Tom’s Hardware: Wie sind Ihre Erfahrungen mit Windows Vista? Nach welchem Betriebssystem fragen Ihre Kunden?
Fischer: Nach XP natürlich. Es gibt auch eine ganz klare Erklärung dafür: Wenn sie von Windows XP auf Windows Vista umsteigen wollen, haben Sie einen sehr hohen Zertifizierungs- und Umstellungsaufwand für ihre Anwendungen. Den scheuen die Firmen. Die meisten Firmen haben ein lauffähiges System mit Windows XP und die Vorteile, die Vista speziell an der Oberfläche bietet, sind für die meisten Anwender gar nicht sichtbar. Das sieht im Consumerbereich ganz anders aus. Dort öffnen die Benutzer Windows und ihren Browser und surfen im Internet. Das ist aber im kommerziellen Bereich nicht so.
Tom’s Hardware: Welches Betriebssystem legen Sie also Ihren Systemen bei?
Fischer: Wir sind Microsoft–compliant, das heißt wir liefern Windows Vista standardmäßig aus und bieten dem Kunden ein XP-Downgrade an. Dazu liegen im Augenblick die Datenträger noch bei. Das entspricht den Verträgen, die wir mit Microsoft haben. Das ist auch das, was alle Mitbewerber genauso anbieten. Ab Juni nächsten Jahres wird XP dann nicht mehr verfügbar sein, wie es im Augenblick aussieht.
Tom’s Hardware: Stichwort Mitbewerber: Wer wäre denn direkter Konkurrent für die Toughbook Reihe?
Fischer: Das kommt ein bisschen drauf an. Also im eigentlichen Toughbook-Segment der Full-Ruggedized-Geräte haben wir einige kleinere Mitbewerber wie General Dynamics/Itronix und Getac/Mitac, aber deren Marktanteil ist verglichen mit unserem wirklich verschwindend gering. Von daher haben wir da eigentlich keine richtige Konkurrenz.
Im Ruggedized-Business-Bereich sind alle namhaften Unternehmen vertreten. Dell, Toshiba und Lenovo bieten alle solche Geräte an, nur: Wenn sie da in die Details gehen und die Features vergleichen, sehen Sie, dass die Geräte doch nicht ganz vergleichbar sind.
Tom’s Hardware: Plant Panasonic, tragbare Taschencomputer wie das iPhone anzubieten? Also ein Smartphone oder einen PDA?
Fischer: Nein. Wir haben eine Mobile Phone Division, die UMTS Telefone herstellt, die in Japan vertrieben werden. Wir hatten ein Gerät, den P2, der Telefon- und PDA-Eigenschaften miteinander verknüpfte. Das Problem mit dem P2 war, dass man für die Anwendungen ziemlich viel Rechenleistung braucht, das war technisch nicht so einfach zu lösen. Es wurde von einigen Kunden gekauft und ist bei einigen auch heute noch im Einsatz. War aber nie der große Renner, weil es zu groß und nicht wirklich stylish war.
Tom’s Hardware: Derzeit besteht also auch kein Plan, in diesen Bereich wieder einzusteigen?
Fischer: Nichts, was ich Ihnen so sagen könnte.
Tom’s Hardware: Wie sehen Ihre Verkaufszahlen in Deutschland und Europa aus?
Fischer: Im Rugged-Bereich haben wir einen Marktanteil von etwa 60 Prozent. In Europa sind die Schwerpunkte England, Deutschland, Frankreich.
Tom’s Hardware: Wie wird sich die aktuelle Markt- und Finanzlage auf Panasonic auswirken?
Fischer: Ich sagte ja schon, dass Consumer nicht unsere Zielgruppe sind, insofern haben wir zurzeit noch keine Probleme. Wir sehen aber bei den Preisverhandlungen in Projekten einen entsprechenden Preisdruck bei Firmen. Auf der anderen Seite sehen wir einen vermehrten Bedarf, an hochwertigen Notebooks, weil man nämlich jetzt wieder anfängt, firmeneigene Richtlinien aufzubrechen, etwa »Nur Firma L oder D«. Man schaut spezifisch nach Fehlerhäufigkeit und kauft dann vielleicht Produkte, die in der TCO günstiger sind, obwohl der Anschaffungspreis höher ist. Von daher denken wir, dass gerade wir aus der Krise gestärkt hervorgehen werden. Wir investieren im Augenblick ganz gezielt — mehr als normal — um auf den nächsten Aufschwung vorbereitet zu sein. Insofern sehen wir die Auswirkungen eigentlich noch nicht, aber wir spüren sie in den Verhandlungen.
Eine Auswirkung schmerzt uns schon heute: Es gibt schon Kunden, die nicht mehr alle drei Jahre — oder im Falle der Toughbooks eher alle fünf Jahre — die Rechner auswechseln, sondern wir haben Kunden die acht, neun Jahre mit den gleichen Rechnern fahren und das auch können, weil die Rechner immer noch funktionieren. Das gefällt uns natürlich nicht, aber zum Glück ist es so, dass dann natürlich irgendwann die Software stärkere Rechner braucht und dann doch der Austausch kommen muss. So sehen wir schon, dass Investitionen verzögert werden. Aber insgesamt ist die Nachfrage nach unseren Produkten sehr gut.
Tom’s Hardware: Vielen Dank für dieses Interview Herr Dr. Fischer.
Das Interview führte Benjamin Kraft
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