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EU fordert Ende des GEMA-Monopols

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15:40 - 16. July 2008 von Thomas Kretschmann

Die EU-Kommission will das Urheberrecht europaweit reformieren. Die GEMA würde wie andere Rechteverwerter ihr Monopol in Deutschland verlieren und müsste mit anderen Verwertungsgesellschaften Europas konkurrieren.

Es kommt Bewegung in das deutsche beziehungsweise europäische System zur Verwertung von Musikrechten: Wie die Financial Times Deutschland berichtet, plant die EU-Kommission in Brüssel, den Schutz des Urheberrechts europaweit zu reformieren.

Geplant ist laut Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy, dass Künstler die Rechte an ihren Aufnahmen künftig statt 50 ganze 95 Jahre lang behalten sollen. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will aber mehr: Ihre Vorlage sieht vor, dass lokale Verwertungsgesellschaften wie hier zu Lande die GEMA ihr Monopol verlieren und über EU-Grenzen hinweg miteinander konkurrieren müssen.

Die EU-Kommission bestreitet, dass zwischen beiden Entscheidungen ein Zusammenhang besteht. Beobachter tippen jedoch auf einen Deal: Künstler erhalten zwar eine Verlängerung der Rechte an ihren Werken — müssen aber mit geringeren Lizenzzahlungen rechnen, da die Verwertungsgesellschaften aufgrund der Konkurrenz vermutlich höhere Kosten zu tragen haben; immerhin müssten sie dann darum werben, die Rechte von Künstlern zu vertreten.

Das ganze soll recht schnell von statten gehen: Die Kommission verlangt, dass die Verwertungsgesellschaften ihre »Quasimonopole« innerhalb von 90 Tagen auflösen. Erst im Juni gab die GEMA erste Warnungen per Pressemitteilung aus: »Wetterfest« solle die GEMA gemacht werden »für die Zukunft ihrer Mitglieder«. Wozu für Harald Heker, den Vorstandsvorsitzenden der GEMA, vor allem zählt, sich »im Online-Zeitalter europäisch zu behaupten«. Er pocht auf die so genannten Gegenseitigkeits-Verträge, die die GEMA mit anderen EU-Verwertungsgesellschaften geschlossen hat, und die sich bewährt hätten. »Die Folgen einer Untersagung wären dramatisch für die Urheber in der Musikbranche«, so Heker.

Quelle: FTD

Kommentare zum Beitrag
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Anonymer Nutzer 16/07/2008 16:38
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-4+

Die Geldsäcke sehen ihre Felle davon schwimmen. Recht so.

Anonymer Nutzer 16/07/2008 16:39
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Anonymer Nutzer 16/07/2008 17:15
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Theodor 16/07/2008 17:20
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-1+

Bei Künstlern, die es sich leisten können mit 30 in Rente zu gehen [1] fallen genug Krümel ab, die es aufzusammeln gilt. Mehr als richtig, dass der Wettbewerb angekurbelt wird.

»Die Folgen einer Untersagung wären dramatisch für die Urheber in der Musikbranche«

Können sich die Künstler dann nur noch 9 Porsche anstatt 10 leisten?


[1] http://www.saw-musikwelt.de/www/pa [...] knews,2316

mnyut 16/07/2008 18:03
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-1+

Wie soll das genau gehen? Ein Künstler ist grundsätzliche bei allen europäischen Verwertungsgesellschaften Mitglied und diese Gesellschaften konkurieren miteinander oder nur bei einer bzw. nur bei denen wo er Beiträge bezahlt/Mitglied ist?

Wenn man plötzlich nicht mehr nur einen Ansprechpartner für eine Region hat sehe ich ernsthafte Probleme und vor allem noch höhere Ausgaben für Veranstalter und die Gastrobranche, denn: entweder meldet man sich pauschal an und zahlt dann z.B. einen Betrag der sich an Fläche und Eintitt orientiert (das wir teuer wenn man das bei z.B. 10 Verwertern tun muss), oder pro gemeldetem Titel (viel Spass beim aufteilen auf die Verwertungsgesellschaften).

Grundsätzlich muss aber mal diese "GEMA-Vermutung" wieder weg!


Zitat :Die GEMA-Vermutung findet sich in § 13b UrhWG (=Urheberwahrnehmungsgesetz). Danach wird bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgegangen, dass es sich bei der Verwendung von Musik um GEMA-Repertoire handelt. Dieses Gesetz wurde erlassen, nachdem sich viele Verwerter mit der einfachen Behauptung, die GEMA besitze nicht die geltend gemachten Rechte, der Abgabepflicht entziehen wollten. Noch schwieriger zu entkräften war die Behauptung einiger Veranstalter, dass nur GEMA-freie Musik verwendet wurde. Deshalb drehte man mit diesem Gesetz den Spieß herum und verpflichtete die Verwerter zum Beweis ihrer Behauptungen.

tux-job 16/07/2008 20:09
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-0+

@JTRch: IMO

Da werden ein paar Herrschaften glatt die Zigarren aus dem Mund fallen!:D

Anonymer Nutzer 17/07/2008 00:15
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-0+

uns werden eher die letzten groschen aus dem beutel geschnitten^^

95!!! Jahre ist höher als die durchschnittl. Lebenserwartung eines in Europa lebenden Menschen - egal ob Künstler oder nicht *omgh*
Dann is die Nationalhymne bald wieder gebührenpflichtig :P

Lord Nelson 17/07/2008 14:43
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-0+

95 Jahre finde ich krass viel o.O Aber warum waren es vorher 50? Ich hatte gedacht, in Deutschland gelten 70 Jahre Urheberrrecht. Find ich auch schon zu viel...

jemand84 17/07/2008 17:52
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-0+

Für die Künstler nur von Vorteil. Niedrigere Zalungen wird es nicht geben, die Gema kümmert sich sowieso nicht darum.

Idleking 17/07/2008 18:19
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-0+

@GEMA-Vermutung:
Soviel also zum Thema "unschuldig, bis Schuld bewiesen ist".

Eigentlich schon eine derbe Frechheit.

Hoffe sehr, dass den Monopolisten eins ausgewischt wird.

Kommentare auf dieser Seite geschlossen.