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Plagiate: eBay muss zahlen

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12:30 - 1. Juli 2008 von Thomas Kretschmann

Das weltgrößte Online-Auktionshaus eBay ist zu Schadensersatzzahlungen von rund 40 Millionen Euro verurteilt worden. Für eBay ist das Urteil ein Schlag gegen den freien Wettbewerb.

Es geht um Artikel französischer Fertigung. Nicht irgendwelche, sondern Luxusartikel und Marken, die man gemeinhin mit dem Begriff von materiellem »Luxus« verbindet: Champagner von Moët Hennessy, Lederwaren von Louis Vitton, Mode von Christian Dior und Duftwasser von Kenzo, Givenchy und Guerlain. Diese Marken gehören zum größten Luxuskonzern LVMH (Moët Hennessy - Louis Vuitton SA). Und der sieht es gar nicht gern, wenn auf eBay mit Produkten seiner Marken gehandelt wird — umso weniger, wenn es sich dabei teils um Plagiate handelt.

Ein Handelsgericht in der französischen Hauptstadt hat eBay gestern dazu verurteilt, insgesamt knapp 40 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen, weil das Auktionshaus einerseits den Handel mit gefälschten Luxuswaren nicht verhindert habe, andererseits überhaupt zugelassen hat, dass (Original-)Artikel überhaupt bei eBay eingestellt wurden. Verkauft werden dürfen sie nämlich normalerweise nur über »ausgewählte Distributionswege«: Edel-Shops in den teuersten Verkaufsmeilen Europas oder auf Flughäfen beispielsweise.

Für gefälschten Waren der Marke Louis Vuitton und Dior soll eBay 36,6 Millionen Euro an LVMH zahlen, 3,25 Millionen Euro sind fällig, weil diverse Parfums bei eBay gehandelt wurden. Unterbindet eBay die Deals nicht, könnte dies täglich mit bis zu 100.000 Euro zu Buche schlagen. »Das ist eine sehr wichtige Entscheidung für die Marken unseres Hauses und die Wirtschaft insgesamt«, so LVMH-Berater Pierre Godet, der »den verabscheuenswürdigen Praktiken des Internets« Einhalt gebieten will.

Das sieht Nerses Chopurian von eBay Deutschland freilich anders: »Im heutigen Urteil geht es nicht um unseren Kampf gegen Produktfälschungen. Im heutigen Urteil geht es um den Versuch von LVMH, Handelspraktiken zu schützen, die den freien Wettbewerb verhindern – auf Kosten der Wahlfreiheit der Verbraucher und der Lebensgrundlage rechtschaffener Verkäufer. In ihrem Namen werden wir gegen diese Entscheidung ankämpfen und ein Berufungsverfahren anstreben.«

Mit Frankreich steht eBay schon länger auf Kriegsfuß: Im Dezember ging eine französische Regulierungsbehörde geht gegen eBay.fr vor: Dort soll sich das Online-Auktionshaus den gleichen Regeln unterfen, die auch für Offline-Auktionshäuser gelten (siehe »eBay in Frankreich: Behörde sagt »Non!«).

Quelle: Tom's Hardware

Kommentare zum Beitrag
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Soso 01/07/2008 12:54
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-2+

Das Urteil kann ich nicht verstehen... eBay ist ja nur die Plattform und nicht der Händler. Statt das sie auf die Händler los gehn greifen sie sich einfach irgendwem, der ihnen das Geld gibt.

warofsun 01/07/2008 13:00
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-1+

Ich glaub die Franzosen haben eine an der Klatsche. Sie wollen den Leuten vorschreiben, was dieser zu verkaufen hat oder nicht. Und die Luxuskonzerne sind die einzigen, die wirklich davon profitieren.
Sowas ist eine echte Schweinerei.

Rach78 01/07/2008 13:10
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-2+

einerseits ist das Urteil zwar nicht gerecht, aber man sollte auch mal erwähnen dass bei ebay seit jahren schon die Gebühren immer weiter steigen und der Service einfach nicht besser wird und ebay da seine Marktmacht klar missbraucht meiner Meinung nach, deswegen finde ich es irgendwo auch ganz gut dass die mal nen Schuß vor den Bug bekommen.
Ferner kann man aber von ebay wohl verlangen bei den hohen gebühren dass auch mitarbeiter selbst gucken was so alles angeboten wird und wenn jemand scheinbare markenartikel weit unter Wert verkauft dann sollte ebay sich da drum kümmern und nicht einfach nichts tun weil sie ihr Geld ja eh bekommen

DeppSeinKlon 01/07/2008 13:16
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-2+

*unverständniss*

aber die i-net politik der franzosen kann ich atm sowieso nicht verstehen... anschluss von p2p usern kappen... tzzz

SonOfNyx 01/07/2008 13:28
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-6+

Es ist für eBay unmöglich, alle Artikel auf ihre Echtheit zu prüfen, denn das wäre nur möglich, würde eBay die Artikel gesammelt entgegennehmen, prüfen und dann selbst einstellen, womit aber die Plattform eBay sterben würde und ein normales Auktionshaus entstehen würde, welches einfach nur das Mitbieten via Website zur Verfügung stellt. Das ganze wäre auch mit deutlich höheren Kosten verbunden. Ich bewerte das Urteil für äußerst fragwürdig, da die Tragweite auch noch nicht wirklich geklärt ist. Darf ich als Privatperson denn nun auch keine Produkte des LVMH Konzerns mehr verkaufen? So exklusiv, wie der Konzern behauptet sind die Vertriebswege nämlich nicht - den Moët Champagner bekommt man bei Real und Edeka, die Duftwässerchen von Kenzo, Givenchy und Guerlain bekomm ich in jeder Drogerie (auch in jeder Filiale von Douglas). Wenn ich als Händler im Großhandel die Artikel kaufe, kann ich sie weiterverkaufen - Ende aus - deswegen kauf ich sie ja im Großhandel. Ob ich die Waren nun in meinem gastronomischen Betrieb/im Einzelhandel weiterverkaufe oder über eBay ist für mein Verständnis unerheblich.

Ich bezweifle, dass das Urteil lange Bestand haben wird.

cl1985 01/07/2008 13:36
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-2+

Dies Urteil ist, zumindest aus meiner Sicht lächerlich.
1. Wie schon oben erwähnt ebay ist die Plattform und nicht der Händler. - Wo soll das in Zukunft hinführen, werden dann auch Stromanbieter verklagt, weil sie den Strom zur Produktion von Plagiaten zur Verfügung stellen.
2. Hoffentlich hat die EU da was dagegen, dieses Urteil sollte, zumindest meiner Meinung nach, doch klar gegen die Warenverkehrsfreiheit (Artikel 28 EGV) verstoßen - hab's nicht überprüft glaub aber nicht, dass es eine Ausnahmereglung für Kosmetiker / Parfums gibt, welche die 3,25 Mio. rechtfertigen würden.
3. Ob der LVMH-Berater Pierre Godet mit der Aussage „den verabscheuenswürdigen Praktiken des Internets“ der Marke was Gutes tut ist auch sehr fraglich. Vielleicht nutzen ja einige (potenzielle) Kunden der Marke die „verabscheuenswürdigen Praktiken des Internets“.

Leider kommen so lächerliche Urteile im Bereich des Internet immer wieder vor. Vielleicht sollte man einmal über die Richter welche die Urteile fällen nachdenken. Vielleicht wäre es geschickter, Richter zu engagieren, welche auch eine gewisse Ahnung vom Internet haben.

impaled 01/07/2008 14:08
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-0+

Ebay stell doch nur die Plattform zur Verfügung, Ebay stellt die stinkenden Parfüms, die schwulen Taschen und den beschissen schmeckenden Champagner nicht selbst rein...mal ehrlich, ich hab laaaange Zeit in Frankreich gearbeitet, ist garnicht so lange her, und bevor ich mich in eine Parfümerie stelle neben so häßliche alte Schicki-Micki stinkende Schachteln, oder in eine Boutique, wo mir einer, der mit dem Finger löten kann, versucht eine Tasche anzudrehen, oder im LMVH konformen Laden den Champagner kaufen soll, der mir Brechreiz verschafft, würde ich die sachen auch eher auf dem Freien Markt kaufen.

Les Francaises, ils sont folles !!!Merde.

Liberté pour Ebay ! Freiheit für Ebay !!!!!

h4xx0r 01/07/2008 14:19
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-0+

Durch eBay sind diese Händler aber im Netz vertreten. Ebay hostet die Shops und Auktionen dieser "Händler".
Also trifft meiner Meinung nach eBay auf jedenfall Mitschuld.
Den Verkauf solcher Waren hätte Ebay ohne Probleme sehr schnell unterbinden können, haben sie aber nicht gemacht also ist das Urteil durchaus gerechtfertigt :)

mf-tribun 01/07/2008 15:12
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-0+

fälschungen sind eine sache aber was kann man nur dagegen haben zusätzliche märkte zu erschließen. geld ist geld und stinkt nicht egal aus welcher tasche es kommt. wenn die sich schon selbst die knarre an den kopf halten sollen die nicht andere mit ins grab ziehen und ebay in ruhe lassen

Rach78 01/07/2008 17:27
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-0+

Zitat :eBay muss auch gar nicht die Artikel überprüfen!
Er muss einfach näher beim User sein!


naja ich finde schon, also zumindest hat ebay genug Zeit sich Auktionen durchzulesen die gegen die AGBs verstoßen, weil dort nen link auf die hersteller homepage vorhanden ist, oder der Versand zu hoch ist.

Wenn dort ein Produkt zu einem Preis angeboten ist der weit unter Wert ist dann sollte ebay da schon nachhaken, auch im interesse aller seiner Kunden, aber wieso man das net macht ist einfach weil Geld eben nicht stinkt ebay bekommt sein Geld ob es nun Plagiate sind oder net.

Anonymer Nutzer 01/07/2008 17:38
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-1+

die ganze Maßnahme mag zwar lächerlich klingen, wobei 40 Mio für ebay eigentlich ein Klacks sind, jedoch darf man nicht vergessen, daß
auch ebay es sich häufig zu leicht macht.
Wieviele Seller und Powerseller sind bei ebay noch aktiv, obwohl sie negative Bewertungen aufgrund Verkauf von gefälschter und gefakter Waren haben? Oder Ware mit mieser Qualität?
Und nicht nur bei teuren Modelabeln. Bei ebay wird mittlerweile mehr gefälschtes als original verkauft !!!
Und wie lange hat sich ebay die extrem überhöhten Portopreise angeschaut, ehe sie was unternehmen.

Ich finde die Aktion der Franzaken sehr cool, denn auch ich bin oft mit Plagiaten und billigen Immitaten oder minderwertiger Ware übers Ohr gehauen worden. Über die horenten Portokosten will ich nichtmal reden.

kmueho 01/07/2008 19:21
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-0+

atmos :
...Ich finde die Aktion der Franzaken sehr cool, denn auch ich bin oft mit Plagiaten und billigen Immitaten oder minderwertiger Ware übers Ohr gehauen worden. Über die horenten Portokosten will ich nichtmal reden.



Also die Portokosten waren vorher sichtbar. Das kann man von vornherein einkalkulieren.

Mir hat mal ein ebay-Händler Fakes von Louis Vuitton - natürlich unter der Behauptung, dass die echt wären - angedreht. Dem habe ich dann geschrieben, dass ich, falls die Kohle innerhalb von einer Woche nicht wieder komplett auf meinem Konto zurück ist, mit den Schuhen als Beweismittel zur Polizei gehe, und ihn wegen Betrugs anzeige. Das Geld war nach drei Tagen wieder da. Und da ich ja ein freundlicher Mensch bin, habe ich ihm seine Fake-Latschen auch zurückgeschickt. Also alles muss man sich auch nicht gefallen lassen.

Rach78 01/07/2008 20:58
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-0+

Zitat :Und wie lange hat sich ebay die extrem überhöhten Portopreise angeschaut, ehe sie was unternehmen.

die ebay gebühren sind zu hoch so hoch dass es sich für einige Verkäufer fast schon gar nicht mehr lohnt, deswegen senkt man den auktionspreis und erhöht den Versandpreis, im endeffekt zahlst DU da nicht mehr und du wirst auch nicht verarscht dass ist eher ne verarsche der Verkäufer an ebay.

Und das Ebay nun darauf reagiert hat liegt wohl bestimmt net daran dass sie so nett sind und uns allen was gutes tun wollen;)
Sondern damit sie noch mehr Profit machen. Natürlich wollen sie es so hinstellen dass das nur im interesse der käufer gemacht worden ist, gibt ja genug idioten die drauf reinfallen.....

Anonymer Nutzer 02/07/2008 04:06
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-1+

Gutes Urteil!
eBay ist nicht nur eine Plattform da eBay selber sehr oft eingreift und Artikel löscht. Plus, jeder angemeldete Benutzer hat die Möglichkeit fragliche Artikel zu melden.

Ich hab selber mal einige offensichtlich gefälschte Louis Vuitton Artikel via der eBay.de Plattform gemeldet. Bei ca. 20 Artikeln kam nach jedem Melden ganz brav eine email wie wichtig mein Report ist und dass der Sache nachgegangen wird. Von den ca. 20 Artikeln wurde keiner gelöscht.

Rach78 02/07/2008 22:00
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-0+

Aber melde mal nen Artikel wo der Verkäufer die Einnahmen auf den Versand umgelegt hat um Gebühren zu drücken, die Auktionen sind keine 5 Minuten später weg...

Sorry aber ne PS3 ist nicht für 150euro sofort kaufen zu haben und nen Anzug von ner Markenfirma gibts auch net für 100euro.
Solche Auktionen sind Betrug weil entweder nix geliefert wird oder weil es Fälschungen sind bei solchen Sachen brauch man net lange diskutieren und wenn es ebay wirklich darum geht Kunden zu schützen, dann sollte ebay diese Auktionen doch gleich löschen;)

Anonymer Nutzer 03/07/2008 04:03
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-0+

Ich verstehe nicht wie ihr auf Porto und Versand kommt. Das Urteil hat damit nichts zu tun. Die Versandkosten setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, inkl. Porto. Dazu kommt auch Verpackungsmaterial (geht mal in einen Schreibwarenladen und schaut mal was das kostet), Verpackungszeit, Weg zur Annahmestelle, und zurück.

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