Die Einrichtung eines RAID-Arrays ist meist schnell erledigt. Vor allem bei den Modi 0 und 1 genügt im Controller-BIOS die Auswahl der Laufwerke, die ins Array integriert werden sollen. Abschließend muss nach einem Systemstart das neue Laufwerk formatiert werden. Gegebenenfalls muss auch der RAID-Controller unter Windows noch mit seinem Treiber in Betrieb genommen werden. Bei RAID-3- oder RAID-5-Arrays führen die Controller oftmals eine Initialisierung durch, die bis zu mehreren Stunden dauern kann.
Für jeden etwas: Anwendungsgebiete
RAID Level 0 ist zwar die schnellste Option, jedoch auch die bei weitem riskanteste. Beispielsweise lässt die Verwendung von 4 Festplatten die Dauertransferraten auf weit über 100 MB/s ansteigen, jedoch ist die Fehlertoleranz gleich null. Eine Festplatte ist ein mechanisches Bauteil, das nach gewisser Zeit altert und verschleißt. Defekte mechanischer Ursache sind daher im Grunde nur eine Frage der Zeit. Doch auch ein Fehler in der Elektronik oder ein kleiner Produktionsfehler können zum Daten-GAU führen.
Aus diesem Grund empfiehlt sich RAID 0 nicht zur Langzeitspeicherung wichtiger Daten, sondern vor allem zur Einrichtung schneller Laufwerke mit temporären Daten. Auch wenn das System kurzfristig dupliziert werden muss, ist RAID 1 die beste Wahl: Die Festplatte kann, Hot-Swap-Gehäuse vorausgesetzt, im laufenden Betrieb entfernt werden, um sie an einem anderen Rechner auf ein anderes Laufwerk gleicher Größe zu spiegeln. Anschließend wird das Laufwerk wieder in den Rechner geschoben, während die Kopie beim Anschluss an einen RAID-Controller erneut über ein RAID 1 abgesichert werden kann.
RAID Level 1 macht nichts anderes, als die Daten einer Festplatte (in Sonderfällen auch eines beliebigen Arrays) in Echtzeit auf eine andere Festplatte zu spiegeln. Gerne neigt man dazu, die irreführende Aussage zu glauben, dass RAID 1 keinerlei Performancesteigerung mit sich bringt. Zwar können Schreibvorgänge tatsächlich nicht schneller als mit nur einer Festplatte vonstatten gehen, aber beim Lesen ist eine Datentransferrate wie bei einem analogen RAID 0 grundsätzlich möglich. So können Daten von allen im RAID verbundenen Laufwerken gleichzeitig gelesen werden. In der Praxis gibt es jedoch Unterschiede, da die zu lesenden Daten nicht wie bei RAID 0 bereits sauber gesplittet in Stripes vorliegen, sondern der Controller diese Teilung in Abhängigkeit von bestimmten Datenmustern selber durchführen muss.
RAID 1 macht dann Sinn, wenn maximale Datensicherheit bei minimalem Wiederherstellungsaufwand im Vordergrund steht (z.B. einfache Server). Die meisten RAID-Controller sind in der Lage, nach einem Festplattentausch die Wiederherstellungsprozedur selbständig durchzuführen. "On the fly" geht das jedoch nur, wenn die Festplatten in so genannten Hot-Swapping-Gehäusen untergebracht sind.
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