega.
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Also bei kleineren Firmen bleibe ich weiterhin bei DDS4/DDS5 Systemen. Da lassen sich dann die Backup's problemlos im Tresor verstauen.
Festplatten mit 200GB für 100 Euro = 0,5 Euro/GB !
Wobei man für unter 100 Euro eigentlich schon 320 GB Platten bekommt.
Eigentlich komisch: Festplatten sind mit Abstand das billigste Medium und sie haben die höchsten Transferraten. Beim anfertigen eines Backups auf gleichzeitig mehreren Festplatten, kann man doch schon von einer vernünftigen Datensicherheit reden und hat ne Menge gegenüber Streamer gespart.
DDS? langsamer sind wohl nurnoch Disketten.
Wie sieht es eigentlich bei den Heimanwendern aus? Kann man DVD-R DVD-RW zur Sicherung benutzen? Schon klar das es geht, aber ich meine in Hinsicht auf Lesbarkeit der Datenträger nach einer etwas längeren Lagerzeit. Ich habe CD-Rohlinge die schon 12 Jahre alt sind und trotzdem noch problemlos lesbar sind, ich hatte auch schon mal Rohlinge die bereits nach 2 Jahre unbrauchbar waren...natürlich war gerade auf diesen Medien noch interessante Daten drauf
Gibt es besonders empfehlenswerte Hersteller, oder ist es immer noch ein Glücksspiel in Hinsicht auf die Haltbarkeit solcher Medien?
Gruß,
Nils
DVDs sind natürlich recht empfindlich, was aber nicht heißen soll, das man sie nicht zu Backup zwecken einsetzen sollte. Aus meiner Sicht, hätte man das Medium DVD noch mit in den Test integrieren müssen, da sie praktisch, zuverlässig (bei ordnungsgemäßer Behandlung) und im moment sehr günstig sind.
- DVD-/+RW erhält man für 1 € pro Stück
- Bedruckbare DVDs schon ab 60 Cents pro Stück
Wie man DVDs optimal lagert, findet man im wikipedia, einfach mal suchen
Der Nachteil: Die oft zu geringe Kapazität der Medien. Wobei Double Layer Rohlinge auch nicht mehr viel kosten. Mit 9 bzw. 18 GB pro DVD ließe sich dennoch arbeiten, imho.
PS: Ich empfehle Verbatim-Rohlinge.
edit: Kratzer lassen sich mit Zahn-Creme kurzfristig reparieren, vielleicht hilfts ja bei dir noch...
Wow, 12 Jahre alte CD-Rohlinge. Selbst gebrannt? Kannst du dich vielleicht noch erinnern, wie teuer damals der CD-Brenner war?
@Blumenkiller
Die DVD-RAM wäre in dem Fall das bessere Medium.
Schlingel
Die gleiche Überlegung stand bei uns hier vor ca. 2-3 Jahren an nachdem unser teurer DLT-Streamer partout nicht mehr ausreichte die Datenmengen zu bewältigen und die Geschäftsleitung sich außer stande sah eine teure Lösung zu akzeptieren.

Ich bastelte daraufhin einen Client-PC zusammen, der neben der Systemplatte 7 weitere 160GB-Platten eingebaut bekam und je nach Bedarf größere Platten bekommt (zur Zeit 7*250GB).
Die tägliche inkrementelle Sicherung wird seitdem abwechselnd auf eine dieser Platten via Batch gemacht.
Zusätzlich dazu wird an jedem Monatsanfang der Inhalt einer dieser Platten auf eine externe Platte gezogen die dann im Schrank landet.
In ca. 2 Jahren beginnen wir dann damit die Platten, die im feuergeschützten Stahlschrank ihr Dasein fristen auf neue Platten zu kopieren, so daß es eigentlich nicht passieren sollte, daß deren Daten aufgrund Entmagnetisierung o.ä. im Nirwana verschwinden.
Sobald das getan ist, können diese alten Platten dann in irgendwelchen Client-PCs eingebaut werden, o.ä.
Diversen Berichten und Infos der Festplattenhersteller zufolge sollte die Haltbarkeit von Festplatten und die Daten daruf jedenfalls bei mind. 5-10 Jahre liegen.
Älter als 10 Jahre müssen unsere Backups eh nicht sein und damit sind wir eigentlich auf der sicheren Seite.
(Meine Conner 540 tut es schließlich auch noch im Museumstück namens Atari-TT)
Vorteil des ganzen:
- Recovery geht schneller und effizient nachdem eine der Platten flink ins externe USB-Gehäuse eingesetzt wurde.
- Größe der Backupmedien steigt in den Jahren kontinuierlich durch immer größere Festplatten.
- Neuanschaffung eines Streamers der mehr Daten sichern kann ist hinfällig wenn dessen Kapazität dermaßen gering ist, daß man x Bändern für ein einzelnes Backup nutzen müßte.
- Inkompatibilitäten von Treibern bei neueren Betriebssystemen werden einem erspart, da der gute alte Standard (E)IDE wohl nicht totzukriegen sein wird. Zur Not helfen da externe USB-Gehäuse.
Zumindest gab es damals keinen Streamer der ~160GB unkomprimiert sichern konnte und < 5000€ kostete.
für 5000€ bekamen wir da jedoch schon mind. 40 Festplatten a 160GB.
Momentan wüßte ich allerdings nicht, ob ich unter gleichen Umständen nicht einen DLT-S4 Streamer für ~3000€ +diverse Sicherungsbänder nehmen würde.
Aufgrund der Bequemlichkeit verzichte ich aber ungerne auf die schnelle Festplattenlösung und alles bleibt so wie gehabt bis mal mehr Geld zur Verfügung steht oder sich irgendwelche Mängel zeigen sollten
Gruß, Nexus
Hört sich nach einer guten Festplattabsicherung an.
Nur was mir als Administrator bei zeitkritischen Daten sorgen machen würde ist folgendes Szenario, das auf der Schilderung von Nexus beruht:
Die Firma hat nur ein Gebäude? So sind höchst wahrscheinlich Server, der Backup-client und auch der feuerfesste Schrank darin enthalten. So, im Tresor befindet sich das Backup, das aus Gewohnheit zu jedem 1. des Monats angefertigt wird. Am 30. Tag brennt das Gebäude völlig aus, alles, ausser der Tresor, ist irreparabel zerstört.
Für einen Kundenauftrag werden nun wichtige Projektdaten gebraucht, die aus wirtschaftlichen Gründen sofort wieder zur Verfügung stehen müssen. 1. Schock: Sollten diese Daten erst im Laufe des Monats angefertigt worden sein, ist alles vom Feuer zuverlässig zerstört worden. Vielleicht hat man Glück und es wird bestätigt, dass sich diese schon auf dem Medium im Tresor befinden, daraus folgt der 2. Schock: Aufgrund von Firmenunstimmigkeiten sperrt die Polizei das Gelände großräumig ab, so dass Staatsanwaltschaft und BKA ihre Untersuchungen anstellen können. Es könnte auch sein, dass nur die Feuerwehr bestätigt: Das Gebäude ist Einsturzgefährdet, niemand darf sich ihm nähern, es droht Lebensgefahr. Diese droht übrigens auch von dem halbseriösen Geschäftskunden aus Osteuropa, der bekanntlich nicht lange fakelt.
Natürlich muss man die Backuplösung auch in Zusammenhang mit der Wichtigkeit der Daten sehen, höchst wahrscheinlich ist das bei Nexus nicht ganz so dramatisch wie gerade beschrieben. Dennoch beruhigt ein Backup, das sich geografisch an einem völlig anderen Ort befindet, als der Rest des Systems und darüber hinaus aus Festplatten besteht auf die von jedem beliebigen System unverzüglich wieder zugegriffen werden kann. Besonders dann, wenn in weniger krisensicheren Gegenden sogar Bombenanschläge drohen. Hinterher in den Trümmern nach Backups zu suchen dürfte nicht jedermanns Sache sein.
Gruß,
Nils
oh man,über 1000 DM, da darf man heute garnicht mehr drüber nachdenken. Und Rohlinge waren wahrscheinlich so teuer wie heute die BDs.
Brauchte man zum Brennen der CDs auch eine Cartridge? Ich weiß nur das mein erstes CD-ROM Laufwerk diese Dinger zum lesen der CDs benötigte.
Das waren noch Zeiten.
Brauchte man zum Brennen der CDs auch eine Cartridge? Ich weiß nur das mein erstes CD-ROM Laufwerk diese Dinger zum lesen der CDs benötigte.
Das waren noch Zeiten.
Ja, das Laufwerk hatte einen Caddy, und wie gut es verarbeitet war *schwärm*...findet man heute kaum noch. Na ja, das war ebenhalt ein echter Freak dem der Brenner gehörte, der hatte auch einen SCSI Controller und natürlich auch SCSI Festplatten, Zitat von ihm:"Ich kaufe mir doch keine IDE-SCH**ßE"...das waren wirklich noch Zeiten 8)
Die Firma hat nur ein Gebäude?
Nene, das ist natürlich bedacht worden.
Alle Server stehen in unterschiedlichen Häusern, Backup-Client in anderem Haus und der Stahlschrank ist in einem noch anderen Haus zu finden. Die Häuser sind räumlich so weit voneinander entfernt, daß weder ein Feuer noch ein groß angelegter Diebstahl (was imho wahrscheinlicher wäre als ein Feuer, aber darüber kann man nur spekulieren, gerade wenn man sich den Netzteilstreßtest ansieht) kaum alle drei Häuser betreffen dürfte.
Da die Daten abrechnungsrelevant sind mußte eh so verfahren werden, ansonsten könnte ich mir im Schadensfall ja gleich einen Strick nehmen und überhaupt nicht ruhig schlafen :-)
BTW: Dein Szenario gilt nicht nur bei Festplattensicherungen und dürfte so ziemlich alle Firmen mit nur einem Gebäudekomplex betreffen.
@Tulpenknicker:
also ich habe damals sehr früh einen HP-Brenner (4020i oder so) gehabt (~1400DM NP), der frei nach Murphy auch prompt nach ca. 50Rohlingen reparaturbedürftig war und kann mich auch noch gut an die ~30-35DM teuren CD-Rohlinge Kodak erinnern. :-)
Ein oder zwei von den Kodad-Rohlingen habe ich noch und die fkt. auch noch.
Als privates Backup-Medium würde ich das allerdings trotzdessen nicht nutzen, da ich ebenfalls halb so alte selbst gebrannte Rohlinge hatte, die absolut nicht mehr lesbar waren.
Wiederum andere Rohlinge hatten trotz nur indirektem Lichteinfall und Lagerung in den normalen Plastikhüllen deutliche Verfärbungen an den Rändern und waren nur noch zum Teil lesbar.
Empfehlen kann ich ein Backup auf CD/DVD deshalb nicht gerade, aber wer es unbedingt nutzen möchte sollte in jedem Fall die Medien an einem dunklen Ort aufbewahren und die Daten immer redundant sichern.
Meine persönlichen Backups mache ich
1) auf eine weitere große interne Platte. Und zwar als Image von der Systemplatte und normalem Backup vom Raid-5.
2) dieses Backup landet dann mind. monatlich zusätzlich auf einer externen USB-Platte die ich auf der Arbeit lagere.
Es sind zwar keine extrem wichtigen Daten dabei, aber eben Daten die ungerne verlieren würde.
Gruß, Nexus
...Eigentlich mag ich auch keine Scheiben als Backupmedium, aber sonst hat man außer Festeplatten ja keine wirkliche Alternative wenn es um größe geht (als Privatmann/frau). Es sei denn, man hat zuviel Geld und kann sich eines von den teuren Bandlaufwerken leisten....es gab mal vor langer Zeit bezahlbaren Streamer von Iomega ( Qic80 /486er Zeiten) da passte fast der ganze Inhalt der damaligen Festplatten drauf, ich habe das LW zum Spass vor ein paar Monaten in einen alten Rechner eingebaut, es konnten alle Daten von 1994 wieder hergestellt werden...man brauchte nur ein wenig Zeit
Hallo zusammen,
wirklich ein sehr guter Vergleich.Ich frage mich jedoch was eigentlich aus den klassischen Festplatten Wechsellauferken geworden ist ?
Ich möchte das für meinen SBS 2003 Server mit gegenwärtig noch 20 GB Sicherungsvolumen auf 2 SAS Laufwerken. Was ist denn zum Beispielvon dem Raidsonic Gehäuse MB-452UK-B zu halten in Kombination mit einer guten 3,5" Platte ?