Grafikkarte ohne Geheimnisse

17:30 - Donnerstag, 22. Mai 2008 von Mehmet Toprak
Quelle : Tom's Hardware – Kategorie : Grafikkarten
Tags: OGD1, Open-Graphics, Grafikkarte, FPGA 7 Kommentare

Bei Open Source denken viele nur an Linux oder freie Software-Projekte. Doch jetzt gibt es die erste Open-Source-Grafikkarte zum selber Programmieren.

Wer nicht weiß, wofür FPGA steht und auch nichts mit HDL-Progammierung anfangen kann, braucht nicht weiterlesen. Für alle anderen dürfte diese Meldung interessant sein.

Das Open Graphics Project (OGP) bringt die erste Grafikkarte auf den Markt, deren Schnittstellen und sämtlichen Specs offen dokumentiert sind und für die Anwender ihre eigenen Applikationen schreiben können. Besser gesagt, schreiben müssen, denn die OGD1 wird, abgesehen von einigen Diagnose-Tools, ohne Software oder irgendwelches Zubehör verkauft.

Ziel von OGP ist es, eine Grafikkarte auf den Markt zu bringen, deren Specs, Schnittstellen und Treiber öffentlich zugänglich sind. Zwar hat auch ATI seine Grafikschnittstellen für Entwickler von freier Software offengelegt. Doch OGP geht noch einen Schritt weiter und legt alle Specs der Hardware offen. Eine Karte ohne Geheimnisse sozusagen.

Als potentielle Kunden nennen die Initiatoren Linux-OEM-Integratoren, Grafik-Profis oder programmiertechnisch versierte Enthusiasten. Interessant könnte das Projekt auch für Entwickler sein, die für bestimmte Nischenmärkte oder Einzelprojekte eine maßgeschneiderte Grafik-Plattform anbieten wollen. Herstellern wie Nvidia oder AMD-ATI will man keine Konkurrenz machen. Logisch.

Die Eckdaten der OGD1

  • Xilinx Spartan-3 XC3S4000 FPGA
  • Lattice XP10 FPGA
  • 64 Bit PCI-X (133MHz) (kompatibel mit 32-Bit 33 Mhz PCI)
  • 256 MByte DDR400 Speicher
  • 66 user I/O Signale für 92-Pin Hirose Connector
  • 68 user I/O Signale für 100-Pin IDC connector
  • Video head 0: Dual-link DVI-D-Port (digital, bis zu 2560x1600, 60Hz)
  • Video head 1: Dual-link DVI-I-Port (digital und analog)
  • Digital bis zu 2560x1600 (60Hz)
  • 330 MHz RGB/VGA triple DAC (analog bis 2048x1536, 70Hz)
  • S-Video-Port (analog TV-out, PAL, NTSC, SECAM)
  • passive Kühlung

Das Open Graphics Project (OGP) hat mit Traversal Technology eigens eine Firma gegründet, die die Hardware produziert. Das Hardware-Kit kostet 1500 US-Dollar und kann jetzt vorbestellt werden. Weitere Informationen und Details zur frei progammierbaren Grafikkarte finden Sie auf der Homepage von Open Graphics Project. Infos zur Hardware gibt´s bei Traversal Tech.

Übrigens: HDL (Hardware Description Language) beschreibt die Funktionen von logischen Schaltkreisen. FPGA (Field Programmable Gate Array) ist ein programmierbarer Integrierter Schaltkreis (IC).


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Kommentare zum Beitrag
Casi 22/05/2008 18:25
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--1+
Casi

1500 US-Dollar? Was ist denn bei dem Hardware-Kit alles dabei? Stand da nicht was von "nur die Karte ohne weiteres Zubehör?" Das dürfte für Privatleute relativ uninteressant sein, Enthusiast hin oder her.

trevorcolby 22/05/2008 19:03
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--1+
trevorcolby

Naja, bei den Specs kann man ATI und NVIDIA auch keine Konkurrenz manchen. Zumal der Erfolg doch recht bescheiden sein dürfte, da der Preis doch recht happig ist.

tonictrinker 22/05/2008 19:50
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-2+
tonictrinker

@trevorcolby

Aber da liegt doch auch nicht die Stärke.
Wenn man eine ATi- oder NVidia-Karte von der Stange nimmt, bekommt man die Hardware und die Logik in einem Guss. Man ist auf die Schnittstellen angewiesen, die die Treiber zur Verfügung stellen.

Diese Karte kann ich aufs Berechnen von speziellen Filtern (zum beispiel für Satellitenbilder) optimieren oder für irgendwelche andere Aufgaben. ich denke mal, es muss ich dabei auch nicht unbedingt um Grafikdaten handeln.

xCx 22/05/2008 20:51
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--1+
xCx

naja, ob man mit einem FPGA viel schneller ist als mit Hardware von ATI/NV "aus einem Guss" die nicht spezialisiert ist würd ich nicht als selbstverständlich sehen...
und 1500 USD ist wirklich viel, da kannst du dir 2 Rechner mit oberer Mittelklasse Grakas dafür hinsetzen (naja beim aktuellen Wechselkurs vll nicht ganz)

oc-zwerg 22/05/2008 21:42
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-3+
oc-zwerg

Zitat :Als potentielle Kunden nennen die Initiatoren Linux-OEM-Integratoren, Grafik-Profis oder programmiertechnisch versierte Enthusiasten.


Alleine das schließt 95% aller aus die grade den Artikel lesen.

Schon lustig was einige wieder ablassen. Schon der vergleich mit Geforce/Radeon ist sehr Noob mäßig.

Anonymer Nutzer 23/05/2008 12:26
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--1+

Nich schlecht, ich sag mal so....für etwas größere firmen is es bestimmt sehr interessant.....und was mir noch so einfällt....wäre diese karte nicht für hacker interessant?!! da bekanntlich die GPU einer Graka genutzt werden kann um passworter zu knacken....

Anonymer Nutzer 23/05/2008 12:40
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-0+

Ich finde dass der Preis von 1500$ noch relativ günstig ausfällt. Da es sich um ein Nischen-Produkt handelt ist das durchaus okay.
Wenn ich in unserer Firma einen Entwickler (oder einen externen Zulieferer) darauf ansetzen müsste ein vergleichbares Produkt zu entwickeln welches dann vieleicht in einem Prototypen verbaut und später in einer Kleinserie (10-50 Stück z.B.) gefertigt würde kämen mich die ganzen Entwicklungs- und Materialkosten, runtergerechent auf den Stückpreis, sicherlich erheblich teurer zu stehen.
Ist jedefalls ein interessantes Projekt. Ob es sich dann auch verkaufen kann wird sich zeigen...

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