Der Anwender als Beta-Tester

18:00 - 01/01/2000 von Patrick Schmid
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Einige Ereignisse in der letzten Zeit schmecken mir überhaupt nicht. Ich meine ein Übel, das uns Kunden immer häufiger betrifft: Wir werden von der Hard- und Softwareindustrie zu Beta-Testern abgekanzelt. Ist es Ihnen auch schon passiert, dass eine neue Software oder eine Hardware-Komponente erst nach einem oder zwei Updates vernünftig lief?

Ich denke da nur an die Versionen 4 und 5 des Internet Explorers. Es kommt ein Update nach dem anderen. Die meisten Updates betrafen sogenannte Sicherheitslücken. Doch auch andere Softwarepakete benötigen oft mehrere Updates, Patches oder Service Packs, bis alles mehr oder minder zufriedenstellend seinen Dienst verrichtet.

Ein weiteres Beispiel: Der 3D-Shooter Unreal ließ sich anfangs nur mit 3Dfx-Karten vernünftig spielen. Immer wieder erschienen Updates, die letztendlich einen passablen DirectX-Support mit sich brachten und so 3dfx-Konkurrenzprodukte lauffähig machten. Doch Vorsicht: Im Netzwerk muss bei allen Mitspielern die gleiche Softwareversion installiert sein, sonst kommt das Gemetzel nicht zustande.

Auch die Hardware bleibt nicht verschont

Bei den Komponenten kommt dieses Phänomen ebenso vor: Auf OpenGL-Treiber für die Matrox Millennium G200 musste man ewig warten. Das geschah aber so spät, als die Karte schon zum Altmetall gehörte. Die Zwischenlösung "MiniGL" (Windows 9x) konnte man nur für eine geringe Anzahl Spiele hernehmen. Unter NT 4.0 verspielte sich Matrox einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, denn ohne vollwertigen OpenGL-ICD konnte man die Karte nicht in einer professionellen Workstation einsetzen.

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