DVI Compliance Tests sind in drei Bereiche unterteilt: Der Transmitter (meist eine Grafikkarte), das Kabel und der Receiver (Monitor). Zur Beurteilung werden so genannte Eye-Diagramme (Augendiagramme) erstellt, die das DVI-Signal grafisch darstellen. Dieses muss dabei innerhalb fest gelegter Grenzen sein. Liegen Signale außerhalb der Abgrenzungen, ist das Gerät nicht DVI compliant, auf deutsch: nicht DVI-konform.

Das Bild zeigt ein aktuelles Eye-Diagramm eines TMDS Transmitters (ATI X800) bei 162 MHz (UGXA) mit Milliarden von Datenbits.
Der Eye-Diagramm-Test ist der kritischste bei der Überprüfung der Signalqualität. Die Diagramme zeigen Signalschwankungen (Jitter), Amplitude und so genannte "Ringing Effects".
DVI Compliance Tests gibt es für:
Transmitter: Eye-Diagramm mit fest definierten Grenzen Kabel: Das Eye-Diagramm wird vor und nach Einspeisung in das Kabel miteinander verglichen. Auch hier gibt es fest definierte Grenzen, in denen das Signal liegen muss. Das "Auge" ist dabei aufgrund höherer Toleranz kleiner als beim Transmitter. Receiver: Das Test-"Auge", in dem keinerlei Signale liegen dürfen, ist erneut kleiner.
Das größte Problem bei serieller Hochgeschwindigkeitskommunikation sind Signalschwankungen. Die meisten erzeugt der Grafikchip über das Taktsignal durch so genanntes "Low Frequency Jitter" im Frequenzbereich von 100 kHz bis 10 MHz. Im Eye-Diagramm lassen sich Signalschwankungen an Takt, Daten, Daten-/Taktverhältnis, Amplitude und Überschwingungen als mögliche Quelle ablesen. Zudem variieren DVI-Messungen bei unterschiedlichen Frequenzen, die direkt berücksichtigt werden. Mit Hilfe dieser Tests lässt sich also auf einen Blick die Qualität eines DVI Geräts beurteilen.
Zur Messung werden mittels eines Oszilloskops 1 Millionen sich überlappende Datenpunkte erfasst. Diese reichen aus, um die Gesamtleistung eines DVI Links zu beurteilen, da sich das Signal über einen längeren Zeitraum nicht wesentlich verändert. Eine spezielle Software, die Silicon Image zusammen mit Tektronix entwickelt hat, stellt die erfassten Daten grafisch dar. Die Grenzen (blaue Bereiche), in denen laut DVI-Spezifikation keine Daten liegen dürfen, werden von der Software automatisch ergänzt. Liegen Datenpakete im blauen Bereich, ist der Test nicht bestanden und das Gerät ist nicht DVI-konform. Das Programm zeigt das sofort an.

Diese Grafikkarte besteht den Eye-Diagramm-Test nicht.

Die Testsoftware zeigt sofort, ob eine Karte den Test besteht, oder nicht.

Für Transmitter, Kabel und Receiver gibt es verschiedene Vorgaben, in denen das Datensignal liegen muss (verschiedene "Augen").
Doch um genau zu verstehen, wie DVI-Konformität festgestellt wird und worauf es ankommt, müssen wir nochmals etwas mehr ins Detail gehen.
