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UMTS (3G) - Jahrtausendflop?

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19:00 - 02/05/2003 von Uwe Scheffel

Die Lizenzen des Mobilfunknetzes der 3. Generation (3G), auch unter UMTS bekannt, wurden 2000 in Deutschland für 51 Mrd. Euro, in Großbritannien für 35 Mrd. Euro versteigert. Dabei sind die Kosten für den Aufbau des Netzes noch gar nicht berücksichtigt.

Die maximale Bandbreite ist bei UMTS mit 2 MBit/s spezifiziert. Diese wird mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch nur an bestimmten Hotspots wie Flughäfen oder Bahnhöfen erreicht werden. Flächendeckend sind eher 0,384 MBit/s realistisch. Der Gesetzgeber schreibt eine minimale Flächendeckung von 25 Prozent vor.

Wer sich drei Jahre später die Situation anschaut, sieht wie fatal die Entscheidungen der großen Telekomunternehmen war. Wireless-LAN-Karten nach dem 802.11b-Standard bieten 11 MBit/s und sind mittlerweile sehr preiswert. Rechnet man durchschnittlich 150 Euro für die Aufrüstung seines Rechners bzw. Notebooks - das ist beim derzeitigen Preisverfall von solchen Produkten schon sehr hoch angesetzt - würde man mit Wireless LAN bei 40 Millionen PC-Haushalten in Deutschland (Prognose 2007) gerade einmal bei 6 Mrd. Euro landen. Und: Lizenzgebühren braucht bei 802.11b keiner zu zahlen. Die Installation eines Hotspots setzen wir mit 400 Euro für den Sender (Access Point) und weiteren 600 Euro für den Anschluss an, zusammen 1000 Euro. Würden die Kneipen-, Tankstellen-, Büro- und Hausbesitzer hierzulande zusammen 1 Mrd. Euro investieren, könnten 1 Million Hotspots entstehen. Die Flächendeckung wäre dann besser als bei UMTS.

Zu Lösen gibt es bei Wireless LAN ein wichtiges Problem: Momentan verlangen die wenigen Anbieter in Hotels, Flughäfen und Messen horrende Gebühren. Meist muss man pauschal 15 Euro zahlen und erhält dafür im Schnitt 4 Stunden Nutzungsdauer. Ferner sind nur wenige Kunden bereit, jedesmal die Kreditkartennummer preiszugeben. Deshalb ist es wichtig, ein weltweites Roaming-System, ähnlich dem Mobilfunk, einzurichten. Der Anwender braucht sich nur noch eindeutig zu identifizieren, die Gebühren werden vom Konto abgebucht. Dann werden die Nutzungsgebühren schnell auf das Niveau fallen, wie man es heute von klassischen Festnetz-Providern kennt.

Ein Trend ist schon jetzt ersichtlich: Für Besitzer von Lokalitäten, an welchen sich viele Menschen treffen (site owners), beispielsweise Coffeeshops, ergibt sich bald ein neues Geschäftsmodell. Mit minimalen Aufwand, also ohne vielen Kabeln, kann praktisch jeder einen Hotspot einrichten und für die Bereitstellung Geld verlangen. ISPs werden nur noch Rechnungen für den Internet-Anschluss an den Site Owner stellen können. Er ist dann derjenige, der die Kunden abkassieren darf.

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