Brief von Herrn Rau: Deionisiertes Wasser als Kühlmedium

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18:00 - 26/01/2006 von Frank Völkel

Sehr geehrte Redaktion,

erst mal ein gutes Neues Jahr und ein uneingeschränktes Lob an die gesamte Mannschaft von THG. Ich habe gerade euren Bericht über Kühlversuche von PCs im Ölbad gelesen. Das Ganze wurde wohl auch mit Wasser versucht? Habt ihr da destilliertes oder deionisiertes Wasser (sogenanntes De-Wasser) genommen? Darin besteht ein erheblicher Unterschied. Das destillierte ist gegenüber dem deionisierten Wasser vergleichsweise eine "Brühe" .

De-Wasser ist mit nicht ganz unbescheidenem Aufwand durch Deionisations-Filter auf einen ganz niedrigen Leitwert (µS = Mikro-Siemens) gebracht worden (Filtermaterial sieht etwa wie die Hydrokultur-Düngekügelchen für Blumen aus). Es muss in lichtdichten Behältern gelagert und transportiert werden.

Wir benutzen dieses Wasser, um Kryptonlampen bei Lasern zu kühlen. An diesen sehr heißen Lampen (bis 4 kW/Lampe und bis 4 Lampen /Laser) dürfen sich keine Inhaltsstoffe des Wassers ablagern. Diese Lampen benötigen bis zu 30.000 Volt als Zündspannung, brennen dann mit zirka 200 Volt weiter. Da die Lampen mit den Elektroden im Wasser liegen, kommt nur De-Wasser zur Kühlung in Frage. Allerdings ist dieses Wasser sehr aggressiv und bedarf der ständigen Filterung durch De- und Feinstschmutzfilter (2 µm), welche die Qualität des Wassers ständig auf höchstem Niveau halten. Auch der Leitwert muss ständig überwacht werden. Wegen der Aggressivität des Wassers kommen ausgesuchte Materialien zum Einsatz: Alle Komponenten aus Stahl wie etwa Schrauben, Verbindungen und Gehäuse sind nur in rostfreier Ausführung möglich, des weiteren sind fast alle Kunststoffe sowie Glas einsetzbar. Alles andere metallische wird in kurzer Zeit zerfressen (Stahl, Messing, Kupfer, Alu, Nickel usw.). Das Wasser holt sich die fehlenden Inhaltsstoffe (Ionen) gnadenlos zurück, sofern sie vorhanden sind. Da werden die Leiterbahnen und Lötstützpunkte zerfressen, Pins vom Prozessor und Sockel sowie alle anderen leitenden Komponenten. Der gesamte Kühlwasserkreislauf muss also bei Einsatz von De-Wasser frei von solchen Materialien sein.

Den erwähnten Kurzschluss kann ich mir aber nicht erklären. Ein nicht ausreichend niedriger Leitwert des eingefüllten Wassers (< 50µS) oder die rasche Aufnahme von Ionen durch die großen Platinenflächen (Kupfer, verzinnt) verursacht bei so niedrigen Spannungen, wie sie in einem PC-System vorkommen, meiner Meinung nach keinen Kurzschluss.

Letztendlich muss wegen der Algenbildung das ganze System bei Dauerbetrieb lichtdicht sein. Wegen des erforderlichen hohen Deionisationsgrades und damit niedrigen Leitwerts kann dem Wasser kein Algenschutz beigemischt werden.

Im Übrigen ist Wasser wesentlich besser zur Kühlung geeignet als jedes Öl , da es mehr Wärme pro Volumeneinheit transportiert als Öl. Dafür rosten bei Öl die gekühlten Komponenten nicht, sind aber bei gleicher Kühlfläche thermisch nicht so hoch belastbar als mit Wasserkühlung. Eine brauchbare Umwälzung sollte bei beiden Kühlarten vorhanden sein. Ich hoffe, einen kleinen Beitrag geleistet zu haben.

Eberhard Rau aus Erdmannshausen

Darf nicht mit ins Ölbad getaucht werden: Alle Festplatten sind mit einem speziellen Ventil ausgestattet, wodurch die Luft entweichen kann.

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Kommentare zum Beitrag
Anonymer Nutzer 11/07/2008 21:01
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-0+

Hallo Herr Hückstädt,
ich habe im Internet nach geeignetem Paraffin gesucht und dies hier gefunden: http://www.industrieware.de/produc [...] WX-15.html
Es heißt Weißöl. Nur leider kann ich mit den dortigen Abgaben nichts anfangen. Deshalb meine Frage: Ist Weißöl für einen Öl-PC lang zeitig geeignet?

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