Fazit: P4 HT mit 3,0 GHz kann sogar P4 mit 3,6 GHz schlagen

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18:00 - 14/11/2002 von Frank Völkel

Wir vergleichen den neuen P4 3,06 mit einer CPU, die es offiziell nicht gibt - dem P4 3,60 GHz. Darüber hinaus zeigen wir die Performance-Unterschiede mit aktiviertem und deaktiviertem Hyper-Threading bei einer Taktfrequenz von 3,06 GHz. Sysmark ist momentan der einzige Benchmark, der die Vorteile von Hyper-Threading hervorhebt. In anderen Testapplikationen fällt der Vorsprung geringer aus. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sysmark benutzt während eines Testdurchlaufes mehrere Anwendungen gleichzeitig. Er imitiert somit das heutige Anwenderverhalten besonders gut, deshalb stellt man eine Übereinstimmung zwischen Theorie und Praxis bei Hyper-Threading fest. In wenigen Benchmarks schaut das Bild anders aus. Man erkennt, dass der P4 mit Hyper-Threading in single-threaded Applikationen sogar langsamer als das Modell ohne HT sein kann. Schwächen zeigt der P4 mit HT dann, wenn ein so genannter Cache-Thrash auftritt.

Unter realen Bedingungen stellt man subjektiv deutliche Performance-Verbesserungen fest, die nicht alle unsere Benchmarks in Zahlen ausdrücken können. Deshalb haben wir zusätzlich ein Video produziert, um die Unterschiede im Bild festzuhalten. Hyper-Threading macht sich vor allem dann bezahlt, wenn mindestens zwei Applikationen gleichzeitig den Prozessor stark beanspruchen. Somit können beispielsweise im Hintergrund große Datenmengen archiviert werden, während im Vordergrund konventionelle Office-Anwendungen ihren Dienst verrichten. Ebenso ist das MPEG-4-Encoding eines DVD-Films möglich, während gleichzeitig Mails editiert werden, und verschiedene Internet-Fenster geöffnet sind. Eine wichtige Erkenntnis für alle Testmagazine ist, dass man seine Testmethoden überdenken muss. Das Benutzen eines single-threaded Benchmarks als Einzeltest reicht nicht mehr aus, um das Verhalten in der Praxis zu repräsentieren. THG arbeitet bereits an diesem Problem. Unser Video gibt einen Vorschmack dessen, was Sie als Leser in der Zukunft erwarten wird.

Bei globaler Betrachtung des Prozessormarktes entsteht folgende Schlussfolgerung: Mit der Einführung des P4 mit 3,06 GHz stellt Intel einen gebührenden Abstand zum Konkurrenten AMD her, der das Topmodell XP 2800+ noch nicht am Markt anbieten kann. Reell stehen sich damit der XP 2700+ und der P4 3066 (3,06 GHz) gegenüber. Lediglich in einigen Disziplinen des 3D-Renderings - Cinema 4D und SPECviewperf - kann der Athlon XP 2800+ dem P4 3,06 GHz Paroli bieten. Besonders stark zeigt sich der Unterschied beim Sysmark 2002. Ambitionierte Anwender sollten beachten, dass der Athlon XP 2800+ nur dann mit unserem P4 2,8 GHz vergleichbar ist, wenn eine Dual-DDR333-Plattform zum Einsatz kommt.

Dass die stetige Erhöhung der Taktrate allein kein Allheilmittel ist, zeigt Intel mit der Einführung der Hyper-Threading-Technologie. Bei stark vereinfachter Betrachtung bedeutet Hyper-Threading, dass der P4-Prozessor intern in zwei virtuelle CPUs aufgeteilt und vom Betriebssystem als Multi-Prozessor-System erkannt wird. Doch Vorsicht! Nutzen kann man Hyper-Threading nur dann, wenn es vom Betriebssystem auch unterstützt wird - Windows XP gehört dazu. Das alte Windows 98 oder ME erkennen den neuen P4 nur als Standard-CPU ohne HT.

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