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Die DVB-Kartenhersteller haben es schwer, die Kabelversionen ihrer Modelle an den Mann zu bringen. Als Verkäufer hat man in der Tat wenige Argumente, den Vorteil einer digitalen Kabel-TV-Karte gegenüber einer analogen zu erklären. Dreh- und Angelpunkt ist das Angebot der Sender im Kabelnetz. Die Free-TV-Känale von ARD, ZDF und den Privaten liegen in analoger Form sowieso schon vor, für viele auch in ausreichender Qualität. Die digitalen Schmankerl wie ARD.Muxx oder ZDF.info, bei denen nur eine Zweitverwertung stattfindet, überzeugt wenige. MediaVision - das Pendant der Deutschen Telekom zu PremiereWorld - speist exotische Digitalprogramme ins Netz: ATV (türkisch), TV Polonia (polnisch), RTP (portugiesisch) oder NTV i (russisch) locken gerade einmal die ausländischen Mitbürger an, weniger die deutschen Zuschauer. Auch Hardcore-Porno darf es per Gesetz nicht im deutschen Kabel geben. Der Deutsche muss also immer noch brav in eine Videothek oder einen Sex-Shop gehen, um solche Filme zu besorgen. Deshalb sendet PremiereWorld nur die Softporn-Variante auf "Blue Movie" oder "Beate-Uhse-TV". Bei Satelliten wie Astra oder Hotbird, bei denen der Betreiber und die Programmanbieter außerhalb Deutschlands sitzen, stößt der deutsche Gesetzgeber auf seine Grenzen. Keinem darf verboten werden, auch ausländische Sender zu sehen. Wer eine Schüssel auf dem Dach hat, kommt also auch an die härteren Programme heran. Trotz der geringen Attraktivität gibt es einen kleinen Lichtblick, der viele Hersteller hoffen lässt: Kürzlich hat PremiereWorld angekündigt , ein Abo nicht mehr unbedingt an eine D-Box zu knüpfen. Stattdessen sollen bald die Smartcards mit einem Betacrypt-CAM ausgegeben werden. Momentan kann man nur als D-Box-Besitzer eine DVB-Kabelkarte optimal nutzen. Dazu zieht man die Smartcard aus der D-Box heraus und schiebt diese in den Kartenleser (CI plus Alphacrypt o.ä.) der DVB-Karte. Im Vergleich zur D-Box bietet eine kabeltaugliche DVB-Karte nur die Videorekorderfunktionalität (Aufzeichnung auf Festplatte) als Mehrwert an.
Lediglich die skrupellosen Schwarzseher wissen, dass diese DVB-Karten auch "selbstgebrannte" Smartcards lesen können. Hauptsache ist, dass Leerkarten wie Goldwaver, Jupiter oder Fun mit dem richtigen Code ausgestattet werden - zum Verdruss von PremiereWorld. Immerhin hat PremiereWorld den Kreis der gewissenlosen Schwarzseher unter Kontrolle: Durch eine Umstellung der Schlüsselsequenzen (wie letztlich am 27.10.2001 geschehen) ärgert der Programmanbieter häufig die Hacker - meist für die Zeit, bis neue Schlüssel wieder "ge-logged" werden. Schlimmer trifft es die Laien, die sich beim Brennen der Piratenkarten nicht selber helfen können. Diese sind auf die erfahrenen Kartengurus angewiesen. Letztere sind jedoch auch nicht immer bereit, ihren Bekannten- und Freundeskreis zu unterstützen. Wenn der heimische Fernseher wieder einmal den "Schwarzen Kanal" für den Schwarzseher bietet, rennen die "Karten-Alis" (so bezeichnet man die Unwissenden in Hackerkreisen) zu ihren Paten. Doch Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut und selbst ein Brennmeister muss damit haushalten.
