
DVI funktioniert optimal, wenn sowohl der Transmitter als auch der Receiver mit demselben Taktsignal arbeiten und die Architektur beider Einheiten identisch ist. Das ist aber meist nicht der Fall. Deshalb kann es bei DVI trotz aller aufwändigen Maßnahmen wie Jitter Management zu Problemen kommen.

Das Bild zeigt den optimalen Ablauf der DVI-Übertragung. Das Vervielfachen des Taktsignals durch das PLL sorgt für eine Verzögerung. Dadurch sind der Datenstrom und das Taktsignal nicht mehr im Einklang. Da auch der Receivers eine Verzögerung besitzt, wird dies jedoch wieder ausgeglichen und die Daten werden korrekt verarbeitet.
In der DVI Spezifikation 1.0 ist die Verzögerungszeit des PLLs genau festgeschrieben. Taktsignale mit Verzögerungen werden als nicht zusammenhängend (non-coherent) bezeichnet. Hält sich ein DVI-Gerät nicht an diese Vorgabe, kommt es zu Problemen, da alle Komponenten eben darauf ausgelegt sind. Innerhalb der Industrie ist eine große Debatte über die Auslegung von DVI als "non-coherent" entbrannt. Einige Firmen fordern sogar eine Überarbeitung der Spezifikation.

In diesem Beispiel wird der Takt aus dem Grafikchip nicht direkt weitergeben, sondern der Takt des PLLs. Damit sind Takt und Daten im Einlang. Durch die Verzögerung des PLLs im Empfänger werden die Daten jedoch falsch weiterverarbeitet. Das Jitter Management von DVI kann so nicht mehr funktionieren.
Problembehaftet ist auch die Länge der Kabel zwischen Grafikkarte und Monitor. So ist die Verzögerungszeit direkt von der Länge des Kabels abhängig. Wird dabei eine bestimmte Grenze überschritten, kann ein korrektes Auslesen von Takt und Daten im Empfänger nicht mehr garantiert werden
Nach Angaben von Silicon Image liefern die meisten DVI-Kabel bei 2 Metern Länge ein gutes Signal. Bei 5 oder 10 Meter Länge zeigen sich aber große Qualitätsunterschiede.
Lesen Sie weiter im Artikel DVI: Konformitätstests an 6 Grafikkarten .
