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Nun haben sich die Zeiten in den 17 Monaten seit der Veröffentlichung vom 430FX und 430TX Chipsatz geändert. 64 MB war eine gewöhnliche Größe für Motherboard-Systeme und wenn man benchmarken wollte, benutzte man einfach Winstone 97 anstelle von dem alten 16 bit Winstone 96. Es war nicht verkehrt einmal zu überprüfen, ob durch Intel’s Bus Master DMA Treiber eine Leistungssteigerung erreicht wurde im Vergleich zu Microsoft’s Treibern. Laufende benchmarks mit Winbench 97 oder Winstone 97 zeigten eine Leistungssteigerung von unglaublichen 13 % nur bei der Benutzung des Intel Bus Treibers unter bestimmten Bedingungen. Noch mehr Benchmarking führte zu noch weitaus lächerlicheren Ergebnissen. Testete man eine Seagate Cheetah SCSI Festplatte mit einem Adaptec 2940UW Controller unter Windows 95, zeigte sich, daß die weltweit schnellste Festplatte niedrigere Ergebnisse erzielte, als jede andere EIDE Festplatte, die den Intel Bus Master Treiber benutzte. Dieses letzte Ergebnis war für uns der entscheidende Punkt, die Echtheit der Benchmark Ergebnisse mit diesem merkwürdigen Treiber anzuzweifeln.
Weitere Untersuchungen ergaben, daß diese merkwürdig hohen Winstone Ergebnisse nur in Systemen auftraten, die mehr als 32 MB RAM hatten. Systeme mit 64 MB zeigten diese oben genannten Leistungssteigerungen um 13% in Winstone und aufsteigend bis 200 % in Winbench’s Diskmark durch den Intel Treiber über dem Microsoft Treiber, während die Ergebnisse in Systemen mit 32 MB RAM nahezu identisch waren. Tiefere Untersuchungen zu diesem Thema ergaben letztendlich die Erklärung für dieses merkwürdige Verhalten des Intel Bus Master DMA Treibers. Man könnte sagen, es ist eine bizarre Kombination aus Treiberoptimierung und einem Fehler in Windows 95. Während der Microsoft DMA Treiber in der Lage ist, Daten in Blöcken bis zu 64 kB Größe zu transportieren, teilt der Intel Treiber alle in kleine 4 kB Stücke. Unter normalen Bedingungen beeinflußt dies die Leistung des Intel Treibers, da mehrere kleine Zugriffe längere Zeit benötigen, als ein großer Zugriff auf die Festplatte. Wie auch immer diese kleine Übertragungsblöcke mit dem "Buffer all" Befehl kombiniert werden, speichert Windows 95 alle Übertragungen fälschlicherweise im Hauptspeicher, dies auch dann, wenn die "unbuffered" Fahne gehißt wurde um Windows 95 anzuweisen, die Daten nicht in den Zwischenspeicher zu transferieren. Im Falle von Windows 97, wurden alle Daten, die durch die Test-Software verarbeitetet werden sollten, bei der Test-Teilung auf der Festplatte unter Benutzung der "unbuffered flag" geöffnet, um zu verhindern, daß diese Daten in den Hauptspeicher-Festplatten-Zwischenspeicher von Windows 95 gelangt. Während der Intel Bus Master Treiber läuft, gelangt eine bestimmte Anzahl von geöffneten Daten in den Zwischenspeicher und wird von dort aus gelesen anstelle von der Festplatte aus, was fälschlicherweise die Winstone-Ergebnisse verbessert. Die Menge der Daten, die bis zum Gebrauch im Zwischenspeicher bleiben, ist offensichtlich abhängig von der Menge an für Windows 95 verfügbarem RAM.32 MB RAM reichen nicht aus, um genug Daten im Zwischenspeicher aufzubewahren, sodaß die Winstone 97 Ergebnisse erheblich verbessert werden könnten. Aber 64 MB sind genug, um große Datenmengen zwischen zu speichern. Das ist der Grund, warum diese verbesserten Ergebnisse nur in Systemen mit mehr als 32 MB Speicher zu sehen sind./erscheinen.
Beim Gebrauch von Motherboards ohne Intel Chipsatz kommen ähnliche Ergebnisse zum Vorschein. Dies scheint zu beweisen, daß VIA und SIS eigentlich keine Wahl haben. Wenn sie ihre Systeme konkurrenzfähig zu Intel Chipsätzen machen wollen, mußten sie ihre Winstone Ergebnisse ebenfalls fälschlicherweise verbessern mit ihrem DMA Bus Master Treiber. Wir fragen uns, ob dies alles ein tragischer Unfall ist oder ob Benchmarks wissentlich manipuliert wurden. Eines ist jedoch sicher, weder Intel noch Microsoft sind glücklich über diese Befunde. Intel, da man annehmen könnte, daß sie einen allgemein genutzten Benchmark manipulieren (und andere Benchmarks außer Winstone sind ebenso betroffen). Microsoft, weil sie gezwungen sind, zu erklären, warum ihr OS die "unbuffered" flag unter bestimmten Bedingungen nicht erkennt.ZD Labs haben reagiert und die kommende Winstone/Winbench 98 Suite wird von oben genanntem Mechanismus nicht mehr beeinträchtigt werden. Dies wird hoffentlich die Programmierer der Bus Master DMA Treiber zum Nachdenken anregen, so daß sie uns mit Software versorgen können, die tatsächlich die Systemleistung verbessert und nicht nur die Benchmark Ergebnisse.
