Kritik am EU-Verfahren gegen Intel
Nächste NewsNach der Rekordstrafe gegen Intel muss die EU-Kommission Kritik einstecken: Laut einem Ombudsmann hat die Kommission im Verfahren Intel zugute kommende Aussagen nicht korrekt dokumentiert.

Mit 1,06 Milliarden Euro hat die EU-Kommission den Chiphersteller Intel im Mai zu der bislang höchsten Strafzahlung verdonnert, die die Brüsseler Kartellwächter je ausgesprochen haben (siehe »Milliardenstrafe für Intel«). Intel fühlt sich zu Unrecht bestraft und geht in Berufung: »Wir hatten immer den Eindruck, die Kommission interpretiert von uns vorgelegte Beweise falsch oder ignoriert sie«, hat Intel-Sprecher Robert Manetta erklärt (siehe »Milliardenstrafe: Intel legt Berufung ein«).
Dass die EU-Kommission tatsächlich Beweise für Intel nicht angemessen gewürdigt hat – wenn es vermutlich auch nicht die sind, die der Chipgigant gern stärker ins Rampenlicht gerückt hätte –, dieser Meinung ist der unabhängige EU-Ombudsmann Nikiforos Diamandouros. Er soll einen Bericht angefertigt haben, in dem er die Vorgehensweise der EU-Kommission gegen Intel rügt. Das Papier ist noch nicht öffentlich, das Wall Street Journal will jedoch bereits einen Einblick gehabt haben.
Hauptaussage des Berichts: Die EU-Kommission soll in dem Fall die Angaben eines Dell-Mitarbeiters zu Gunsten von Intel nicht ausreichend dokumentiert haben. Dabei ging es um den Kern der Anklage, nämlich den Grund, weshalb viele PC-Hersteller und -Händler keine AMD-Systeme und -Komponenten verkaufen, sondern nur Intel-Produkte (siehe »Vertrag zwischen Intel und Media Markt«): Weil sie sich an Intel durch geheime Rabatt-Aktionen gebunden haben? Oder deshalb weil, so die Aussage des Dell-Mitarbeiters laut WSJ, die »Performance« der AMD-CPUs »nicht ausreichend« war?
Falls dies so gewesen sein soll, hätte die EU-Kommission nicht pauschal geheime Absprachen ins Feld führen können, um Intel zu verurteilen. Allerdings gehen Branchenbeobachter davon aus, dass Diamandouros’ Bericht im Nachhinein kaum etwas an der Brüsseler Entscheidung und somit auch an der Höhe der Strafzahlung ändern wird. Unbekannt ist bislang, welchem Zeitraum die Dell-Aussage zuzuordnen ist: Mal waren in den letzten Jahren Intel-Chips schneller, mal zeigten AMD-CPUs die bessere Performance, je nachdem welche Prozessorgeneration welcher Hersteller gerade frisch auf den Markt gebracht hat. Mit Ruhm bekleckert sich die EU-Kommission allerdings nicht gerade, sollten derartige Aussagen unterschlagen worden sein.
Quelle: Wall Street Journal
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Hätte Intel Fabs in Deutschland wäre es nicht so weit gekommen...
Die wohl wichtigste (und beinahe allgemeingültige) Aussage...
@zeromaster erst denken , dann darüber nochmal nachdenken und dann besser nichts schreiben
Zunächst ist das ganze noch Spekulation; wie hat er es gesagt und hat er es wirklich gesagt, Und sind seine Vorbringungen erheblich für die Urteilsfindung. Denn nicht jede nichtberücksichtigung ist automatisch ein Grund das Urteil in Frage zu stellen.
Darüber hinaus glaubt doch nicht ernsthaft hier jemand das Intel nicht des Unlauteren Wettbwerbs schuldig ist, oder.
Ausserdem habe ich irgendwie das Gefühl das der werte Herr nicht ganz zuständig ist.
mfg
@ chill out dein Zitat ist nett, allerdings ist gerade die Einschränkung nach dem Komma entscheidend. Wo drückt sonst der Schuh? Die Eu hat mehr Einwohner als nur Deutschland, schon in unserem Land kannman nicht bei jedem Kompromiss in Partylaune verfallen. Das auf EU Ebene noch häufiger Kompromisse gefunden werden müssen die nicht alle zufrieden stellen ist doch nur klar.
übrigens: im Jahr 2005 wurde Intel von der japanischen Wettbewerbsbehörde FTC für schuldig befunden, seine Monopolstellung missbraucht zu haben. Im Juni 2008 wurde in Südkorea eine Strafe von 21 Millionen Dollar, mit der gleichen Begründung, verhängt. Und warum lag die EU mit dem gleichen Urteil daneben?
Weil ein Dell Mitarbeiter Intel die treue gehalten hat? Schutzbehauptung
mfg
@fbx: Nö, ich will das Zitat ja gerade ohne Einschränkung stehen lassen. Solange, bis mir einer ein Beispiel nennt, bei der sich diese oder eine andere EU-Kommission mit Ruhm bekleckert hat...
Also ich könnte auch behaupten, dass die Intelprozis eine bessere Performance bieten bzw. bieteten. Ist die Frage wer es glaubt? In Zeiten von Pentium 4 (um diesen Zeitraum ging es bei der Klage hauptsächlich) waren diese besser als Heizung zu gebrauchen statt als Prozessor. Sollen sie doch den unzähligen, unabhängigen Benchmarks aus dem Zeitraum glauben und nicht auf einen Dell-Mitarbeiter hören. Die hatten die Finger ja auch in dem Schlamassel. Wollte damals einen Rechner mit AMD-CPU bei Saturn kaufen. Sie hatten keinen einzigen im Angebot, komisch!?!
Laut Nachforschungen der Financial Times Deutschland hat sich die Media-Saturn-Holding bereits im Jahr 1999 gegenüber Intel verpflichtet, ausschließlich PCs mit Intel-Prozessoren zu vertreiben. Dafür erhielt die Holding alleine 2007 von Intel 85 Millionen € an Einkaufsrabatten und Werbekostenzuschüssen. Die europäischen Kartellbehörden ermitteln wegen Wettbewerbsverzerrung. Intel wurde wegen dieser und anderer wettbewerbsrechtlicher Verstöße von der europäische Wettbewerbskommission im Mai 2009 zu einer Geldstrafe von 1,06 Milliarden Euro verurteilt.
@chill out: Glühbirnenverbot! (auch Australien hat das schon, und die haben ein Umweltbewusstsein wie Steine) der Euro (€) pdefekt zum Reisen und für die deutsche Wirtschaft; Schengener Abkommen; Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist jetzt nicht alles EU Kommission gehört für mich aber alles in den Topf europäische Einigung
mfg
Was für zugute kommende Aussagen?
Hat sich AMD für die Auschlussverträge zwischen Intel und Vertriebspartnern wohl bedankt?
Intel hat mit niederträchtigsten Mitteln Konkurrenten den Zugang zum Markt erschwert und manchmal komplett verhindert.
Was soll da zugute kommen? NICHTS!
Wenn man sich die Rabattgewährung der Firma Intel im Bereich der CPU Atom und des Chipsets GMA950 ansieht muss man meinen im falschen Film zu sein. Während man Microsoft immer wieder vorwarf seinen Browser (den Microsoft ja kostenlos zum BS dazugab) in unzulässiger Weise dem Kunden aufzuzwingen redet kaum einer davon das Intel seinen Atom ohne Chipsatz für 45 US-Dollar verkauft während er mit Chipsatz (GMA950) für diesen nur 25 US-Dollar verlangt. In der Folge muss ein Netbook-Hersteller, der den erheblich leistungsfähigeren Nvidia-Ion als Chipsatz verbauen will für den Prozessor 20 Euro mehr bezahlen und auch noch die Kosten für das zusätzliche Chipset aufwenden. Dies führt schon in der Herstellung zu Mehraufwendungen von etwa 80 US-Dollar. Zusätzlich laufen Hersteller, die sich nicht an die Vorgaben Intels halten, Gefahr ihre Rabatte beim Chipgiganten zu verlieren (Samsung, Lenovo). Hier wäre noch etwas ganz anderes fällig!