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IAA Frankfurt 2007: Eco-Bluff und Exoten

23:50 - 12/09/2007 von Frank Völkel
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Inhaltsverzeichnis

Im Öko-Gewand zeigen sich die großen Autohersteller. THG hat auf der weltgrößten Automesse neben Modell-Neuheiten die Exponate der Tuning-Branche und Exoten besichtigt. Diesel contra Hybrid, Konzept-Studien versus Serienfahrzeuge - doch die eigentliche Frage lautet: Kann sich der Kunde die Spartechnik von morgen überhaupt noch leisten? Die Autobranche steht vor ungelösten Problemen.

iaa 2007 frankfurt auto ausstellung

Vollkommen anders als noch die IAA 2005: IT-Trends im Auto, präsentierte sich die Messe voll im Öko-Gewand. Allerdings verbirgt sich sehr oft konventionelle Technik hinter den Marketing-Erfindungen wie beispielsweise "Bluetec", "mhd" oder "Effiziente Dynamik". Sparsame Motoren gibt es schon viel länger, aktuell garnieren die Hersteller lediglich verbrauchsgünstige Dieselmotoren mit optimierter Abgastechnik (Bluetec) oder Start-Stop-Automatik (BMW) und Bremsenergierückgewinnung. Was unter dem Strich an effektiver Einsparung herauskommt, ist weit weniger als von den Herstellern versprochen. Prinzipiell will sich jeder Hersteller in einer glänzenden Öko-Bilanz darstellen, so dass die Angaben für den CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs so groß in Szene gesetzt werden wie früher die PS-Zahlen. Der schwedische Autobauer Saab ging sogar so weit, dass das Wort "Bio" in Verbindung mit den aktuellen Fahrzeugen gebracht wurde. Fast könnte man meinen, dass damit ein wenig die Faszination von früheren IAA-Besuchen verloren ging, wo die schiere Leistung und potente Motoren im Vordergrund standen. Welches Konzept - ob Antrieb mit Dieselmotor, Hybrid oder kombiniertem Brennverfahren wie dem Diesotto (Kombination aus Diesel und Otto) - sich in Zukunft durchsetzen wird, lässt sich heute noch nicht sagen. Fest steht, dass es in Deutschland schon seit längerem sparsame Autos mit modernem Dieselmotor gibt, die eine hohe Effizienz aufweisen. Da braucht es nicht den Hinweis einer Politikerin, die den Hybrid-Toyota Prius als das Nonplusultra herausstellt, welcher sich jedoch wie Sauerbier am Markt verkauft.

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Hersteller wie Fiat versuchen an vergangene Erfolge anzuknüpfen, indem der 500er neu aufgelegt wurde. Der Messe-Stand der Italiener mit "Fiat-500-Geisterbahn" war in jedem Fall sympatisch. VW zeigte eine Studie des geplanten Käfer-Nachfolgers "up", einem echten Volkswagen, den es für kleines Geld geben soll und der mit robuster Technik aufwartet. Die BMW-Tocher Mini präsentierte den Clubman, eine verlängerte Variante des Edel-Kleinwagens. Auch hier handelt es sich um ein Revival aus den 60er Jahren. Die zum VW-Konzern gehörende britische Luxusmarke Bentley verbessert ihr Ergebnis von Jahr zu Jahr, denn die Geschäfte laufen sehr gut. Ganz anders als Rolls Royce oder Maybach verkaufen sich die Modelle auch in Deutschland mit steigenden Stückzahlen. Bentley zeigte den Continental GT Speed mit leistungsgesteigertem W12-Motor - die Bezeichnung knüpft an vergangene Tage in den 1920er Jahren an. Preis: 205.751 Euro.

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Dem immer noch anhaltenden Trend zu kompakten Geländewagen ohne Geländetauglichkeit will Volkswagen mit dem Tiguan bedienen. Dabei handelt es sich prinzipiell um einen höher gelegten Golf Plus mit optischen Retuschen hin zum großen Bruder Touareg. Ein großer Auftritt bei Audi gehörte dem neuen Volumenmodell in der Mittelklasse, dem A4. Er ist mit einer Länge von 4,70 Metern und einer Breite von über 1,80 Metern deutlich größer geworden und reicht damit fast an die Maße eines aktuellen A6 heran. Bei Mercedes stand die Kombi-Version der neuen C-Klasse im Fokus, die wieder mehr Nutzwert statt Lifestyle bieten soll.

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Kommentare zum Beitrag
powerhawk 13/09/2007 08:53
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Kleine Anmerkung: auch ein Diesel mit Start-Stop-Autom. arbeitet selten mit einem Wirkungsgrad über 20%. Genau dieses Problem ließe sich aber durch einen (seriellen) Hybriden lösen, bei dem ein kleiner Diesel immer im optimalen Drehzahlbereich arbeitet und die stark wechselnden Leistungsanforderungen durch Elektromotoren aus den Akkus getragen werden. Beim Einsatz von Radnabenmotoren entfällt auch Getriebe und Kupplung, was nicht nur mehr Platz schafft sondern auch den Preis sehr günstig halten würde. Im reinen Stadtverkehr kann zudem über die Steckdose aufgeladen werden, vorzugsweise mit Wind- oder Sonnenkraft gespeist.
Leider sind heute (bis auf den Prius) nur Möchtegernhybriden auf dem Markt (ja, auch Lexus mit V8 Benziner und Elektromotor zähl ich dazu). Und ein serieller Hybrid ist derzeit noch überhaupt nicht erhältlich...

FreXxX 13/09/2007 17:28
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"Leistung zählt nach wie vor."

Und warum haben sie dann die neue Fahrmaschine von Lamborghini nicht erwähnt? Schliesslich bietet der Reventón auch einiges an Leistung. Und Displays statt Amaturen, was die technikinteressierten Leser dieser Site auch interessieren könnte.

anachrist 13/09/2007 20:45
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wie denn - diesmal gar keine Bunny-Fotostrecke?

Auch von den vielen wasserstoffgetriebenen Modellen (ob nun mit Brenstoffzelle oder auch wie bei BMW nach wie vor mit Verbrennungsmotor) keine spur. Das schaut mir schon sehr nach einem Artikel aus, bei dem sich die Redakteure lieber zwei schöne Tage auf der Messe machten, als sich ernsthaft und einigermaßen vollständig mit dem Thema auseinanderzusetzen!

Anders lässt es sich auch nicht erklären, dass beim Thema Leistung neben dem Lamborghini Reventón auch noch der Ferrari f 430 Scuderia und der Aston Martin DBS unter den Tisch gefallen zu sein scheinen. Aber das sind ja auch keine deutschen Fabrikate, also eigentlich kaum der Rede wert.

illu 14/09/2007 11:55
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Also ich muss zugeben, ich habe selten einen so miserablen Artikel gelesen. Vor allem zum Thema Hybrid sehr schlecht recherchiert.

"Toyota zeigte Hybrid-Fahrzeuge bestehend aus Ottomotor mit Elektromotor. Doch was passiert mit defekten Akkus?
Wie verhält es sich bei tiefen winterlichen Temperaturen?"

Der Prius ist seit 1997 auf dem Markt, Probleme mit Akkus und tiefen Temperaturen sind quasi noch nie aufgetreten. Der Prius gewinnt auch laufend Kundenzufiredenheitsstudien, also Probleme sind quasi nicht existent.

"Dennoch schlägt der Hybrid-Hype so hohe Wogen, dass Porsche seinen Kombinations-Cayenne als Konzept-Fahrzeug vorstellte, welcher in Zusammenarbeit mit VW entsteht. Der kritische Beobachter könnte sich dennoch fragen, wie 2,5 Tonnen schwerer SUV wirtschaftlich mit Elektroantrieb bewegt werden soll?"

Was hat das bitte mit dem Gewicht zu tun? Ein Elektromotor hat einen deutlich höheren Wirkungsgrad als jeder Verbrenner und die Leistung ist garkein Problem. Beim Hybrid wird z.B. die Bremsenergie genutzt, die sonst einfach sinnlos in Wärme verpufft. Je schwerer das Fahrzeug, desto größer ist eigentlich das Potential.

"Doch was soll der ganze Hybrid-Hype, wenn der Kunde schon heute moderne sparsame Dieselfahrzeuge mit teilweise intelligentem Energiemanagement (Start-Stopp-Automatik im Stadtverkehr) kaufen kann?"

Schonmal die Abgaswerte angeschaut? Eine aufwändige Abgasreinung ist genauso teuer wie ein Hybrid, Start-Stopp hat er sowieso. Der Prius gewinnt nicht umsonst jeden Umweltvergleich. Lohnen tut sich ein Diesel schon garnicht für jeden.

Ich würde dem Autor dringen eine Probefahrt mit einem Hybridauto empfehlen, ob mit dem Prius oder eimem Lexus!

timefrenzy 14/09/2007 12:14
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Ich will ja nix sagen.. natürlich lese auch ich gerne nen Bericht zu IAA. Aber heißt es nicht eigentlich Toms "Hardware"?

snooze 15/09/2007 12:04
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Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: sehr schlecht recherchierter Artikel!

"Doch was soll der ganze Hybrid-Hype, wenn der Kunde schon heute moderne sparsame Dieselfahrzeuge mit teilweise intelligentem Energiemanagement (Start-Stopp-Automatik im Stadtverkehr) kaufen kann?"

=> Hier spricht der "Profi"!
Von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber erst einmal groß herumtönen.

Sicherlich ist bei einer solchen Messe immer ein großes Stück Marketing dabei... aber die Ingenieure sind ganz gewiss nicht dümmer als der Autor dieses Artikels... außerdem würden die Manager auch nicht ohne Grund sehr viel Geld in solch eine Technologie stecken.

Mit der Hybrid-Technologie wird versucht, die Vorteile von alter und neuer Technologie zu vereinen.
Ist doch eigentlich nicht schwer zu verstehen, oder?


Was anzumerken wäre ist allerdings folgendes:
So lange die Energie auf konventionelle Art hergestellt wird, ist die Ökobilanz von Hybriden Motoren kaum besser!
Der Wirkungsgrad eines Kraftwerkes liegt weit unter 1. Dazu kommen noch die Übertragungsverluste. Das die Umwandlung von elektrischer Energie in mechanische mittels Elektromotor dann einen erfreulich hohen Wirkungsgrad besitzt, reißt das Ruder dann leider nicht mehr rum.

Es reicht eben nicht, wenn bloß an einer Stelle optimiert wird - es muss überall etwas getan werden!

Optimal wären hier ein hoher Anteil aus einer Kombination aus Offshore-Windkraft und Solarenergie.

illu 15/09/2007 12:12
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Der Strom für den E-Motor im Hybriden wird nicht in Kraftwerken hergestellt, sondern aus überschüssiger Energie im Auto ;)

greywolf 15/09/2007 12:44
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Das THG keine Hersteller-Meinung wiedergibt war wohl zu erwarten oder? Ich persönlich halte nichts vom Hybrid-Gelaber, da die Energiebilanz ingesamt viel schlechter ausfällt. Wiviel mehr an COx wird wohl bei der Hertstellung von den zusätzlichen Komponenten erzeugt? Und sparsamer ist ein Prius auf deutschen Straßen keinen Fall - das zeigen Messungen der Testmagazine. Bin zwar kein totaler Autofan, doch so schlecht finde ich den Artiekl nicht.

illu 17/09/2007 01:42
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@greywolf

Zur Energiebilanz des Prius gibt es leider keine genauen Daten, Toyota selber spricht davon dass der Nachteil der bei der Produktion entsteht nach 20.000 km wieder hereingefahren ist.
Es geht auch nicht nur um CO2, sondern um die vielen anderen schädlichen, teils krebserregenden Abgase, die der Prius deutlich reduziert oder teilweise garnicht ausstößt. Dieser Vorteil wiegt speziell gegenüber dem Diesel schwer.

Zur Sparsamkeit auf deutschen Straßen (Nutzerdaten) schau mal hier
http://www.spritmonitor.de/de/die_ [...] autos.html
Bei den Benzinern befinden sich in den Top 30 außer dem Prius auf Platz 1 mit 5,2 Litern nur Kleinstwagen mit sehr niedriger Leistung, Nummer 30 ist der Lupo mit 6,8 Litern.
Bei den Dieseln ist das erste vergleichbare Fahrzeug der VW Jetta, mit einem Verbrauch von 5,6 Litern. Betrachtet man noch den höheren Energiegehalt des Diesels, kann man die enorme Effizienz des Prius deutlich sehen.

Auf die Messungen der Testmagazine ist nichts zu geben, da die Autos entsprechend schnell gefahren werden und der Prius dabei seine Vorteile nicht ausspielen kann. Im Alltag ist das aber sehr wohl der Fall, wie die Spritmonitorwerte deutlich zeigen.

Anonymer Nutzer 11/06/2008 22:09
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illu, ich sage nur: http://forum.langzeittest.de/read. [...] msg-423878

und:
http://forum.langzeittest.de/list.php?450

Hybrid Autos sind wohl genau so wenig haltbar und zuverlässig wie Notebooks, allein schon wegen den Akkus und Wechselrichter.
Und wer hat schon lust alle 5 Jahre 4000€ für neue Akkus auszugeben?

Also ich nicht.

mfg

roterteufel81 12/06/2008 00:20
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Sparen *pfff* mich interessiert viel mehr, dass die aus den Motoren bei gleichem Hubraum noch mehr Leistung rausholen. Mehr Leistung = weniger gas geben um schneller zu fahren = weniger Verbrauch.

Ich mag meinen 3 Liter (Hubraum) BMW :-))) ordentlich Druck unterm Hintern bei 6,8l Verbrauch. Jeah.

Immer dieser Sparkram. Ich vertrete voll und ganz: Mehr Leistung mehr Leistung und noch mehr Leistung. Und dafür zahl ich auch gern meinen Sprit und meine Steuern :-)))

*Mal ne andere Denkweise als Einige hier vertret*

Anonymer Nutzer 12/06/2008 10:39
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Frauentechnisch kann sich da die Computex ne große scheibe abschneiden. Hier sind Werbedamen wenigstens keine Logoschleuder

dave_braucht_urlaub 12/06/2008 10:46
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Ich habe gerade einen passenden Bericht aus "Zeit-Wissen" gelesen. Darin ging es um die Klimabilanz von verschiedenen Produkten, dem gesamten Ausstoß von Treibhausgasen von der Entwicklung über Fertigung bis hin zum Transport, der Nutzung, inklusive Herstellung des Benzins und Entsorgung. Unter anderem wurden auch viele "umweltschonende" Fahrzeuge untersucht. Der Prius landet dabei auf platz 34. Gewinner ist der Citroen C1 mit reinem Diesel-Motor. Soviel zum Thema Umwelt

illu 15/06/2008 20:45
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Der Prius ist sehr viel größer als der C1...
Woher stammen denn die Daten?
Der Prius ist sicher kein Allheilmittel, jedoch ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.
Das neue Modell erscheint 2009 und erreicht schon einen Verbrauch unter 4 Liter bei höherer Leistung. Wir sind noch lange nicht am Ende der Entwicklung.
Und zum Herrn "Gelöschter User", der Prius ist eins der zuverlässigsten Autos überhaupt. Solche Föreneinträge kann ich dir zu jedem Auto raussuchen.

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