Energiesparfunktionen drosseln den Datendurchsatz

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00:00 - 08/04/2009 von Patrick Schmid, Achim Roos

Wir haben ein X25-E SSD von Intel für unsere Tests verwendet, da es sich hierbei um das derzeit schnellste erhältliche SATA-Laufwerk handelt.

Der Performance-Unterschied zwischen altem und neuem Speichertestsystem (siehe Grafiken unten) war nicht besonders groß. Allerdings war uns klar, dass das Intel X25-E Flash-SSD ganze 15% besser sein kann und dass der ICH10R bedeutend schneller ist als unser alter Promise SATA 300TX4; also mussten wir das Problem genauer unter die Lupe nehmen. Im Internet waren wir auf Berichte hinsichtlich diverser Probleme mit X58 und ICH10R wie beispielsweise diesen Thread auf Xtreme Systems gestoßen. Seinen Anfang nimmt die Angelegenheit mit Durchsatz-Problemen eines Acard ANS-9010 RAM-Laufwerks auf einem Asus P6T X58-Motherboard. Das Acard-Gerät ist schneller als das von uns verwendete Intel-Laufwerk, da es auf schnelleren SDRAM-Speicher basiert. Während wir außer dem Intel X25-E SSD keine anderen SATA-Laufwerke benutzt haben, ermutigen wir jeden Anwender, der auf ungewöhnlichen SATA-Durchsatz stößt, es nochmals mit ausgeschalteten Energiesparfunktionen zu versuchen. Wir sind uns sicher, dass es sich dabei nicht um ein Problem von Asus oder Intel handelt, sondern schlichtweg um Performance-Flaschenhälse, die durch die Bemühungen Strom zu sparen verursacht werden.

Probleme mit Wear Leveling und Write Amplification Algorithmen?

Zudem hatten wir zunächst vermutet, dass es Probleme mit den Wear Leveling Algorithmen geben bzw. sich um andere Schwierigkeiten handeln könnte, die aus der Natur flash-basierter Speichergeräte heraus entstehen. Wear Leveling garantiert die gleichmäßige Nutzung aller Flash-Zellen, um so eine möglichst hohe Lebensspanne zu ermöglichen, schließlich überdauern Flash-Speicherzellen nur eine eingeschränkte Zahl an Schreibzyklen. Andere Probleme ergeben sich durch die sogenannte Write Amplification, die grundlegend zu großer Aktivität beim Schreiben durch Block-Overhead führt. Dieser Effekt entsteht, da Flash-Speicher in Blöcken geschrieben werden muss, was bedeutet, dass sogar eine kleine Datenmenge den Schreibvorgang für einen gesamten Block auslöst. Und dies beinhaltet stets einen vollen Zyklus bestehend aus Lesen, Löschen und Beschreiben.

Wenn man nun berücksichtigt, dass Intel SSDs auf zehn individuellen Flash-Speicherkanälen basieren und die physische Datenablage auf der SSD rein gar nichts mit dem Dateisystem zu tun hat, das dem Betriebssystem vorliegt, so wird die ganze Angelegenheit sogar noch komplexer. Der sequenzielle Durchsatz bei einer Flash-SSD ist eben nicht wirklich sequenziell und die Fragmentierung – auf der Dateisystem-Ebene keine Thema – spielt auf der physischen Ebene sehr wohl eine Rolle. Infolgedessen kommt es zu bekannten Problemen, wenn von I/O-intensiven auf sequenzielle Vorgänge gewechselt wird, da sich Controller zwecks Wear Leveling und Write Amplification an die Art der Arbeitslast anpassen und so die Performance maximieren wollen. In letzter Instanz und hohem Datenaufkommen kann das auch schiefgehen.

Das war bei unserer Performance-Analyse allerdings nicht das Problem. Wir haben wiederholt das Treiberlösch-Programm Secure Erase von CMRR ausgeführt und das X25-E SSD von Intel so zurückgesetzt, um einen möglichst hohen Durchsatz zu erreichen und bestehenden Datenmüll zu entfernen. Sollten Sie bei ihrer SSD Probleme mit der Performance haben, ist diese Vorgehensweise durchaus einen Versuch wert. Allerdings mussten wir die Software-Version 3.3 benutzen, die mit dem X25-E und dem X25-M funktionierte, während wir auf der CMRR Webseite lediglich Version 4.0 gefunden haben.

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Kommentare zum Beitrag
nightvison 08/04/2009 04:23
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Diesen Müll mit den Energiesparfunktionen hab ich selbst erlebt, wenn ich die Sparfunktion für die Northbrige an meinem P45 Platinum aktiviere, ist der 6. Sata Port tot^^ dauert lange um drauf zu kommen ;)

pzero 08/04/2009 10:22
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Welche Plattform war das? Das wäre auch eine Analyse wert: Was schalten die Hersteller alles ab?

Gruß
Patrick Schmid

Anonymer Nutzer 08/04/2009 12:00
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Interessant wäre mal ein plattformübergreifender Vergleich. Also Nehalem vs. Core2 vs. Phenom II. Evtl. ergeben sich die Probleme ja nur bei der Verwendung der Core i7 Systeme, da diese ja auch neue Energiesparmechanismen einführen.

Skulldice 08/04/2009 13:36
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Mich würde noch interessieren, dass wurde mir nun nicht ganz klar, ob auch RAID Controller betroffen sind, und ob dann die Performance, egal ob Raid auf dem Mainboard oder dem extra Controller, wenn dort Platten, mit mehr als 200 MB Laufen, ob dann die Performance zurückgehalten wird? Oder betrifft das dennoch nur SSDs?
LG Skull

derGhostrider 08/04/2009 15:26
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Lob: Der Artikel ist hervorragend zu lesen!
Gut formuliert, flüssig, guter Stil.

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Das Gigagabyte Board sieht gegenüber dem Supermicro irgendwie aus wie "Kindergeburtstag".
Erst gestern habe ich genau das Supermicro-Board jemandem empfohlen, allerdings konnte ich auf Anhieb weder einen Preis noch einen Händler finden.

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Auf Seite Nr. 6 ist allerdings ein amüsanter Tippfehler:

Zitat :Eine schnelle SSD benötigt zwecks Entfaltung seines ganzen Performance-Potentials einen verfürbaren Prozessor.

Gemeint war wohl nicht verführbar, sondern "verfügbar". ;)
Irgendwo weiter vorne war auch ein Tippfehler, aber das passiert nunmal...

fruechtetee 08/04/2009 21:59
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@Skulldice: Zusätzliche RAID Kontroller werden wohl eher nicht gebremst - nur die RAID Controller im Chipsatz!
Aber ein Test wäre es Wert!

Ansonsten: Ausser autoUnderClock/Volting namens Cool n Quiet bei meinem P2 940BE ist nichts aus!
Und meine VelociRaptor hat dick saft:

http://www.computerbase.de/forum/s [...] p?t=544369

derGhostrider 08/04/2009 22:10
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@fruechtetee:
Eine Velociraptor liegt WEIT unterhalb dessen, was eine Intel SSD mit SLC schafft.
Damit kannst Du das nicht vergleichen. Wie es auch im Artikel steht: Mit Festplatten merkt man das nichteinmal.

Das ist auch nicht verwunderlich: Eine SSD hat Zugriffszeiten von

Skulldice 09/04/2009 02:46
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Habe mir schon überlegt, eine SSD mit 60 GB zu kaufen (die Vertex von OCZ) ... nur für Vista und Programme. Spiele und Co komplett auf HDDs...
Habe mir erst die Tage 4x 1TB 7200.12er geholt und darauf Multimedia Daten (RAID 5 auf nem Promise TX 4650) und ein Onboard Raid mit dem Intel Matrix Storage Raid 0 3x Samsung 640 GB, da sind System und Spiele drauf ... mal gucken, aber 170 für ne 60 GB SSD ist schon krass
Ich glaube, da nutze ich lieber mehr Speicher als Speed... :D
LG

derGhostrider 09/04/2009 03:28
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@Skulldice:
Ich hoffe, daß Du Dir etwas gutes für die Sicherung ausgedacht hast, sonst betreibst Du da ein großes Datengrab, sonst aber nichts...

goku 09/04/2009 19:24
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@ derGhostrider:
Warum? Er hat doch ein Raid 5 für die Multimedia Daten.

derGhostrider 09/04/2009 19:29
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@goku:
RAID hat NICHTS mit Backup zu tun. Außerdem benutzt er einen Promise-Controller. Da ist er Schritt zu einem Soft-RAID (auch HOST-Raid genannt) nicht weit und diese haben oftmals massive Probleme mit Desktopplatten im RAID-5: Massive Rebuild-Zeiten (Bis hin zu mehreren Tagen!), miserable Datenraten während des Rebuils, häufiges Degraden des RAIDs durch Timeouts, etc.

Und bei dem 3-PLatten RAID-0 ist es ja nur eine Frage der Zeit bis zum kompletten Datenverlust. 3x 640GB Daten sind ja auch nicht gerade wenig und müssen ebenfalls gesichert werden.

goku 10/04/2009 17:53
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Ok, Raid ist nicht wirklich Backup, hilft halt nur wenn eine Festplatte ausfällt, da geb ich dir recht. Habe auch ein Raid 5 System und sichere alles in regelmässigen Abständen auf einer externen HDD.

bektas 11/04/2009 15:41
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wo kann ich H2benchw 3.6 downloaden, mit google und auf CT finde ich nur die version 3.12. danke

kowa 04/05/2009 11:05
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So wie es klingt, beeinflussen die neuen Optionen den PCI-Bus im allgemeinen. Somit wären auch separate RAID-Kontroller, aber auch Grafikkarten betroffen.

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