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Krise bei Premiere: Schwarzseher, Smartcards und Abos

14:30 - 14/11/2008 von Marcel Binder

Nach einer groß angelegten Austauschaktion von Smartkarten (Zugangskarten) mit der gleichzeitigen Einführung neuer Verschlüsselungssysteme hat der Münchner Pay-TV-Sender Premiere tausende von Schwarzsehern endgültig ausgeschlossen. Besitzer illegal modifizierter Digital-Receiver und Hacker-Karten sehen nun im wahrsten Sinne des Wortes schwarz.

Illegale Schwarzseher sehen jetzt endgültig schwarz: Premiere tauscht Smartcards und ändert seine Strategie. Mit der Hoffnung, das Unternehmen auf Kurs zu bringen

Hacker Smartcards

In München/Unterföhring sah sich Premiere jetzt zu diesem Schritt gezwungen, da das alte Nagravision Verschlüsselungssystem des Schweizer Spezialisten für digitale Sicherheitssysteme Kudelski S.A. seit mehreren Jahren kompromittiert war und umgangen werden konnte. War das Ende 2003 eingeführte Nagravision-Verschlüsselungssystem (Aladin) über Jahre hinweg sicher, tauchten Ende 2005 sogenannte Hacker-Smartcards auf: Wurde diese anstelle der originalen Premiere-Karte in Digitalreceiver eingesetzt, war es möglich, das gesamte Premiere-Programm zu entschlüsseln.

Hausdurchsuchungen und Software-Updates

Vertrieben über diverse Online-Shops, wurden diese in Insider-Kreisen kursierenden Karten in großer Stückzahl zwischen 80 und 120 Euro unter‘s Volk gebracht. Dies bereitete dem Unternehmen intern ordentliche Kopfschmerzen. So entschied man sich in München, rechtlich gegen Shop-Betreiber vorzugehen, die diese Hacker-Karten verkauften. Premiere erstattete Strafanzeige, woraufhin die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen aufnahm. Diese erwirkte Durchsuchungsbeschlüsse für Objekte im gesamten Bundesgebiet. Anfang 2006 begann Premiere mit der Abmahnung gewerblich handelnder Käufer besagter Hacker-Karten.

Weiterhin versuchte Premiere auch die bereits in Umlauf gebrachten Hacker-Karten außer Betrieb zu setzen. Diverse Maßnahmen waren jedoch immer nur kurzzeitig erfolgreich. Die Hacker lieferten nach Änderungen am Verschlüsselungssystem - so genannte Key-Updates - meist schon nach wenigen Stunden ein Update der Karten-Software, die auf die illegalen Karten aufgespielt werden mussten, um die von Premiere durchgeführten Änderungen wirkungslos werden zu lassen.

Modifizierte Receiver und Softcam-Emulation

Das illegale Treiben erreichte eine neue Qualität, nachdem findige Programmierer einen Weg gefunden hatten, die Smartcard schließlich durch einen Software-Emulator zu ersetzen. Auf einem geeigneten Digital-Receiver aufgespielt übernahm der Emulator die Entschlüsselung. Auch hier versuchte Premiere mit Key-Updates dem Problem Herr zu werden. Doch kurz nach Änderung des alten Schlüssels war der neue Schlüssel bereits im Internet verfügbar. Dieser musste nur in einer Datei auf dem Receiver eingetragen werden - schon war das Premiere-Programm wieder zu empfangen. Mitte 2007 wurden die Emulatoren „verbessert“ und reagierten von nun an selbstständig auf die von Premiere initiierten Key-Updates. Doch auch hier wurde vom Anwender mit krimineller Energie ein gewisses Grundwissen abverlangt, um einen Digital-Receiver entsprechend modifizieren zu können. Damit beschränkte sich diese Art der illegalen Entschlüsselung auf einen fachkundigen Personenkreis.

Digital-Receiver aus dem Baumarkt

Allerdings erkannten auch hier Geschäftemacher Ihre Chance, mit der illegalen Entschlüsselung des Premiere-Programms Kasse zu machen. Der Markt wurde zum Weihnachtsgeschäft 2007 mit Billig-Receivern aus Fernost überschwemmt, die bereits ab Werk darauf ausgelegt waren, mit einem Emulator ausgestattet zu werden. Was für kurze Zeit nur Besuchern einschlägiger Internet-Foren bekannt war, drängte nach diversen Berichten der Massenmedien ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit.

Dazu fand der Vertrieb dieser Billig-Receiver aus Fernost nicht nur über das Internet statt. Große Elektronik-Discounter hatten diese „patchbaren“ und offiziell als sogenannte Free-to-Air Receiver bezeichneten Geräte ebenso im Programm wie der Baumarkt um die Ecke. Anleitungen, wie solche Receiver für Premiere „freizuschalten“ waren, machten die Runde - spezielles Wissen war nicht mehr erforderlich. Das illegale Entschlüsseln des Premiere-Programms wurde quasi zum Volkssport.

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Kommentare zum Beitrag
Anonymer Nutzer 14/11/2008 15:32
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Anonymer Nutzer 14/11/2008 15:32
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-1+

Ich stimme dem Bericht voll und ganz zu. Ich empfinde das mit dem Zwangsreceivern so, als würd eich ein Auto kaufen und der Händler sagt, is dürfe nur an bestimmten Tankstellen tanken, damit die Garantie nicht verfällt. Erst wenn Premiere wesentlich kundenfreundlicher wird, bessere Angebote hatund die Preisgestaltung sich näher an den Kunden orientiert haben die ne Chance mehr Kunden zu bekommen.

Anonymer Nutzer 14/11/2008 15:35
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-1+

Lückenfüller?
Bzw. was ist das denn für ein Test?
Tom's Hardware > Tests > Consumer Electronics > Weiteres aus Consumer Electronics > Krise bei Premiere: Schwarzseher, Smartcards und Abos

greywolf 14/11/2008 16:03
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-1+

@goldie: Halten wir es wie in der Schule: Beim ersten Post schon keinen Plan haben und noch dazu keinen Inhalt bieten -> Sechs setzen!

greywolf

Enay 14/11/2008 16:05
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-2+

Ich finde die Sache mit den Receivern auch nervig. Aber die meisten Leute in meinem Umfeld stören sich vielmehr an den Paketpreisen bzw. der Zusammensetzung der Bundles. Niemand hat Lust, wenn er nur Krimis und Fussball gucken will auch noch für Kinder- und Musiksender zu zahlen. Jedenfalls nicht bei den Preisen. Da können die auch noch 5 Mal ihre Topmanager austauschen, Dreck bleibt Dreck.

1. Angebot in Einzelprogramme zerlegen und der Kunde darf sich sein Wunschprogramm zusammenstellen. Meinetwegen mit Rabatten.

2. Öffnung für mehr Receiver und PC. Aufnahmemöglichkeit.

3. Gibt es bei denen eigentlich Werbung?

tolstoi 14/11/2008 16:12
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-1+

Es ist immer das selbe. Anstatt ihre Kosten durch Gerichtsverfahren, Entwicklung neuer Verschlüsselungstechniken usw. in die Höhe zu treiben, sollte Premiere sich lieber überlegen, ob sie vielleicht nicht doch Geld verdienen können, in dem sie ihr "Angebot" preislich atraktiver gestalten und so durch die Quantität die Umsätze steigern. Sonst werden die Menschen immer irgendwas erfinden, egal ob Hard- oder Software. Wenn der Anreiz fehlt und wenn die Bemühungen mehr kosten, als eine legale Anschaffung, werden die Verbraucher nicht zweimal nachdenken müssen wofür sie sich entscheiden.

Anonymer Nutzer 14/11/2008 17:46
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--1+

Was ist Schwarz?

samcook 14/11/2008 19:21
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-0+

Stimmt..Was ist schwarz? bei mir funktioniert alles wie sonst auch. Kostet halt ein wenig im Monat ;)

Der Moloch 14/11/2008 20:36
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-1+

Solange die Deutschen wie die Blöden von der GEZ und den Öffentlich Rechtlichen monatlich abgezockt werden, überlegen sie es sich dreimal, ob sie sich zusätzlich noch Pay-TV anschaffen. Des Weiteren kauft sich jeder Filmfreak mit einem halbwegs vollen Portemonnaie sowieso alles auf DVD / Bluray, wegen bestechender Vorteile. O-Ton, Uncut, bessere Bildqualität.

Anonymer Nutzer 14/11/2008 22:03
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-0+

Premiere ist dicht !!! Hilft alles nixx nur nen ABO...

Werbung gibt es auch bei premiere allerdings nicht in den Sendungen sonder dazwischen ... Besonders viel eigenwerbung und die allseits beliebte Familien versicherrung, James Last & Der Wendler clips...
Aber zum thema schwarzsehen, Nagra war auch sicher gewesen bis zu dem zeitpunkt als NDS ( NDS/Videoguard das Neue system )einige hacker mit dem hacken von nagra, beta digital usw beauftragt hat.. kurze zeit später war PayTV mit nagra und co Geschichte... ich denk es wird nich lange dauern bis eine(r) es hackt bzw insider infos aus dem hause NDS durchsickern...
mfg

Anonymer Nutzer 14/11/2008 23:11
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-0+

Ich kann es nur bestätigen. Die Premierereceiver nerven, genauso die Gängelung durch Codeeingaben. Sowas sollte man bitteschön in der Verantwortung der Kunden lassen. Premiere kann und soll nicht die Aufgaben von Erziehungsberechtigten übernehmen *kopfschüttel*
Zudem kommt über diesen Billigreceiver (trotz namhaften Hersteller) bei meinem Fernseher nur noch ein bescheidenes Bild an. Momentan bezweifle ich, dass ich meinen Vertrag verlängere wenn sich nicht entscheidend etwas tut insbesondere auch im Preis.

Anonymer Nutzer 14/11/2008 23:49
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-0+

Im Gegnsatz zu den vorherigen Artikeln in Verbindung mit dem Thema Premiere, war dieser sehr gut recherchiert und inhaltlich interessant.

Auch das Fazit des Autors trifft meine Zustimmung.
Wenn der Premiere-Kunde weiterhin mit Zwangsreceivern gegängelt, wie geplant die Nagraverschlüsselung mittelfristig komplett abgeschaltet wird und sich das Programmangebot nebst Sendequalität nicht nachhaltig verbessert, geht Premiere über kurz oder lang baden.

Klar sollte den Kunden allerdings auch sein, dass Premiere nicht umsonst zu bekommen ist.

kleineMax 15/11/2008 02:56
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-0+

dvbcracker :
Premiere ist dicht !!! Hilft alles nixx nur nen ABO...



Ach ihr leichtgläubiges Volk.

Anonymer Nutzer 15/11/2008 07:31
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-0+

Genau,

seit gestern gibt es was neues. Mann muss nur ein wenig im Internet suchen.

Anonymer Nutzer 15/11/2008 10:20
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-1+

Premiere ist für reine Filmfreunde total unatraktiv,

Premiere 1 bis 4 sollte es separat geben, wer will schon zusätzlich für Filme auf Premiere Classics, Filmfest & Co. zahlen, die eh schon etliche male im Free-TV gelaufen sind.
Zudem 2x20Euro für Bundesliga & Championsleague ist ein schlechter Witz.

Die bräuchten eine komplette Neustrukturierung mit vernünftigen Preisen.
Einsteiger Paket für max 12 Euro daür dann mit einmal Werbung in der Halbzeit des Spielfilmes.
Zudem sollte man vieleicht ein Zeit-Abo für den Winter (Oktober - April) einführen, da man im Sommer eh nicht soviel TV schaut.
Jetzt wo eh fast alle Kunden einen neuen Receiver benötigen hätte man das HD Angebot besser ausbauen sollen (20 Euro für 2 HD Känale ist ebenfalls ein Witz, dafür das HD 2010 zum Standard wird)

Das man keinen Film aufnehmen kann so wie die zusätzliche Gängelung mit dem Jugend-Schutz und vorgeschriebenen Receiver ist absolut Kundenunfreundlich.

Die Zukunft ist Fernsehen wo man die Filme in HD ansehen kann wann man es will zu einem fairen Preis mit vernünftigen Receiver mit Festplatte und davon ist Premiere meilenweit entfernt.

Wie auch die Musikindustrie mit ihren CD unterschätzen sie die Möglichkeiten des Internet, aber wenn erstmal gute IPTV Angebote kommen und ihnen die Kunden wieder weglaufen ist das Geschrei wieder riesengroß.

Bin ja mal auf die nächsten Quartal Ergebnisse gespannt, weil sie ja immer behaupten die Schwarzseher (heute Schwarzärgerer) wären nur daran schuld. Sie verdienen es aber auch nicht anders.

Für das was Premiere im Monat kostet hole ich mir lieber einen anständigen HD-Receiver mit Festplatte (oder HTPC) und programmiere ihn täglich so dass ich immer was zum schauen habe.
Zusätzlich leihe ich mir lieber 4 Filme und gehe 2x mal Dienstags in 3 Euro Kino im Monat.

Sido würde sagen "F... d... Premiere!" lol


Anonymer Nutzer 15/11/2008 11:43
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-0+

Die Anleitungen zu den Recievern wurden sogar in den Baumärkten ausgelegt. Das freundliche Personal im Pr**iker spielte einem sogar die Software auf.

Anonymer Nutzer 15/11/2008 11:50
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-0+

feiner beitrag schlaumeier
also ich bin seit ca 16 jahren premiereabonnent (darf gar nicht rechnen wie viel ich schon berappt hab, wahrscheinlich schon mehr als an die telekom)
und seit ca 28 jahren benutze ich computer
-> was wie wo soll eine neue smartcard etwas ändern?

faltencreme 15/11/2008 20:56
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-1+

Premiere geht unter, egal wie die versuchen den Karren aus den Dreck zu ziehen.
Ich habe ein Premiere Abbo sei es Premiere Digital gibt (zahle 50€ monatlich), und wenn schon solche Kunden Kündigen stirbt der Verein.
1. Ich wollte bei den Preis Fernsehen ohne Werbung, auch nicht zwischen den Filmen.
2. Das Programm besteht überwiegend aus Wiederholungen.
3. Meine Dreambox wird offiziell nicht anerkannt.
Doch der tropfen der das Fass zum überlaufen brachte ist das verdammte Callcenter.
Mann wird mit anrufen terrorisiert wie es keine Drückerkolonne besser kann.
Der letzte Anruf wollte mich zum wechsel meines Abbos ZWINGEN!.
Hallo Herr sowieso es gibt jetzt viele neue Produkte von Premiere, mein Abbo gäbe es nicht und sie möchte micht jetzt auf ein neues umstellen das natürlich teurer ist, ich aber als aus Ausgleich ein halbes Jahr ein neues Produkt kostenlos sehen darf.
Wollte ich natürlich nicht da ich nie Verträge am Telefon abschliese.
Darauf wurde die Dame pampig, ich müsse umstellen.
Stelle ich nicht um werde ich Zwangsumgestellt, und darf auch die blöden Kostenlosen Sender für 6 Monate nicht sehen.
Ich wurde sauer und machte deutlich wenn sie was wolle sollte sie mir einen Vertrag zusenden.
Macht sie nicht sie werden wieder anrufen wenn meine Frau zuhause ist.
Das war vor drei Wochen.
Mein alter Vertrag läuft weiter, Ich aber werde kündigen.
Eine Firma die derart mit treuen Kunden umspringt überlebt nicht.

Anonymer Nutzer 16/11/2008 19:10
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-1+

Die raffens einfach nicht, 20000000 kunden die für alle pakete 10 euro zahlen, sind besser als 1000000 die 50 euro zahlen

xCx 17/11/2008 07:30
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-0+

Die Unterhaltungsindustrie rafft einfach nicht das eine Verschlüsselung oder ein Kopierschutz nie lange bestand haben. Würde man die Unsummen die in die Entwicklung von solch einem Mist fliesen mal in die Qualität und/oder Preissenkungen investieren würde man damit wesentlich mehr erreichen


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