Schaut man sich im Workstation-Bereich der Nvidia-Website um, so entdeckt der Kunde zwar eine Vielzahl an Produkten, aber der Kenner auch viele Ungereimtheiten. Beispielsweise sind gleiche Produkte in den Whitepapers in unterschiedliche Marktsegmente zugeordnet. Zudem fehlt eine Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Produkten der alten und der neuen Generation. Rein aus den Produktnummerierungen lässt sich jedenfalls nicht die Performanceklasse ableiten.
Bei ATi sind die Produktnummerierungen auch nicht immer schlüssig, aber immerhin hilft die Klassifizierung zwischen 2007er und 2006er Modellen auf der ATi-Website dem Kunden bei der Auswahl. Ohne die Testergebnisse an dieser Stelle vorweg zu nehmen - wer sich für eine Grafikkarte aus 2007 entscheidet, liegt in der Regel richtig.
Tom’s Hardware hat deshalb versucht, mit folgender Übersicht das Dilemma zwischen den Auslaufmodellen und den Newcomern zu lösen und dabei die Leistungsklassen praxisnah festzulegen.
| Marktsegment | Nvidia | ATi |
|---|---|---|
| Ultra-High-End | Quadro FX 5600 | FireGL V8600/V8650 |
| High-End | Quadro FX 4600 | FireGL V7600 |
| Mid-Range | Quadro FX 1700 (FX 4500†) | FireGL V5600 / (V7300†) |
| Entry-Level | Quadro FX 570 / FX 370 (FX 1500†) | FireGL V3600 |
Legende: † Grafikchip der Vorjahres-Generation
Kommen wir nun noch einmal kurz zur Basis. Workstation-Grafikkarten sind hardwaretechnisch keine eigenständigen Produktentwicklungen. Stattdessen sind sie Derivate von Mainstream/Gaming-Grafikkarten und daher technisch zu ihren Äquivalenten nahezu identisch. Letztere sind jedoch erheblich billiger zu haben. Nun könnte der Kunde auf die Idee kommen, auf das billige Mainstream-Produkt zurückzugreifen. Doch als Gegenmaßnahme nimmt der Hersteller beim Workstation-Pendant eine geringfügige Modifikation im Grafikkarten-BIOS und im Grafikkartenchip vor. Die Treiber sind dann so programmiert, dass eine Mainstream-Grafikkarte bei Workstation-Anwendungen magere Leistungswerte erzielt. Nur eine Quadro beziehungsweise FireGL fährt bei OpenGL an das mögliche Maximum.
| Workstation-Modell | Chipbasis | Fab | Mainstream-Äquivalent | Grafikspeicher |
|---|---|---|---|---|
| ATi FireGL V7600 | R600 | 80 nm | Radeon HD 2900 | 512 MB GDDR3 |
| ATi FireGL V7300 | R520 | 90 nm | Radeon X1800 | 512 MB GDDR3 |
| Nvidia Quadro FX 4600 | G80 | 90 nm | GeForce 8800 | 768 MB GDDR3 |
| Nvidia Quadro FX 4500 | G70 | 110 nm | GeForce 7800 | 512 MB GDDR3 |
Früher waren Taktfrequenzen ein Maß für die Performance. Heute sollte man zuerst auf die Chip-Technologie achten, denn wer mit Taktfrequenzen vergleicht, sollte wissen, dass dies nur innerhalb einer Chip-Generation möglich ist, ansonsten gerät man schnell auf die falsche Fährte. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl stellt die Shader-Model-Generation dar. Der Käufer sollte auf die Version 4.0 setzen.
DirectX und OpenGL waren früher konkurierende APIs für Entwickler von Software-Applikationen. Obwohl OpenGL nach wie vor im Workstation-Segment dominierend ist, wird DirectX mehr und mehr salonfähig. Typischer Vertreter ist 3D Studio Max 9.0. So kann man bei dieser Applikation zwischen DirectX und OpenGL wählen. Um aber optimale Hardware-Shader-Performance zu erzielen, empfiehlt Tom’s Hardware in diesem Fall DirectX. Auch andere nutzen dies verstärkt. Ferner entdeckt man DirectX auch auf den Referenzwerten auf der SPEC-Website.
| Workstation-GPU | Speicher Bandbreite | DirectX | OpenGL | Shader Model | Core Clock | Memory Clock | Engine |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ATi FireGL V7600 | 51,0 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 500 MHz | 510 MHz | 320 SPUs |
| ATi FireGL V7300 | 41,6 GB/s | 9.0c | 2.0 | 3.0 | 600 MHz | 650 MHz | 16 P / 8 V |
| Nvidia Quadro FX 4600 | 67,2 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 500 MHz | 700 MHz | 112 SPUs |
| Nvidia Quadro FX 4500 | 33,6 GB/s | 9.0c | 2.0 | 3.0 | 430 MHz | 525 MHz | 24 P / 8 V |
Legende: SPUs = Stream Processing Units, P = Pixel Shader, V = Vertex Shader
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Fänd einen Vergleich mit Gamerkarten als Gegenstück ziemlich cool, z.B. 8800 Ultra und Spasses halber vllt. noch nen Vergleich in Games mit den Quadros/FireGL
Ich glaube nicht, dass man das so einfach vergleichen kann. Die Mainstream Karten sind im bereich OpenGL gebremst, dreimal darfst du raten, warum
, und ob die CAD Karten mit D3D und vor allem Spielen laufen, weiß ich nicht.
@DHAmoKK:
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich habe diese Art von Vergleichen früher versucht und letztlich aufgegeben. Sie bringen nichts, weil es immer zu der gleichen Aussage führt: Workstation-Grafikkarten sind bei Workstation-Applikationen schneller, Gamer-Karten sind bei Spielen schneller.
ATi und Nvidia sind schlau genug, um sich nicht ihr eigenes Geschäftskonzept zu zerstören. Deshalb wird per Treiber die Performance gesteuert. Ansonsten ließen sich die Workstation-Grafikkarten nicht so teuer, aber mit besserem Service verkaufen.
Gruß Uwe Scheffel, Tom's Hardware
Angeblich existieren modifizierte Quadro Treiber die man auf Mainstreamkarten betreiben kann. In wie weit diese jedoch die Performance beinflussen oder ggf. sogar verschlimmbessern ist unklar.
Leute, die ihre GeForce zur Quadro bzw. ihre Radeon zur FireGL umrüsten gibt es zwar, aber für einen auftragsorientierten Konstrukteur rentiert sich diese Frickelei nicht. Den Preisvorteil, den man durch Umrüsten gewinnen würde, holt man in der Regel viel schneller mit Konstruktionsarbeit herein.
Trotzdem wäre ein Vergleich mit Gaming-Karten sehr interessant, um mal einordnen zu können, was eine Quadro/FireGL so bringt. Vorallem seit zB. 3dsmax für DirectX optimiert wird - der Unterschied ist hier wohl nicht mehr so gewaltig wie bei openGL.
btw. ein 3dsmax Benchmark im Gaming-Kartentest wäre auch nicht zu verachten - gab's glaub ich früher auch mal...
Warum soll man Äpfel mit Birnen vergleichen?

"Vergleich mir mal bitte diesen Baukran mit dem Sportboot, damit ich den mal leistungsmäßig einordnen kann in meinen Fuhrpark aus yachten."
Oder werden hier auch Server mit zwei Xeon Quads und schlag mich tot mit Spielen geprügelt?
Was hilft Dir das Ergebnis, das bei einem solchen Vergleich kommen soll? Dass Du dann sagst: "Geil, das Geld für eine Quadro kann ich mir sparen." Keiner ist so bescheuert, für Gamingleistung über 1k hinzulegen
Schönen Abend
Ich fände es dennoch interessant mal ein System mit Workstationkarte gegen ein system mit Gamerkarte antreten zu lassen. Und zwar jeweils auf Gleichem Einkaufspreisniveau.
also wahrscheinlich 2 oder gar 4 Gamerkarten im SLI gegen eine Workstationkarte.
Erwarten könnte man einen OpenGL Vorteil bei der Workstationkarte (zumindest bei Anwendungen deren Profil im Treiber hinterlegt ist) aber wie siehts aus bei directx Anwendungen (nicht spiele sondern Profianwendungen)? Wie siehts aus bei openGL anwendungen, die kein Profil im Treiber haben (z.B.: selbstgeschriebene Software).
Gerade für den Einkäufer wäre das doch eine interessante Gegenüberstellung.
Hallo,
was mich in diesem Artikel etwas irritiert ist die Gleichstellung der FX370 mit der FX3500. Will man nVidia's SPECviewperf® Werten glauben liegen ja Welten zwischen den beiden Karten.
Grüße
Michael
Also ich würde mir eine Workstation, mit der ich Geld verdienen muss, nicht mit einem Grafikkartentreiber versauen, der einmal im Monat einen Update bekommt und nie wirklich ausgereift ist.
Allein deswegen macht der Vergleich von Gamer- und Profikarten keinen Sinn. Was habe ich davon, wenn ich bei der Grafikkarte 500 Euro spare und mir dafür der Rechner immer wieder wegen einem mülligen Treiber abraucht.
Und was man vielleicht auf den ersten Blick mit 2 Grafikkarten im SLI- oder Crossfire-Verbund gegenüber einer Quadro oder FireGL spart, wird man am erhöhten Stromverbrauch und an der verminderten Zuverlässigkeit um ein vielfaches wieder draufzahlen.
Einkäufern sollte man in bestimmten Bereichen besser keine Wahl lassen.
@Michael11:
Sehr aufmerksam! Ist ein Fehler meinerseits gewesen. Aus Auslaufmodell für den Entry-Level meine ich natürlich den FX 1500 (und nicht den FX 3500). Ist jetzt geändert.
Unterschied Gamerkarten <-> CAD-Karten
....
1. CAD Karten bleiben über Jahre Imagekompatibel
2. Die Treiber sind für bestimmte Anwendungen zertifiziert
Hier gehts auch darum über mehrere Jahre eine
stabile Plattform zu haben....
Meist 3 Jahre
Noch ein kleiner Hinweis:
Wenn man schon CAD-Karten testet, dann bitte auch auf entsprechenden Systemen.
Also minimal C2D 3GHz oder auf XEON bzw. Opteron Basis mit XP 32(mit u. ohne 3GB-Tweak) und XP64.
4GB Ram....etc.
Für den wildcat bzw. catia-Bench dürften die getesteten Karten etwas überdimensioniert sein.
Da reicht zum Arbeiten, auch mit großen Modellen in den meisten Fällen schon eine FX570....
Gruß
ZWV
Maya 6.5 ist ja nicht gerade die neueste Version von Maya. Kann es sein, dass Maya 2008 die neue nVidia besser nützt? Im Zusammenahng mit Maya stellt sich auch die Frage nach Gelato, das es meines Wissens für ATI nicht gibt. Oder gibt es da etwas Ähnliches?
LG,
Ralph
http://www.spec.org/benchmarks.html
Leider gibt es momentan nur für Maya 6.5 einen offiziellen Benchmark. Alles weitere ist Spekulation.
Danke, Uwe, für die rasche Antwort. Bin eben bei den Kaufvorbereitungen für einen neuen Rechner mit Schwerpunktanwendung Maya, und da ist die Frage nach der Performance mit Maya 2008 natürlich wichtig. Während die Testergebnisse für die ATI sprechen, ist ein wichtiges Argument für nVidia das mehr oder weniger mitgelieferte Gelato-Render-Plugin, das im Zusammenhang mit Maya angeblich Gewaltiges aus der Quadro zaubert ... vielleicht fällt Dir was ein, wie sich dieser Unterschied quantifizieren lässt ...
Hallo.
Etwas spät aber: Kann man eine Aussage zur Geräuschentwicklung, unter Vollast, machen?
Gruß
Achi