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Die Geschichte des Pentium II

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18:00 - 15/12/1998 von Thomas Pabst

Bevor wir hier in die Details zum Thema SL2W8 einsteigen, möchten wir die Geschichte und Entwicklung des PII 300 etwas genauer beleuchten.

Die Abmessungen
Einige Monate nach der Vorstellung des PII für die Taktfrequenzen 233 und 266, hat Intel die Version mit 300 MHz auf den Markt gebracht. Zum damaligen Zeitpunkt wurde der PII in der 0,35 Micron Technologie gefertigt. Der Code Name für diese Chips war Klamath. Anfang 1998 wurde von Intel dann die Version mit 333 MHz vorgestellt. Diesem Modell folgten dann die Versionen mit 350-, 400- und 450 MHz. Ab dem 333 wurde eine neue Art der Fertigung benutzt. 0,25 Micron wurde zum Stand der Technik. Unter dem Code Namen Deschutes veränderte sich an der Bauart eigentlich nichts, lediglich die Größe des Innenlebens dieser Chips war kleiner. Allerdings änderte sich mit dem Wechsel auf den Deschutes Kern auch am äußeren Aufbau noch einiges, was mit der Größe des Chips alleine nicht so einfach beschrieben ist.

Klamath
PII mit 233 - 300 MHz

Deschutes
PII mit 333 - 400 MHz

PII mit 450 MHz

Die Betriebsspannung des Prozessors
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Modellen Klamath und Deschutes ist die Spannung, die der Prozessor benötigt. Beim Klamath sind dies 2,8 Volt, beim Deschutes nur noch 2 Volt. Der Verbrauch an Leistung, die beim Klamath ebenfalls höher liegt als beim Deshute sorgt auch für eine stärkere Hitzeentwicklung. Damit wird es auch schwieriger den Klamath zu übertakten, da der Widerstand im Prozessor mit der Temperatur zunimmt und dadurch noch mehr Leistung fordert, um die gleiche Arbeit zu verrichten.

Tag RAM Chip 82459
Damit aber nicht genug. Die "alte" und die "Neue" Version des Pentium II weißt auch noch einen Unterschied bei den verwendeten Tag RAM Chips auf. Der L2 Cache wird bei allen Prozessoren mit dem halben Takt des Prozessors betrieben. Hierfür wird ein separater Controller benötigt, den Intel eben nicht im Kern selbst integriert hat. Einer der Unterschiede liegt dabei in der Cacheable Area dieses Controllers. Bei den Klamath Modellen (PII 233 - 300) war dies ein Chip mit der Bezeichnung 82459AB. Dieser Chip konnte bis 512 MB als Cacheable Area verwalten. Dadurch war es nicht möglich ein solches System mit mehr als 512 MB RAM auszustatten. Bei den ersten Modellen mit Deschutes Kern und 333 MHz wurde der Nachfolger dieses Chips, der 82549AC, verwendet. Der war zwar in der Lage mit höheren Takten umzugehen, hatte aber immer noch die Beschränkung bei der Cacheable Area. Spätere Modelle des 333 und auch die Nachfolger (PII 350, 400 und 450) wurden mit einer Serie von Tag RAM ausgestattet, die in der Lage waren, eine Cacheable Area von 4GB zu verwalten. Sie tagen die Bezeichnung 82459AD und werden bei Intel intern als T6P-e bezeichnet.

L2 Cache
Unterschiedlich sind natürlich auch die RAM Bausteine, die für den Cache verwendet werden. Die ersten Klamath PIIs wurden mit vier Bausteinen mit jeweils 6,5 oder 7 ns ausgerüstet. Damit konnte der Cache mit maximal 150 MHz betrieben werden. PII 333 verwendet zwei 5,5 ns Chips, die für 180 MHz ausreichen und die 350 und 400 MHz Prozessoren hatten Bausteine mit 4,4 ns ausreichend für 200 MHz. Die 450 MHz Modelle verwenden für den L2 Cache 4,4 ns Bausteine, die es möglich machen den Zwischenspeicher mit 225 MHz zu betreiben. Diese Unterschiede sind besonders wichtig, weil sie das schwächste Glied in der Kette der Baugruppen sind, die beim Übertakten betroffen sind. Die Cache Bausteine weit über der zulässigen Geschwindigkeit zu betreiben führt immer zu Abstürzen, selbst wenn der Prozessor den höheren Takt durchaus überleben würde.

Microcode und Initialisierung
Der letzte größere Unterschied liegt in der Initialisierung der CPUs durch das BIOS. Auf jedem Prozessor befindet sich ein Bereich, mit verschieden Informationen, die das BIOS ausliest. Bei diesen Informationen handelt es sich fixes für kleiner Probleme der CPU und um die Informationen, die notwendig sind, um den L2 Cache richtig anzusteuern. Unterschiedliche Prozessoren verfügen an dieser Stelle auch über unterschiedliche Routinen. Da aber niemand außer den Herstellern diese Routinen kennt, gibt es auch keine Möglichkeiten an dieser Stelle einzugreifen.

Soviel zu den Grundlagen, die es bei den Pentium II Prozessoren zu beachten gilt, besonders wenn man sie übertakten möchte.

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