High Definition morgen: Programmstart im November

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19:00 - 02/09/2005 von Reinhard Paprotka

Premiere macht’s vor...

Zum Zeitpunkt der Entwicklung war MPEG2 eine Sensation, ermöglichte es doch eine sehr gute Bildqualität auf einer CD-ähnlichen Scheibe. Inzwischen stehen jedoch erheblich effizientere Codecs zur Verfügung, wobei als Basis MPEG4 dient. Eine Variante davon ist H.264, in Verbindung mit dem moderneren Satellitentransport-Format DVB-S 2 lassen sich die Daten auf nur einem Viertel der Bandbreite übertragen, die für MPEG2 mit herkömmlichem DVB-S nötig ist. Hinzu kommt, dass H.264 Codierungsalgorithmen enthält, die Artefakte von MPEG2-HD vermeiden und dass manche der möglichen Algorithmen erst mit zukünftigen leistungsstarken Prozessoren realisierbar werden.

Daher ist H.264 derzeit der Favorit für HDTV, insbesondere bei Premiere, aber zunehmend auch bei anderen Content-Anbietern, wie zum Beispiel PRO7. Mit H.264 will Premiere im November an den Start gehen und zunächst drei Programme aus den Bereichen Spielfilm, Dokumentation und Sport anbieten. Letzterer bildet einen Schwerpunkt, hat doch Premiere die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eingekauft und beabsichtigt, die Spiele durchwegs in HDTV auszustrahlen. Für die Top-Qualität ist zusätzlich zu den üblichen Premiere-Abopreisen noch ein Aufschlag von 10 bis 15 € vorgesehen.

Bezüglich der erforderlichen Hardware will Premiere mit Humax, Pace und Philips zusammenarbeiten, wobei Philips bereits den Sat-Receiver DSR 9005 angekündigt hat. Der kommt im Design des A/V-Receivers DFR 9000 und akzeptiert neben H.264 auch MPEG2-HD. Daher wäre er sogar für den Empfang des Programms von HD1 geeignet und somit recht universell einsetzbar.

Die Ausgabe des High-Definition-Contents erfolgt beim Philips - wie auch bei allen zukünftigen Premiere-zertifizierten Receivern - ausschließlich über die HDMI- Schnittstelle mit implementiertem HDCP-Kopierschutz. Nur auf diese Weise kann Premiere gewährleisten, dass Kopien unterbleiben. Den Empfang per TV-Karte für den PC hat der Anbieter von vorne herein nicht vorgesehen, damit entfällt auch die theoretisch mögliche Kopie auf diesem Wege.

Da sich per HDCP bestimmen lässt, wie oft und wie lange ein Film zur Betrachtung zur Verfügung steht, sollte zukünftig auch die Verteilung im multimedialen Heim-Netzwerk möglich sein. Die dafür erforderlichen Verschlüsselungs-Standards sind verabschiedet, und mit seinem künftigen supersicheren Betriebssystem - Codename Longhorn - steht Microsoft schon in den Startlöchern.


Der Philips DSR 9005 ist für den zukünftigen Standard H.264 und MPEG2-HD gerüstet und kann gleichfalls PErmiere-Inhalte in HD-Qualität empfangen.

Solche Geräte werden gleichfalls von Humax und Pace angeboten.

Ab dem 26. Oktober 2005 werden Pro7/Sat1 Satellit einen neuen HDTV-Sendekanal einführen, dessen Inhalte den Standard-Programmen dieser beiden Privatsender entsprechen.

Dabei wird zum Teil in echtem HDTV ausgestrahlt werden, während bestehendes Standard-Material auf HDTV1080i hoch skaliert wird.

Auch dabei wird sich das Sendeformat auf den Standard H.264 stützen.

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