Nicht nur die Finanzen machen die Organisation hinter dem bekannten dänischen Clan MeetYourMakers so interessant, sondern auch ihr Partner: die chinesische Regierung höchstselbst. Gemeinsam arbeitet man daran, das größte eSport-Turnier aller Zeiten auszurichten. Bis zu 90 Millionen chinesische Studenten will man mit dem Event, das in Internet-Cafés und Universitäten stattfinden soll, ansprechen. Die Verbindung zur Regierung stellte Regroup über einen früheren Geschäftskontakt und die dänische Botschaft in Beijing her. In China traf Regroup verschiedene Minister, die sich »einfach eine komplette Woche dafür Zeit genommen haben«, erzählt Fries begeistert.
Ohne Zweifel, die chinesische Regierung ist dem Thema Gaming gegenüber sehr aufgeschlossen und fördert es kräftig. Allerdings tut sie das immer nur dann, wenn es keine Überschneidungen mit »höheren Interessen« gibt. So verbot die gleiche Regierung, die eine riesige Turnierserie veranstalten will, im März 2007 die Neueröffnungen von Internet-Cafés für das restliche Jahr. Hinzu kommt, dass unter 18-Jährige die Cafés nicht mehr betreten dürfen, ansonsten droht den Betreibern der Lizenzentzug.
Durch die Einschränkungen will die Regierung nach eigenen Angaben die Internet-Abhängigkeit von Jugendlichen eindämmen. Laut dem nationalen Kinderzentrum seien bereits 13 Prozent der Minderjährigen »süchtig«, was rund 2,4 Millionen Menschen wären. Zudem habe laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua eine Studie ergeben, dass 33,5 Prozent der jugendlichen Straftäter durch erotische Websites sowie Online-Spiele mit Gewaltinhalten zu Vergehen wie Raub oder Vergewaltigung angestiftet worden wären.
Und damit nicht genug! Um das Suchtpotenzial von MMOs zu reduzieren, ist jeder Online-Spieler dazu verpflichtet, seine Personalausweisnummer anzugeben. Diese sollen ab Juli 2007 von der chinesischen Polizei einzeln auf ihre Korrektheit überprüft werden. Minderjährige erhalten dann eine Zeitbeschränkung. Sie dürfen nur noch drei Stunden pro Tag spielen, da ihnen sonst Sanktionen drohen. Wie genau diese aussehen, ist noch nicht klar. Von der Regel sind auch Erwachsene betroffen, die ihre Personalausweisnummer nicht korrekt angegeben haben. Der Partner von Blizzard Entertainment für World of Warcraft in China, The9, gab bereits bekannt, dass das neue Gesetz seine Geschäfte nicht einschränken werde. Auch in WoW dürfte es also in Zukunft eine genaue Identitätsüberprüfung geben.
Westliche Medien sehen in diesen Maßnahmen einen weiteren Versuch der chinesischen Regierung, das Internet zu kontrollieren und die Anonymität der Benutzer aufzuheben. So sollen sich auch Blogger zukünftig dazu verpflichten, ihren wirklichen Namen anzugeben. Immerhin würden die Blogger aus Sicht der Regierung »Piraterie betreiben« und »unverantwortliche Informationen« verbreiten.
Mittlerweile arbeiten laut Spiegel Online bereits 30.000 Zensoren daran, das Internet von »ungesunden Inhalten« zu befreien. Das scheinen einige Chinesen auch zu begrüßen. Zumindest sagt Fly100%, dass er seine Regierung als einen Wegweiser des Gamings ansehe, »der den Leuten zeigt, wie man spielen kann, ohne verrückt zu werden«. Mark Fries von Regroup wollte sich nicht dazu äußern, ob er moralische Bedenken habe, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten.
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Was für eine Geschichte - ihr sprecht von einem Spiel.. so ungefähr das Notwendigste, was die Welt braucht. Ich fasse es nicht wirklich, wie mancher seine Lebenszeit wegwirft.