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21 Millionen Kontodaten in Umlauf

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15:10 - 8. Dezember 2008 von Thomas Kretschmann

Nach Recherchen des Magazins Wirtschaftswoche sind die Kontodaten von rund 21 Millionen deutschen Bürgern in Umlauf. Drei von vier Haushalten müssen befürchten, dass unerlaubt Geld von ihren Konten abgebucht wird.

Deutschland hat einen neuen Datenskandal gehörigen Ausmaßes: Seit Donnerstag letzter Woche liegt der Staatsanwalt Düsseldorf eine CD mit 1,2 Millionen Bankkunden-Daten vor. Insgesamt sollen es 21 Millionen Datensätze sein. Dies berichtet die Wirtschaftswoche, der ein Teil der Datensammlung angeboten wurde.

Die CD — als »Testmuster« zur Prüfung der »Qualität« gedacht — soll nicht nur Kontonummern und sonstige Bankverbindungsdaten sondern auch dazu passende Angaben zu Personen wie beispielsweise Geburtsdaten enthalten. Ursprünglich sollen die Daten von kleinen Callcentern stammen. Diese legen derartige Datensätze über Kunden an, um bei wiederholten Bestellungen oder Anfragen schneller reagieren zu können. Auch der Einkauf bei Adresshändlern ist laut WiWo üblich, um den Datenbestand stetig aufzufüllen. Vermutet wird, dass sich Callcenter-Mitarbeiter mit dem Herausschmuggeln beispielsweise per USB-Stick und dem illegalen Weiterverkauf der Daten ein Zubrot verdienen. Abnehmer sind dubiose Hintermänner, die solche Datensammlungen aus verschiedensten Quellen zusammenstellen und wiederum zum Verkauf anbieten. Woher die Kontonummern stammen, wird sich nur schwer exakt rekonstruieren lassen.

Laut der Nachrichtenagentur AFP empfiehlt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar deutschen Bürgern, ihre Kontoauszüge zu prüfen. »Jeder muss befürchten, dass er betroffen ist. Es ist eine Art grauer Datenmarkt entstanden, dessen Konturen sich nicht mal ansatzweise abzeichnen«, so Schaar, der davon ausgeht, dass noch mehr der brisanten CDs in Umlauf sind.

Bild: Wirtschaftswoche

Quelle: Wirtschaftswoche

Kommentare zum Beitrag
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derGhostrider 08/12/2008 15:57
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-5+

Wenn jemand privat irgendeinen Software-Ramsch oder Musik kopiert, dann wird er bis zum letzten Pfennig - äh Cent - verklagt und öffentlich an den Pranger gestellt.

Hier werden millionen Bürger geschädigt und es heißt nur: "Oh schreck, was für ein Skandal."

Man könnte sich glatt fragen, ob irgendetwas in diesem Lande nicht mehr stimmt.
Achja: Diese ~20 millionen Bürger haben keine milliardenschwere Lobby und auch keine gekauften Politiker - achne, die nennt man heute ja "Lobbyisten" - die ihre Meinung mit Nachdruck vertreten.

Spiegelbild 08/12/2008 16:01
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derGhostrider 08/12/2008 16:16
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-10+

@Spiegelbild:

Einfaches Szenario: Du holst Dir einen Kontoauszug und siehst, daß alles OK ist. Einige Stunden später wird soviel von Deinem Konto abgebucht, daß es komplett leergeräumt ist. Auch ein eventuell vorhandener Dispo wird voll ausgenutzt.
Dann versucht Dein Energieversorger abzuziehen, Dein Vermieter, etc - geht aber alles nicht, da Dein Konto schon abgeräumt wurde.

Selbst wenn Du am nächsten Tag wieder einen Auszug holst und das ganze rückgängig machst, bekommst Du schon ärger mit Deinem Energieversorger, dem Telekom-Unternehmen etc. Eventuell melden die sich sogar nichtmal bei Dir (es steht ja auch nicht auf Deinem Kontoauszug "Überweisung konnte nicht ausgeführt werden,...") und somit merkst Du es erst dann, wenn Dir der Strom abgedreht wird oder die Mahnung ins Haus flattert.

Allein der VERSUCH jemand anderen um sein Geld zu prellen sollte hart geahndet werden.

Diesel_im_Blut 08/12/2008 17:56
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-0+

@derGhostrider

Da muss ich Dir absolut Recht geben, mit Deiner Aussage. Das illegale Downloaden ist auch nicht rechtens. Doch ich denke es ist einfacher ein paar kleine Bürger zu verknacken die ne Software oder ein paar Lieder für 100€ runter geladen haben, als solche, die die Bankdaten anderer Misbrauchen um sich mit dem erschlichenen Geld zu bereichern.

Wer weiß, dahinter setckt vielleicht auch noch mehr und kein Staat hat den Mut dagegen vorzugehen...

sancho pansa 08/12/2008 18:16
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-0+

Man kann sein Geld eigentlich nur beim Lastschrift innerhalb von 6 wochen zurück fordern. Bei anderen Zahlungsarten ist die Rückbuchung soweit ich weiß nicht garantiert. Klärt mich auf wenn es anderes ist.

auser 08/12/2008 18:20
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-2+

Spiegelbild :
Und jetzt? Was ist daran schlimm?Wenn mir jemand was zu unrecht abbucht, widerrufe ich das lässig innerhalb von 6 Wochen. Für Leute die weniger als einmal im Monat Online Banking machen oder auf ihren Kontoauszug gucken, selber Schuld.In diesem Sinne.


zu ghostriders kommentar hierzu möchte ich nur eins hinzufügen:
schuld ist immer noch derjenige der unerlaubt von dem konto abbucht und NICHT der, der selten sein konto kontrolliert. es ist nicht mal fahrlässig!!!

genau diese haltung macht es betroffen oft mehr als nur schwer ihr recht, ihr geld wieder zu bekommen.

Anonymer Nutzer 08/12/2008 18:20
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--1+

Ähmm, mal ganz grundsätzlich...sind die Banken in .de aus der Steinzeit oder wie? Ansonsten ist mir jetzt nicht ganz klar was die Panikmache mit unrechtmässigen Abbuchungen soll. Auch deutsche Banken werden doch hoffentlich TAN´s (oder ähnliches) für Kontobewegungen nutzen! Inwiefern kann also bitte jemand mit den Kontodaten ein Bankkonto leerräumen?! Dafür braucht er immer noch TANs, und die liegen sicher nicht in einem Callcenter, Adresshändler, Telekom oder sonstwo, sondern zu Hause beim Kunden!

chill out 08/12/2008 18:33
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-1+

@KlausiMaus: Das ist ganz einfach. Wenn ich Deine Bankverbindung kenne, kann ich einfach eine Lastschrift auf den Weg bringen. Deine Bank prüft diese Abbuchung nicht, wie könnte sie auch. Du hast das Recht, diese Lastschrift innerhalb von 6 Wochen wegen Widerspruch zurückbuchen zu lassen. Danach bleibt Dir nur der rechtliche Weg.

@ghostrider: Dein Szenario trifft so nicht zu. Denn der Betrüger hat ja keine Ahnung, wieviel Geld auf Deinem Konto zur Abbuchung bereit steht. Je größer der Betrag, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die Lastschrift überhaupt eingelöst wird. Je größer die Anzahl der Lastschrift-Retouren, desto größer die Wahrscheinlichkeit früher aufzufallen, als es dem Betrüger lieb ist.
Wenn hingegen nur kleine Beträge mit unverfänglichem Verwendungszweck wie "Beitrag", "Los Nr." etc. abgebucht werden, ist die Quote der Rückläufer mangels Deckung klein. Dazu fällt diese Buchung den meisten Kontoinhabern mangels sorgfältiger Prüfung überhaupt nicht auf. Damit gibt es auch kein Widerspruch und der Betrüger ist glücklich.

derGhostrider 08/12/2008 18:54
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-0+

@chillout:
Es soll mehrere Maschen geben: Einmal möglichst viele kleine Abbuchungen (z.T. mit Verwendungszwecken, die einige Leute dazu bringen nichtmal zu Ihrer Bank zu gehen und sich zu beschweren), oder auch die Hau-Ruck-Methode.

Asmodis 08/12/2008 18:58
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-0+

sancho pansa :
Man kann sein Geld eigentlich nur beim Lastschrift innerhalb von 6 wochen zurück fordern. Bei anderen Zahlungsarten ist die Rückbuchung soweit ich weiß nicht garantiert. Klärt mich auf wenn es anderes ist.



wenn ein fremder in Besitz deiner Kontakt- und Kontodaten ist, bleibt ihm aber nichts als die Lastschrift alle anderen Zahlungsarten gehen von dir aus und da können sie ohne deine Karte und deinen Pin nicht viel machen. Scheck wäre noch eine Möglichkeit aber wie es da mit Rückschrift aussieht kann ich leider nicht sagen.

thorben 08/12/2008 19:12
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-0+

Zitat :Man könnte sich glatt fragen, ob irgendetwas in diesem Lande nicht mehr stimmt.
Achja: Diese ~20 millionen Bürger haben keine milliardenschwere Lobby und auch keine gekauften Politiker - achne, die nennt man heute ja "Lobbyisten" - die ihre Meinung mit Nachdruck vertreten.

Da muss ich dir leider zustimmen. Ein großer Telekommunikations buchte trotz widerrufener Einzugsermächtigung Geld ab. Das ganze kam zur Anzeige, da es noch weiteren Ärger diesbezüglich gab. Ergebnis: Verfahren nach kurzer Zeit eingestellt. Grund: geringe Schwere der Tat. Erst auf Nachdruck des Anwaltes der sich mittlerweile mit dem anhängenden Fall beschäftigte wurde das Verfahren erneut aufgenommen.

WIESO zum Teufel fühl mich mich da komplett verschaukelt??!!??!! Wenn unsereins sowas machen würde...

mnyut 08/12/2008 19:26
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-0+

Also im Radio habe sie heute gesagt, dass das mit den 6 Woche so nicht richtig ist. Man kann wohl auch deutlich später als 6 Wochen kommen. Es ist wohl aber so, dass die Bank dann aber nicht mehr so einfach an ihr Geld kommt, was aber nicht das große Problem ist, vor allem wenn die einfach abbuchen ohne die Erlaubnis zu kontrollieren.

Weis jemand wie das beim Rückbuchen mit der Wertstellung (Valuta) ist? Wenn man das nach mehreren Wochen zurück buchen lässt... zu welchem Datum wird das dann wirksam?

Weis da jemand mehr?

chill out 08/12/2008 19:43
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-0+

Naja, auch im Radio wird viel Mist erzählt. Nach den 6 Wochen würde ich das als Einzelfallentscheidung ansehen. Z.B. wäre zu berücksichtigen, ob zwischen Abbuchung und gewünschter Rückgabe ein Rechnungsabschluss liegt. Da sehen die AGB nämlich vor, dass der Kunde quasi stillschweigend allen Buchungen zustimmt, wenn er nicht innerhalb der gegebenen Frist widerspricht.

Aber bitte nicht vergessen: Bei "Lastschriften mit Einzugsermächtigung" (im Gegensatz zu "Lastschriften mit Abbuchungsauftrag") kann die Bank überhaupt keine Erlaubnis (=Einzugsermächtigung) überprüfen, weil diese der Bank überhaupt nicht vorgelegt wird. Sicher kann man das als Systemfehler ansehen, weil es den Missbrauch durchaus ermöglicht. Aber immerhin profitieren genau von dieser Möglichkeit nahezu alle Kunden, die Strom, Gas, Wasser, Telefon und Versicherungen auf diese Weise von ihrem Konto abbuchen lassen. Und darauf will wohl niemand mehr verzichten wollen, oder?

In meinen Augen sind viele Menschen zu blauäugig bei der Kontrolle ihrer Kontoauszüge. Wenn ich mein Portemonnaie in der Kneipe offen liegen gelassen habe, schaue ich hinterher auch nach, ob noch alles da ist. Und genauso sollte man mit seinen Kontoauszügen umgehen. Dann kann auch nichts passieren.

mnyut 08/12/2008 21:13
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-0+

Zitat :Aber bitte nicht vergessen: Bei "Lastschriften mit Einzugsermächtigung" [...] kann die Bank überhaupt keine Erlaubnis [...] überprüfen, weil diese der Bank überhaupt nicht vorgelegt wird.

Ja, aber war da nicht was, dass der Einziehende unterschreibt, dass er eine Erlaubnis vorliegen haben muss? -> Risiko liegt bei der (hier eventuell sogar fremden) Bank und nicht bei mir.
Ich wurde sogar eine mal von meiner Bank angerufen, als ein Lieferant einen größeren Betrag einziehen wollte, ob das OK geht. Bei der 5€ Betrugsmasche gehen die natürlich lieber das Risiko ein bzw. kontrollieren lieber selbst alle Konten auf eben genau diese 5€.

Zitat :Und darauf will wohl niemand mehr verzichten wollen, oder?

Sicher nicht :-)

Zitat :In meinen Augen sind viele Menschen zu blauäugig bei der Kontrolle ihrer Kontoauszüge.

Kann ich nur voll zustimmen. Finde das auch immer total lächerlich, wenn mal wieder so ein Fall passiert ist und die Moderatorn der einschlägigen Magazine jammern dann im Fazit rum, dass man seine Kontoauszüge regelmäßig kontrollieren muss. Unglaublich.

klopod 08/12/2008 21:21
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-0+

Ganz ehrlich. Hätte ich die 21 Million Kontodaten, dann würd ich mir von jedem Konto 1 € borgen und schon hat man 21 Millionen €... ich meine wem juckt das wirklich wenn mal 1 € aufm Konto fehlt? Oder nur ein paar Cent? Da guckt doch keiner mehr wirklich hin...

chill out 09/12/2008 06:06
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-0+

mnyut schrieb :

Ja, aber war da nicht was, dass der Einziehende unterschreibt, dass er eine Erlaubnis vorliegen haben muss? -> Risiko liegt bei der (hier eventuell sogar fremden) Bank und nicht bei mir.
Ich wurde sogar eine mal von meiner Bank angerufen, als ein Lieferant einen größeren Betrag einziehen wollte, ob das OK geht. Bei der 5€ Betrugsmasche gehen die natürlich lieber das Risiko ein bzw. kontrollieren lieber selbst alle Konten auf eben genau diese 5€.


Ja, so eine Erklärung unterschreibt der Einziehende. Aber das ist ja nur eine Selbstverpflichtung, kontrollieren will und kann man das nicht. Insofern liegt das Risiko nur dadurch teilweise bei der fremden Bank, wenn sie zulässt, dass der Betrüger tausende Lastschriften einzieht, die Kohle verfügt und abhaut, und dann die Lastschriften retourniert werden. Dafür werden dann üblicherweise Einreicherlimite vereinbart.
Solche Anrufe kommen bei Firmenkunden sicherlich vor, weil da oft Abbuchungsaufträge üblicher sind, es um höhere Summen geht oder aber auch die Betreuung enger ist. Aber die zahlen ja auch für das Konto, nicht so wie der Trend zum kostenlosen Girokonto. Denn auch das muss doch mal gesagt werden, Leistung für kostenlos geht irgendwie nicht so zusammen. ;)

mnyut 09/12/2008 09:00
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-0+

chill out :
Solche Anrufe kommen bei Firmenkunden sicherlich vor


Damals als Privatkunde aber ~2500Euro.

chill out :
, weil da oft Abbuchungsaufträge üblicher sind


Zumindest für kleine Firmen kann ich das jetzt so nicht bestätigen. Da kenne ich hauptsächlich Lastschriften mit Einzugsermächtigung wobei ich Abbuchungsaufträge natürlich nicht ausschließen will.

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