Da bei DVI die Übertragung digital erfolgt, stellt sich die Frage, wo Signalschwankungen, also Jitter, überhaupt entsteht. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Zunächst bei den Daten selber, also die parallelen 24-Bit-Daten, die der Grafikchip ausgibt. Diese werden mittels eines Auffangregisters im TMDS Transmitter jedoch sofort bei Bedarf korrigiert. Die einzige Störungsquelle ist Jitter, der von der vom Taktsignal kommt.

Das Datensignal ist zunächst frei jeglicher Störungen. Dafür sorgt ein integriertes Sammelregister (Latch). Das Hauptproblem ist also das Taktsignal, das über den Umweg der 10-fachen Multiplizierung durch das PLL den Datenstrom verfälscht.
Da die Daten mittels eines PLLs anhand des Taktsignals 10fach multipliziert werden, wirkt sich jegliche Störung auch direkt auf die Daten aus. Im Receiver kommen die Daten dadurch nicht mehr korrekt an.

Das obere Bild zeigt ein perfektes Taktsignal, darunter ein Signal mit zu früh einsetzender Flanke. Dies wirkt sich über den Umweg des PLLs auf die übertragenen Daten aus. Kurz gesagt: Jede Störung im Taktsignal sorgt für eine gestörte Datenübertragung.

Wenn der Empfänger diesen fehlerhaften Datenstrom mittels eines "perfekten" Taktsignals über das interne PLL abtastet, erwischt er die falschen Daten (gelbe Linie).

Nutzt der Receiver dagegen das fehlerhafte Taktsignal des Transmitters, kann er den fehlerhaften Datenstrom trotzdem auslesen (rote Linie).
Der DVI Standard bietet "Jitter Management". Darunter versteht man die Übertragung des Taktsignals des Transmitters direkt zum Receiver. Wenn beide mit demselben, fehlerhaften Takt arbeiten, ist ein korrektes Auslesen eines fehlerhaften Datenstroms möglich. DVI-konforme Geräte sind so in der Lage, mit großen Mengen an "Low Frequency Jitter" völlig problemlos zu arbeiten. Die Fehler im Taktsignal können schlicht ignoriert werden.
