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US-Filmindustrie hat die Zahl illegaler Downloads überschätzt

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16:50 - 23. Januar 2008 von Thomas Kretschmann

Verluste von 44 Prozent beklagte die US-Filmindustrie stets durch illegale Downloads von Studenten an Universitäten. Nun kommt heraus: Die Zahlen waren weit übertrieben.

Immer wieder beklagte die Motion Picture Association of America (MPAA) die immensen Verluste ihrer Branche durch illegale Film-Downloads. Vor allem auf die Studenten an US-Universitäten mit ihren P2P-Netzwerken hatte man es abgesehen: Sie sollten für 44 Prozent der Verluste verantwortlich sein und Uni-Netzwerke zum illegalen Filesharing nutzen. Als Nachweis dafür, dass den US-Hochschülern der Schwarze Peter zuzuschieben sei, berief sich die MPAA stets auf eine Studie aus dem Jahr 2005.

Doch nun gibt Hollywood zu: Nicht 44 Prozent sondern nur 15 Prozent der Einnahmeverluste gehen auf das Konto der US-Studenten. »Wir nehmen diesen Fehler sehr ernst und haben Maßnahmen ergriffen, um die Ursache des Problems zu ermitteln und die Korrektheit des letzten Berichts festzustellen«, erklärt die MPAA. Selbst die nun genannten 15 Prozent sind in den Augen vieler Beobachter immer noch zu hoch gegriffen. So sind die US-Unis zwar bekannt für ihre luxuriös schnellen, selbstverständlich kostenlos zu nutzenden Zugänge ins Web. Doch geschätzt wird, dass nur ein Fünftel der Hochschüler ständig auf dem jeweiligen Uni-Gelände lebt und somit die Universitäten nicht überproportional an den kriminellen Downloads verantwortlich sein können.

Immer wieder hatten MPAA und RIAA (Recording Industry Association of America) gefordert, Studenten den Zugang zu P2P-Netzen zu sperren. Auch die Zahlung staatlicher Beihilfen sollten gemindert werden. Wie nun weiter verfahren wird, bleibt abzuwarten. Zumindest eine Entschuldigung der MPAA gegenüber der Campusgemeinschaft sei jedoch fällig, fordert Kenneth Green vom Campus Computing Project.

Quelle: Tom's Hardware DE

Kommentare zum Beitrag
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KatSeiko 23/01/2008 20:48
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Also ich hätte an der Stelle auch gern eine Entschuldigung. Ich benutze P2P meist zum Download von Programm-Updates - z.B. World of Warcraft. Und bisher habe ich nur einen Film darüber geladen, der hier in Europa erst ein gutes Jahr nach dem Erscheinen in den USA herausgekommen ist - der hat mir aber gut genug gefallen, dass ich nachher die DVD gekauft habe.

3D Mann 24/01/2008 00:32
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Überschätzt ist nett formuliert, diese "netten Leute" haben mal schnell ihre angeblichen Verluste verdreifacht oder mit 300% angegeben.

Idleking 24/01/2008 01:10
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Guten Abend!

Nunja, wenn es um das liebe Geld geht, ist doch klar, dass niemand - vor allem die, die eh schon viel davon haben - den Rachen erst recht nicht voll genug bekommen ;)

Grüße
Idle

Sleepwalker 24/01/2008 15:24
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Die Musikindustrie machts natürlich genauso. Weil sie ja alle so arm sind! /bedauer

Die Sprechen nicht zufällig die Studenten an, die zumeist kaum Geld zum Leben haben und sich die Filme sowieso nicht auf DVD kaufen würden...

Alles augenauswischerei.

Nicht jeder illegale Download wäre ein verkauftes Medium, weshalb man nicht von Verlust sprechen kann.

veteranos 24/01/2008 17:38
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Die Medienindustrie ist im Umbruch und versucht, den momentanen Status Quo so lange es geht aufrecht zu erhalten.

Längst ist es möglich, zb über Joox ein wesentlich besseres Programm zusammenzustellen als einem all die Satelliten-Sender zusammen bieten. Und das ohne die ätzend langsamen und von Saboteuren infiltrierten Torrents.

Der Filmindustrie geht es noch prächtig, was die hohe Zahl der Releases bezeugt. Völlig anders sieht es mit der Kinokultur aus. Da wünscht man sich wirklich all die Programmkinos früherer Tage zurück. Und die zeiten, als es noch ein europäisches Kino gab.

Jedenfalls wird es langfristig nicht klappen, für das relativ lächerliche Filmerlebnis auf dem heimischen Glotzophon höhere Preise zu verlangen als einst im Kino, wie gesagt, als es noch eine Kinokultur jenseits amerikanischer Action-Etat-Overkill-Verdummungs-Machwerke gab.

Das ist jedenfalls meine Meinung...

Enay 31/01/2008 01:17
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Geht heute überhaupt noch jemand davon aus, dass Wirtschaft oder Politik die Wahrheit sagen, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen? Wer das glaubt, glaubt auch das die privaten Tv-Sender was mit seriösen Journalismus am Hut haben.

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