Massive Probleme gibt’s beim Internet. Geschwindigkeit und Stabilität seien mangelhaft. »Selbst in den Internet-Cafés ist es möglich, dass es unerträglich laggt«, erzählt Sweet. Um mit den Spielern von World Elite trainieren zu können, flog Yoan Merlo extra nach Xi’an. Von Beijing aus wäre kein Training übers Netz möglich gewesen.
Die Online-Infrastruktur ist ein Knackpunkt für die Weiterentwicklung der Gaming-Szene in China. Gerade in den zahlreichen Millionenstädten leben die meisten Studenten und potenziellen Spieler. Sie alle miteinander zu verbinden, ist eine der größten und zugleich wichtigsten Herausforderungen der Volksrepublik. »Nach ihren Kursen sammeln sich die Studenten und spielen gemeinsam Warcraft oder Counter-Strike«, erzählt ToD. Der größte Teil der Studenten spiele regelmäßig, entweder in den rund 113.000 Internet-Cafés oder in den Computerräumen der Universitäten. Erst vor ein paar Jahren hat die Regierung begonnen, das Internet massiv auszubauen. Keine leichte Aufgabe bei einem Land dieser Dimension: China ist 27-mal größer als Deutschland. Zudem besitzt die Volksrepublik mit 1,3 Milliarden Menschen das 16fache an Einwohnern. Das führt zu beeindruckenden Statistiken: Obwohl 2006 nur jeder zehnte Chinese Zugang zum Netz hatte, waren das insgesamt 137 Millionen Menschen. Damit gibt es nur noch in den USA mehr Internet-Nutzer. Die Masse der Chinesen hat natürlich Auswirkungen auf die Ausprägung des Internets: 20 Prozent der Websites waren nach einer Studie von TNS Infratest 2005 bereits auf Chinesisch, immerhin noch 27 Prozent auf Englisch.
Kampf um die Vorherrschaft
China ist bereits heute ein Schwergewicht am Gaming-Markt, befindet sich aber noch am Anfang seiner Entwicklung. Auch für die kommenden Jahre wird ein großes Wachstum erwartet. So ist es wenig verwunderlich, dass die führenden europäischen Organisationen im eSport ihren Blick nach Osten richten. Denn noch ist der chinesische Markt offen. Es gibt weder eine Fülle von übermächtigen Teams, die die besten Spieler unter sich aufteilen, noch existiert eine feste Ligenstruktur. Ohne Zweifel hat spätestens in diesem Jahr der Kampf um die riesige Anzahl von Fans und Spielern in China begonnen. Und Deutschland ist ganz vorne mit dabei.
»Realistisch gesehen kann man 2008 mit einer Ligastruktur vergleichbar der in Deutschland rechnen«, sagt Wulf Franke. Er trägt den klangvollen Titel des Senior International Operations Manager bei der Turtle Entertainment GmbH. Franke ist die Schnittstelle zwischen ESL Europe und ESL China. »Sowohl europäische als auch amerikanische Veranstalter und Ligenbetreiber werden versuchen, sich auf den Wachstumsmärkten in Asien zu etablieren, bevor lokale Firmen durch Transfer von Know-how aus diesen Regionen eigene Alternativen aufbauen«, beschreibt er die Gründe für den Sturm auf das Reich der Mitte. Die ESL China ist eines der ambitioniertesten europäischen Projekte und eines der wichtigsten. Ist die Liga erfolgreich, bekommen die Chinesen die ihnen bislang fehlenden festen Strukturen.



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Was für eine Geschichte - ihr sprecht von einem Spiel.. so ungefähr das Notwendigste, was die Welt braucht. Ich fasse es nicht wirklich, wie mancher seine Lebenszeit wegwirft.