Die Radeon HD 2900 XT war eine schnelle und sehr laute Karte. Mit der Radeon HD 4870 ging ATI einen neuen Weg, der Lüfter vom Referenzmodell wurde so eingestellt, dass er im 2D-Modus nur sehr langsam läuft. Der Vorteil war eine geringere Geräuschentwicklung, wobei Temperaturen bis zu 80 Grad normal waren. Das hatte einige recht interessante Auswirkungen, die erhöhte Temperatur wird im Innenraum stärker an die anderen PC-Komponenten abgegeben. Zwar besitzt der Referenzkühler von ATI einen Luftkanal, der die warme Abluft über das Slot-Blech aus dem PC-Gehäuse drückt, durch die geringe Lüfterdrehzahl wird das aber etwas ausgehebelt, da die Hitze mehr abstrahlt, als transportiert wird. Gerade kleine und schlecht belüftete PC-Gehäuse kämpfen dann mit erhöhter Innentemperatur, die CPU, Festplatten und optische Laufwerke stärker belastete. Crossfire mit zwei Karten, die direkt nebeneinander stecken, ist ohne seitliche Kühlung kaum umsetzbar, da der Lüfter einer Karte durch die Platine der anderen Karte abgedeckt wird und kaum Frischluft ansaugen kann.
Auch wurden Vermutungen geäußert, dass Komponenten und Kondensatoren auf dem Mainboard, die sich in unmittelbarer Nähe der Hitzequelle befinden, an Lebensdauer verlieren. Da die Referenzkühler durch Heatpipe-Technik schon recht ausgereift sind und den vorhandenen Platz fast optimal nutzen, gibt es nicht viele Lösungsansätze. MSI hat das per Werk gelöst und einfach die Drehzahl des Lüfters erhöht. Käufer anderer Marken mussten entweder hohe Temperaturen akzeptierten oder auf eigene Gefahr ein 3D-Bios basteln. Die angepassten MSI-Lüfterprofile sind zwar extrem laut, drücken aber die Maximaltemperatur gewaltig herunter. Die gleiche Anpassung der Lüfterprofile gab es dann bei der Doppelchipkarte HD 4870 X2, mehr Kühlung durch mehr Lüfterdrehzahl und höhere Lautstärke. Gerade bei der HD 4870 X2 gab es recht viele Probleme, je nach Treiberversion und Hersteller konnte es zu abstürzen kommen, wenn die Grafikchips die Temperaturschwelle von 85 bis 96 Grad erreichten. Um das zu umgehen, liefert Palit mit der Revolution 700 ein wahres Monster ab, die verbaute HD 4870 X2 wird in einer Drei-Slot-Lösung mit zwei 80-mm-Lüftern leise und effizient gekühlt.
Netter Nebeneffekt von erhöhten Lüfterdrehzahlen sind fast immer verbesserte Taktraten, bei MSI läuft das unter der Bezeichnung OC-Edition. Natürlich spezialisieren sich auch andere Hersteller auf übertaktete Grafikkarten und geben Kühlern ihr eigenes Design. Im Gegensatz zu CPUs wird Overclocking bei Grafikkarten als Marketing-Instrument genutzt. Als Grundsatz pflanzt man in die Köpfe, OC-Modelle sind hochwertiger, besser, schneller und natürlich teurer. Gainward bringt zu vielen Modellen eine Golden Sample heraus, die mehr Power als die Standardmodelle hat. Asus erlaubt mehr Leistung durch das Tool Smart-Doctor. Powercolor stattet ATI-Karten mit verbesserter Kühlung aus und hebt dann die Taktraten an, diese speziellen Modelle kann man an der Bezeichnung PCS erkennen. Zotac bleibt beim Referenzkühler, passt die Lüfterdrehzahl an und taktet hoch, ein Beispiel ist die AMP-Edition. EVGA wirbt mit Superclocked und spezialisiert sich auf extrem hoch getaktete Doppelchipkarten wie die GTX 295 mit Wasserkühlung. Sapphire hat mit Vapor-X ein eigenes Kühlkonzept. HIS macht IceQ-Kühler und verankert etwas mehr Taktrate im 3D-Bios von ATI-Karten.
Für die optimale Kühlung gibt es ein paar wichtige Kriterien, von Vorteil ist ein geschlossener Luftkanal, der die warme Abluft über Schlitze im Slot-Blech direkt aus dem PC-Gehäuse drückt. Dieses Konzept findet sich fast nur bei den Referenzkühlern mit doppelter Bauhöhe, Nvidia nennt es Industriedesign. Verbesserte Kühlkonzepte geben fast immer die Abluft in den PC-Innenraum ab. Durch mehr Kühlerfläche und zusätzliche oder dickere Heatpipes ist die Kühlleistung beim Grafikprozessor optimal, wenn man eine gute PC-Gehäuselüftung besitzt. Nachteil dieser optimierten Lösungen, je mehr Abwärme sich im PC-System verteilt, umso geringer ist die Kühlleistung durch mangelnde Frischluftzufuhr. Hat sich die Innentemperatur erst mal aufgeheizt, dann muss auch ein 80-mm-Doppellüfter kräftiger schaufeln.
MSI zeigt bei den Testmodellen alle Vor- und Nachteile, die man sich durch verbesserte Kühler erkaufen kann. Das ATI-Modell mit Radeon HD 4870 ist deutlich kühler als der Referenzlüfter und leiser als die MSI-Lüfteroptimierung. Ein 85-mm-Lüfter arbeitet im 2D-Modus superleise, unterstützt durch zwei dicke Heatpipes, die die Abwärme auf sehr viele Kühllamellen verteilen. Nachteil sind die ungekühlten Speicherbausteine und die warme Abluft, die im Gehäuse verwirbelt wird. Beim Nvidia-Modell mit GTX 260 sind die Vorteile im Standardtakt nicht zu erkennen, der Doppellüfter zeigt erst bei Übertaktung sein Potential. Während der Referenzlüfter einfach seine Grenzen erreicht, hat der Superpipe-Kühler noch Reserven in der Lüfterdrehzahl und verteilt die Abwärme mit fünf dicken Heatpipes. Der Kühler konnte schon auf der GTX 285 überzeugen, wofür er eine Empfehlung erhielt. Das Konzept wurde für die GTX 260 Lightning übernommen und kühlt sogar den Grafikspeicher mit.
Kühlervergleich | Temperatur 2D Grad Celsius | dB(A) 2D | Temperatur 3D Grad Celsius | dB(A) 3D |
|---|---|---|---|---|
MSI R4870-MD1G | 46 | 36.0 | 70 | 40.6 |
MSI R4870-T2D512 | 60 | 38.0 | 74 | 49.4 |
MSI N260GTX Lightning | 43 | 36.5 | 67 | 43.0 |
Zotac GTX 260 216SPs | 45 | 37.5 | 81 | 41.2 |
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"Bei Nvidia gibt es keine Möglichkeit, einfach mal schnell einen Schieberegler im Treiber zu ziehen, um ein paar Prozent mehr Leistung zu erhalten. Zum Ausgleich verankern Hersteller wie eVGA, MSI, Zotac, Asus, Gainward erhöhte Taktraten in das 3D-Bios. Wer seine Standardkarte per Software tunen will, sollte sich das Tool Precision von eVGA anschauen, da Riva Tuner 224 keine aktuellen Nvidia-Grafiktreiber unterstützt."
Ihr seht die Sache doch viel zu kompliziert. Von NVidia selbst gibt es eine software welche man zum Treiber installiert mit der diese "schiebregler" hinzugefügt werden.
Und auch mit riva Tuner lässt sich auch bei nicht unterstütztem treiber die karte manipulieren. Dazu muss man nur in den Experteneinstellungen einen Wert ändern.
Zudem wird bestimmt bald ein riva tuner erhältlich sein bei dem die aktuellen Treiber wieder unterstützt werden.
Palit 4870 1GB Modell: Unter last 69°C nach 1 Stunde Furmark, offenes Case und Raumtemp. gute 28,5°C (Thermometer, Dachgeschoss halt).

Und dabei ist die schon mit 1.263v befeuert, also Kühlermäßig ein Gigang für 5€ Aufpreis ;-)
Zwar nicht mehr modern, aber wollts nur erwähnen
Aber nätürlich gibt es bei Nvidia die Möglichkeit im Treiber die Taktraten zu ändern, wie holgiheftig ja bereits schrieb.
Es müssen nur die Nvidia System Tools installiert werden und schon gibt es im Grafiktreiber zusätzliche Einstellmöglichkeiten.
Die System Tools sind zwar für Mainboards mit Nvidia Chipsatz gedacht, aber es gibt auch keine Probleme, wenn man sie wie ich auf einem X58 Chipsatz verwendet.
Man kann die System Tools zwar nicht so verwenden wie auf einem Mainboard mit Nvidia Chipsatz, aber es geht hier ja nur um die zusätzlichen Einstellungen im Grafiktreiber.
Rivatuner Übertaktung funktioniert auch mit neuem Nvidia Treiber.
Es muss nur die Treiberversion eingegeben werden.
unter power user, open databases (hexadecimal deaktivieren),
Den Eintrag für Treiberversion suchen und die Versionsnummer ohne Komma
eingeben (z.B. 18618). Rivatuner emuliert dann den Treiber und Overclocking
funktioniert wieder.
Im ATI CCC kann man sowohl über- wie auch untertakten. Für einen Standard PC sehe ich keinen Grund, irgend ein tool dazu zu verwenden, denn bei halbem Speichertakt, eingestellt im CCC, sinkt die Temperatur und Stromaufnahme genügend.
Was ich auch beim Vergleich zwischen ATI und NVidia ungerecht finde, zumindest wenn man das Verhältnis FPS zu Preis anschaut ist das bei ATI fehlende Physx. Es steckt zwar noch in den kinderschuhen, aber ich sehe darin die zukunft der 3d-simulationen. Und auch schon jetzt lassen sich damit in manchen spielen Bilder produzieren, wie es mit ATI nicht geht und auch fürs video-encoding kann es nützlich sein. Man müsste strenggenommen daher für einen Preisvergleich zu den ATI-karten noch den Preis einer Physx-zusatzkarte addieren.
Schade ich hatte gehoffe das in diesem artikel mehr ueber spannungserhoehung gesagt wird... meine 8800 GTX ist wassergekuehlt und ich frage mich schon die ganze zeit ob ich mit einer spannungserhoehung mehr als 612 bzw. 621 MHz stabil bekomme und meine GPU-Temp geht fast nie ueber 50°C hinaus, bei 30°C Raumtemperatur. naja ich hab die versteckt botschaft verstanden NICHT DIE GPU-SPANNUNG ERHOEHEN!!!
Trotzdem gibt es so viele fragen die zu klaeren waeren. 1. Ist spannungserhoehung nur dann gefaehrlich wenn der kuehler nicht dagegen anarbeiten kann.
2. In welchem rahmen bewegen sich die spannungserhoehungen fuer verschiedene GPUs
3. Und letztentlich wie wirkten sich spannungserhoehungen auf den maximal Takt aus...
@ miagil1
Habe auch eine Wassergekühlte 8800 GTX bzw. ein SLI-Sys, diese bekomme ich aber ohne Probleme auf 648 MHz hochgeprügelt und da ist noch nicht Schluss... meine Temp. liegen dann auch immer so um die 45°C mehr nicht.
Da habe ich wohl ne gute Charge erwischt ;-)
Welchen Hersteller hast du ??
Zum Thema Spannungserhöhung :
Wie ich weises geht es nicht bei der 8 Serie von nDivia ins GPU-Bios einzugreifen und die Spannung zu erhöhen, nur über VMod ( löten am PCB ) und das ist mir zu riskant.
Danke für den Tipp zu Ntune. Die habe ich mir seit Monaten nicht mehr angesehen, weil sie den Shadertakt nicht ansteuern konnten. Danach bin ich zu Riva Tuner umgestiegen. Ich halte Precision mit 1.3 MByte momentan für das unkompliziertere OC-Tool (Nvidia-Karten).

Riva Tuner 224 für Treiber 186.18 aktivieren
Installieren
in Sektion Power User
Riva Tuner\System ausklappen
ForceDriverVersion suchen
18618 eingeben
Riva Tuner startet dann neu
Overclocking ist frei geschaltet
Es werden sogar nach OC die 2D-Profile korrekt angesteuert.
Danke für den Tipp an den Anonymen Nutzer
Zu den Spannungserhöhungen:
MSI prügelt bei der Spannungserhöhung der GTX 260 das Lüfterprofil so gewaltig nach oben, ob das sinnvoll ist, keine Ahnung. Spannungserhöhungen sind wie bei CPUs, es kann laufen oder auch nicht, wie stark man die Lebenszeit verkürzt, da gibt es nicht mal bei CPUs verlässliche Aussagen.
Der Einfluss auf die Taktrate ist wie bei der CPU, durch mehr Spannung sind höhere Taktraten möglich, die sonst nicht stabil laufen. Die Grenzen werden wie bei CPUs mal höher mal niedriger liegen, je nach Revision und Herstellung + Glück. Eine allgemeine Aussage oder einen alllgemeinen Artikel, der für mehrere Karten/GPUs pauschal gilt, stelle ich mir schwer vor.