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OpenGL-Turbolader: Die Diamond Fire GL2

18:00 - Mittwoch, 6. Dezember 2000 von Uwe Scheffel
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1 - Einleitung

Die neue Workstation-Karte mit 64 MByte Videospeicher heizt dem Quadro2 Pro von NVIDIA gehörig ein. Wir lassen beide Grafikboards auf Testsystemen mit Athlon, Pentium III und Pentium 4 gegeneinander antreten.
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Fast 1 1/2 Jahre hat es gedauert, bis aus der Starnberger Grafikschmiede der Ablöser für die Fire GL1 marktreif wurde. Mit der Fire GL2 geht nun ein neues Flaggschiff für den OpenGL-Workstation-Bereich an den Start. Dieses Segment wird von anderen Gesetzen beherrscht als der 3D-Spielemarkt. Hier kommt es weniger auf Texturenfüllraten an, sondern eher auf Polygonraten. Konstrukteure und Designer stellen darüber hinaus hohe Ansprüche an den Support des Grafikkarten- bzw. Workstation-Anbieters. Die Grafikkarte und deren Treiber muss auf eine Vielzahl von professionellen Anwendungen abgestimmt sein. Den Support lassen sich die Hersteller auch viel kosten. So verlangt Diamond für die Fire GL2 circa 1200 Dollar (etwa 2600 DM). Für einen 3D-Gamer sind solche Preise fast schon schwindelerregend. Im Profi-Bereich sind die Anschaffungskosten jedoch von geringerer Bedeutung, denn man erwartet eine hohe Performance und Zuverlässigkeit für sein Geld. Time is Money ist die Prämisse in der Industrie.

Ausgestattet ist die Fire GL2 mit dem RC1000-Rasterizer und der Geometry Engine GT1000. Damit will man NVIDIAs Gegenstück, dem Quadro2 Pro das Fürchten lehren. Der Quadro2 Pro wird momentan ausschließlich auf der Gloria III eingesetzt. Diese Karte kostet ebenfalls 1200 Dollar im Retailmarkt.

Die Entwickler-Teams von NVIDIA und Diamond kommen aus zwei unterschiedlichen Lagern. NVIDIA, ungeschlagener Anführer von Grafikchips für den 3D-Spielemarkt, will sich mit einer neuen Chipvariante im OpenGL-Workstation-Bereich ausbreiten. Der als Quadro2 Pro getaufte Grafikchip basiert im wesentlichen auf dem GeForce2 GTS, wird jedoch mit höheren Taktraten betrieben und besitzt einen leicht erweiterten Funktionsumfang als der Spielechip. Die Starnberger Designer bringen seit jeher Erfahrungen im OpenGL-Workstation-Markt mit. Es scheint, dass Diamond seine Produktvorstellungen etwas gemütlicher angeht. Im wesentlichen basiert die Grafikkarte auf einer Kooperation mit IBM. Letzterer ist Zulieferer der Grafikchips. Leider ergaben sich bei IBM Verzögerungen bei der Produktion der Chips, was die Markteinführung der GL2 nach hinten verschob. Zudem könnte auch mit einem Eigentümerwechsel bei Diamond zusammenhängen. Diamond wurde letztes Jahr vom Grafikchip-Hersteller S3 gekauft. Danach verscherbelte S3 seine Mainstream-Grafiksparte an VIA Technologies und richtete reinen Firmenpolitik neu auf Multimedia-Produkte aus. Vor kurzem kam noch die Namensänderung von S3 nach Sonicblue. Die Professional Graphics Division blieb trotz der Querelen autonom und durfte auch ihren Markennamen "Diamond" für die Vermarktung behalten.

Doch auch bei NVIDIA ist die Rechtslage für den Kunden nicht ganz eindeutig, wenn es um Lösungen für den Professional-Workstation-Markt geht. So hat sich der bisherige Exklusivpartner ELSA dafür entschieden, die Ressourcen seines Grafikentwickler-Teams mit NVIDIA zusammenzulegen. In der Praxis bedeutet dies, dass ELSA Grafikboards nicht mehr selber entwickelt, sondern die Referenzdesigns von NVIDIA übernommen werden. Auch die Treiberprogrammierer arbeiten nun im Workstation-Bereich zusammen. Die im Retailmarkt erhältliche ELSA Gloria III ist deshalb nichts anderes, als die Quadro2-Pro-Referenzkarte von NVIDIA.

In diesem Test interessieren uns weniger die juristischen Zusammenhänge der oben genannten Firmen, sondern nur die jetzt erhältlichen Produkte. Wir lassen deshalb die Fire GL2 gegen das Quadro2-Pro-Referenzboard von NVIDIA antreten. Da wir bereits über den GeForce2-Abkömmling Quadro2 Pro einige Testergebnisse veröffentlicht haben, konzentrieren wir uns bei den Features lediglich auf die Diamond Fire GL2.


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