- Stranglehold: Hong-Kong-Kino zum Selberspielen
- World in Conflict
- Spiele-PC für 500 Euro: Intel oder AMD?
- Crysis: Nanosuits und Modding-Möglichkeiten
- 25 Jahre Microsoft Hardware — ein Überblick
- Bioshock: Unter Wasser gefangen
- Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Einer für alle - alle für einen
- Spielekonsolen als Multimedia Player für Fernseher
Quelle: eGames – Mehr über: Gaming, China, Marktentwicklung
Schwerpunkte: Business
1 - Einleitung
Der Ferne Osten gewinnt nicht nur an Bedeutung für die globale Wirtschaft, sondern auch für die Welt der Spiele. Die Deutschen haben das frühzeitig erkannt und versuchen, ihren Einfluss zu sichern. Doch sie sind nicht die Einzigen, die um die Vorherrschaft auf dem chinesischen Markt kämpfen.
Kaum ist »Tod« aus dem Bus gestiegen, kommt auch schon der erste Fan auf ihn zugestürmt. Alltag für Yoan Merlo. »Als mich der Mitbewohner meiner Ex-Freundin zum ersten Mal sah, wollte er es gar nicht glauben, dass ich es war«, so der 22-jährige Franzose zu seiner großen Popularität. Seit Jahren gehört er zu den weltbesten Spielern in Warcraft 3. Mit seinem Clan Four Kings gewann er mehrfach die WC3L, als Einzelspieler erreichte er zahlreiche Spitzenplatzierungen. Nicht verwunderlich also, dass ToD in »seiner« Szene sehr bekannt ist. Merkwürdig nur, dass der Fan am Bus oder der fassungslose Mitbewohner keine Landsleute bzw. Europäer waren, sondern Chinesen.
Die Erklärung: Seit Herbst 2006 lebt Yoan in China. Warum? »FoV und Check hatten geplant, hierher zu gehen. Da dachte ich mir, warum nicht auch ich?«, antwortet ToD. Genau wie einige koreanische Profis ist er nach China übergesiedelt, weil dort der Kult um das Strategiespiel Warcraft 3 jüngst größere Ausmaße als in Europa oder Südkorea angenommen hat. Die Spieler sind wahre Popstars – hysterische Fans inklusive. Der Chinese Wei Liang Fly100% Lu von mousesports hatte nicht schlecht gestaunt, als einmal ein Fan in einen Aufenthaltsraum für Spieler geplatzt war. Vier Wachleute hatten den jungen Mann nicht davon abhalten können, zu seinen Idolen vorzudringen und laut zu schreien: »Ich liebe dich, Grubby! Gib mir ein Autogramm!«
Das Warcraft-Exil
Für die Koreaner hingegen ist eine solche Hingabe nichts Neues. Sie kennen den asiatischen Fankult aus ihrer Heimat. Da sind jedoch die Starcraft-Spieler die Superstars, Warcraft 3 ist nur eine Randerscheinung. »Die positive Resonanz und die höhere Akzeptanz sind ohne Frage angenehmer in China«, erzählt Chun Jung Sweet Hee. Alleine ist er mit dieser Auffassung nicht. Viele koreanische Spitzenspieler befinden sich derzeit in Beijing (Peking) und genießen das Leben als Star. Selbst abends im Club sprechen Fans sie an, wie ToD berichtet. Zu viel scheint ihm das nicht zu werden – zumindest beklagt er sich nicht öffentlich darüber.
Was die Warcraft 3-Exilanten in China eint, ist die Sprachbarriere. Jeder von ihnen ist auf einen Übersetzer angewiesen. Der Kontakt zu den Chinesen beschränkt sich daher auf das Signieren von Autogrammkarten oder auf ein paar gebrochene Sätze in Englisch. Sweet schätzt den Zusammenhalt unter den Warcraft 3-Profis in Beijing. Er spricht sogar von einer familiären Umgebung, die er in Europa nicht haben würde.
Doch nicht alles ist optimal für die Spieler in China. Es mangelt an guten Turnieren und vor allem an attraktiven Preisgeldern. Nur die Zuschauer sorgen für gute Stimmung unter den Profis: »Die chinesischen Turniere bieten den Fans die Möglichkeit, sehr nahe an den Spielern zu sein, so dass die Atmosphäre unbeschreiblich ist«, meint Sweet. Trotzdem sind die internationalen Events für den Koreaner weiterhin das persönliche Highlight.
- Seite vor Massive Probleme im Internet

Der Ferne Osten gewinnt nicht nur an Bedeutung für die globale Wirtschaft, sondern auch für dieGaming in China: Der Riese erwacht : lire la suite