ATi zeigt, dass die FireGLs V7350 und V7300 dem Platzhirsch NVIDIA Quadro FX 4500 Paroli bieten könnten. Jedoch lässt sich das Potenzial lediglich in den synthetischen Benchmarks von Viewperf 8.1 nachweisen. In den Tests mit den Real-World-Applikationen 3D Studio Max, Maya und Solidworks hat aber nach wie vor NVIDIA die Nase vorn. Die Entwickler von ATi haben also noch einige Wochen harte Arbeit vor sich. Es reicht nicht aus, die Treiber lediglich auf einen synthetischen Test zu optimieren. Der Anwender profitiert erst von der Performance, wenn die Karte mit echten Anwendungen flott läuft. NVIDIA nutzt seinen Vorteil aus, dass sein Produkt schon länger auf dem Markt erhältlich ist. Immerhin sind die ATi-Karten billiger als das NVIDIA-Modell. Das Preis-/Leistungsverhältnis bezeichnen wir deshalb als sehr gut.
Karten mit 1 Gigabyte Grafikspeicher sollten nur von Anwendern erworben werden, die wirklich dieses Feature ausnutzen. Die aktuellen Benchmarks zeigen nämlich keine Performancesteigerung. Mehr noch: In einzelnen Test kam die Gigabyte-Version oft einen kleinen Tick langsamer weg als die 512-MB-Variante, was sich nur durch den erhöhten Speicher-Management-Aufwand erklären lässt.
Zudem hat NVIDIA vor kurzem die 1-Gigabyte-Variante "FX 4500 X2" vorgestellt, die ebenso auf den ausgereiften Forceware-Treiber zurückgreifen kann. Mit Spannung erwarten wir die Quadro FX 5500 mit 1 GByte, die keinesfalls mit der ähnlich klingenden GeForce FX 5500 verwechselt werden sollte, denn hierbei handelt es sich um zwei völlig verschiedene Chiptechnologien.
Immerhin gehören endlich neben den bekannten klassischen Monitorauflösungen bis 3840 x 2400 (9 Megapixel) auch alle wichtigen HDTV-Formate zum Standard beider Hersteller.
Kopfzerbrechen macht uns noch die Zukunftssicherheit der OpenGL-Produkte in Verbindung mit dem kommenden Betriebssystem Windows Vista. So hat Microsoft die politische Entscheidung getroffen, die OpenGL-Schnittstelle nicht mehr direkt zu unterstützen. Vista bildet OpenGL-Funktionen nur noch mittels einer DirectX-Emulation nach, was zu erheblichen Performance-Einbrüchen führen kann. Ferner beschränkt sich der Funktionsumfang auf OpenGL 1.4 (heutiger Standard ist bereits 2.0). Herstellerspezifische Erweiterungen (Extensions) werden nicht mehr berücksichtigt. Auch wenn sich ATi und NVIDIA dem Druck von Microsoft beugen würden, dann nützt es ihnen kaum, wenn die Entwickler von professionellen Applikationen nicht mitspielen.
Update: Statement von NVIDIA
Momentan läuft noch die Entwicklung des künftigen Betriebssystems Windows Vista. Nach öffentlichen Druck gibt es vielleicht doch eine positive Wendung. Lesen Sie dazu das NVIDIA-Statement vom 22. Juli 2006: "Microsoft will be fully supporting OpenGL in Windows Vista, both through an internal OpenGL 1.4 fallback driver (worst case scenario), through Windows XP ICDs (though this will disable the compositing desktop), and through vendor-supplied OpenGL ICDs that share the same status as DirectX, and fully support the compositing desktop."
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