Unsere Motivation: Warum schickt THG Netzteile in den Dauertest?

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19:00 - 11/07/2005 von Frank Völkel

Die wichtigste Komponente in einem PC-System wird immer noch vernachlässigt oder gar nicht beachtet. Häufige oder unregelmäßige Abstürze sind ein Indiz für ein überlastetes Netzteil. Und was macht der verunsicherte Anwender? Er konzentriert sich auf Komponenten wie Speicher, Prozessor und Kühlung. Wenn das nicht hilft, werden Bios und Treiber aktualisiert. Wer gut betucht ist, kauft gleich neue Komponenten und tauscht die vermeintlichen Verursacher einfach aus. Das Ergebnis? Fehlanzeige - das System zeigt nach wie vor die gleichen Symptome. Eine ähnliche Situation zeigt sich, wenn ein PC mit einer leistungsstärkeren Grafikkarte oder Prozessor ausgestattet wird.

Die Idee eines Stresstests von Netzteilen reifte während verschiedener Vergleichstests heran, wo besonders Instabilitäten bei der Stromversorgung zu beobachten waren. Gerade im Zusammenspiel von Dual-Core-Prozessoren und SLI-Grafik, die nach immensen Leistungen verlangen und die Spitzenlasten in extreme Höhen treiben. Obwohl die meisten Hersteller von Netzteilen mit hohen Leistungsangaben werben, kann der Privat- oder Business-Kunde diese Angaben nicht nachprüfen. Ein Schritt zur Selbsthilfe ist die Spannungsanzeige im Bios oder per Software des Motherboards. Selbst Profis scheitern an einer exakten Messung unter voller Last.

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Der Stresstest als Fotostrecke
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Stellen Sie sich vor, Sie machen beim Autohändler eine einstündige Testfahrt mit einem Wagen. Weil ihnen das Auto zusagt, kaufen Sie es. Doch später stellt sich heraus, dass Ihr Wagen ständig in die Werkstatt muss. Die Möglichkeit, ein Produkt über einen längeren Zeitraum ausgiebig zu testen, bleibt nur wenigen vorbehalten. Diese Art von Dauerstress zeigt jedoch eine neue Perspektive bei Produkttests auf - wir hoffen, dass Sie davon profitieren werden.

Im Gegensatz zu einem klassischen Vergleichstest schicken die THG-Laboringenieure jedes Netzteil in einen 24-stündigen Dauertest. Damit soll überprüft werden, ob die Testkandidaten auch über einen längeren Belastungszeitraum standhalten und die Hersteller ihre Versprechen in punkto maximale Nennleistung wirklich halten. Unsere Leser sollten jedoch verstehen, dass solche Art von Tests nicht immer möglich sind. Sie bleiben eine Ausnahme. Schließlich erwarten Sie von uns viele Artikel. Dies können wir nur gewähreisten, indem wir beim nächsten Netzteiltest wieder auf das kürzere Standard-Testverfahren ausweichen.

Rückblick: Seit dem ersten Netzteiltest vor drei Jahren hat sich viel getan. Die Netzteile wurden vor allem bunter und aufwändiger, ausgestattet mit vielen Funktionen wie Anzeigen und Standby-Ausgängen. Nach wie vor verspricht das Geschäft mit Netzteilen eine überdurchschnittlich hohe Marge. Denn den vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten stehen hohe Verkaufserlöse gegenüber. Die damaligen Tests haben gezeigt, dass der Wirkungsgrad im Teillastbereich von Netzteilen zwischen 55 und 75 Prozent schwankt - je nach Modell und Leistungsklasse.

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