Grundlagen LCD-Monitore III: Die digitalen Anschlüsse PnD, DFP und DVI
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Wer macht das Rennen?
- 2 – Vor- und Nachteile der Schnittstellentypen
- 3 – Zur Geschichte - oder was von P&D noch übrig blieb...
- 4 – DFP - Digital Flat Panel Group
Eigentlich ist die Situation für TFTs mit analogem Standard-VGA-Stecker absurd. Auf der Grafikkarte wird ein digitales Signal in ein analoges umgesetzt, um kurz darauf im Bildschirm wieder in ein digitales zurückverwandelt zu werden. Verluste in der Bildqualität und unnötige Kosten sind durch diese doppelte Wandlung unumgänglich. Eine digitale Schnittstelle würde bei Flachbildschirmen eindeutig mehr Sinn machen. Was wir heute vorfinden ist eher ein Dilemma. Gleich mehrere Spezifikationen für digitale Schnittstellen buhlen um die Gunst der Käufer.
Wir möchten in diesem Artikel kurz auf die Evolutionsgeschichte digitaler Schnittstellen eingehen, um über die wichtigsten Schnittstellen zu informieren und Ihnen natürlich unseren Spitzenkandidaten nicht vorenthalten.
Analog oder digital - Die Thematik der Schnittstelle
Nach wie vor dominieren Flachbildschirme mit analoger VGA-Schnittstelle den Markt. Der Grund, warum sich die digitalen Schnittstellen immer noch nicht durchgesetzt haben, liegt im wesentlichen in der Verunsicherung der Käufer. Standards wie LVDS, TDMS, GVIF, P&D, DVI und DFP - um nur einige zu nennen - sind eindeutig zu viele. Eine ähnliche Situation kennen wir aus den 80er Jahren, als die Videostandards VHS, Beta und Video2000 gegeneinander antraten. Damals siegte das VHS-System, obwohl Beta technisch überlegen war.
Der Sieger für die ultimative digitale TFT-Schnittstelle scheint mittlerweile festzustehen, doch an dieser Stelle erst einmal ein paar Fakten:
Analoge Flachbildschirme haben lange Sinn gemacht, da keine Hardware zur Ansteuerung der digitalen Geräte verfügbar war. Auch das Fehlen geeigneter Standards und das Bestreben der Grafikkartenhersteller, möglichst Masse zu verkaufen, haben zur kurzfristigen Etablierung beigetragen. Analoge TFTs sind aus heutiger Sicht technisch völlig unverständlich, aber weiterhin erfolgreich. Der Grund hierfür liegt darin, das diese Geräte überwiegend im Projektgeschäft verkauft werden und oft Teil von großen Ausschreibungen sind. Die Käufer, meist Großunternehmen und Behörden, verfügen über eine bestehende Infrastruktur. Diese darf möglichst nicht verändert werden - aus welchen Gründen auch immer. Die meisten dieser Kunden wünschen, dass alte Arbeitsplatz-Monitore gegen neue Flachbildschirme getauscht und einfach an die analoge VGA-Buchse der existierenden Grafikkarte angeschlossen werden. Zukunftsweisend ist diese Denkweise nicht, denn eine nachträgliche Umstellung analog angesteuerter TFTs auf digital ist nicht mehr möglich.
Hinweisen möchten wir an dieser Stelle auf den Pixel-Jitter, der wohl zu den unangenehmsten Effekten analoger TFTs gehört. Dieser tritt dann auf, wenn Clock und Phase nicht 100prozentig auf das Analogsignal synchronisiert sind. Einzelne Pixel fangen dann zu "schwimmen" an, besonders bei Buchstaben und Linien wirkt dies störend. Bei digitalen TFTs entfällt der Einstellungszwang für Clock und Phase hingegen gänzlich. Besitzer solcher Flachbildschirme brauchen also nur noch Helligkeit und Kontrast auf ihre Bedürfnisse anpassen. Der ganze umständliche technische Schnickschnack entfällt und macht es für den Anwender bedeutend bedienerfreundlicher.
Heute befinden wir uns glücklicherweise an einem Wendepunkt. Die Standardisierungsfrage ist nahezu geklärt und die Grafikkarten mit entsprechenden digitalen Ausgängen sind auch verfügbar. Hier noch einmal die tabellarische Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
