Anonym Telefonieren durch SIM-Card-Tausch

Nächste News
17:30 - 10. Januar 2008 von Thomas Kretschmann

Der AK Vorratsdatenspeicherung hat sich eine Methode ausgedacht, um der Daten-Sammelwut zumindest im Bereich Mobilfunk einen Riegel vorzuschieben: Teilnehmer einer Tauschbörse mischen ihre SIM-Karten wild durcheinander.

Wer Wert darauf legt, dass seine Daten zumindest bei Handy-Telefonaten nicht direkt seiner Person zuzuordnen sind, kann ab sofort bei der Aktion »Kartentausch für Prepaid-Handykarten« teilnehmen. Die wurde vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ins Leben gerufen. Man will dem »Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG« ein Schnippchen schlagen. Das Ganze funktionier folgendermaßen: Interessierte senden eine mit 10 Euro aufgeladene Prepaid-Card samt PIN sowie einen frankierten, mit Rückadresse adressierten Umschlag an den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Alle Einsendungen werden so zu sagen durchgemischt, und jeder Teilnehmer erhält die SIM-Karte irgend eines anderen (anonymen) Teilnehmers. Telefoniert man damit, speichert der Mobilfunkprovider die Daten des jeweils anderen Tauschbörsen-Teilnehmers.

»Es ist selbstverständlich, dass man Menschen anspricht, ohne seinen Namen zu nennen, und Briefe versenden kann, ohne einen Absender anzugeben«, kommentiert Patrick Breyer vom AK die Aktion. Der Kartentausch an sich ist völlig legal. Wer getauscht hat, bekommt dies auch bestätigt: Treibt derjenige, der die ursprünglich eigene Karte benutzt, damit Unfug oder geraten die Verbindungsdaten der frisch erhaltenen SIM-Card ins Visier der Polizei, ist damit die eigene Unschuld zu beweisen. »Mit der Tauschbörse sollte es Handy-Nutzern nun auch wieder offenstehen, unbesorgt vertrauliche Beratung in Anspruch zu nehmen, Journalisten zu informieren oder sich staatskritisch zu engagieren«, ergänzt Patrick Breyer.

Mehr zur seit Januar geltenden Vorratsdatenspeicherung bei Tom’s Hardware:

Quelle: Tom's Hardware DE

Kommentare zum Beitrag
Kommentar absenden
knackwurst 13/01/2008 12:31
Ausblenden
-0+

Herzlichen Gückwunsch AK Vorratsdatenspeicherung! Alle Terroristen der Welt werden es euch danken! Endlich wieder anonym agieren können.

Ich hoffe dieser Panikmache vor dem bösen bösen Staat hört auf, bevor der nächste große Anschlag passiert.

Ansonsten klebt auch Blut und Mitschuld an euren Händen!

Felipe23 13/01/2008 23:38
Ausblenden
-0+

Und ich hoffe, dass diese Panikmache vor den bösen, bösen Terroristen, die angeblich an jeder Ecke lauern aufhört bevor die Menschen endlich kapieren, was Benjamin Franklin schon vor Jahrhunderten wusste:

"Es nützt der Freiheit nichts, dass wir sie abschaffen, um sie zu schützen"

ka0t 28/01/2008 10:25
Ausblenden
-0+

Ich finde es naiv zu sagen, dies würde den Terroristen Tür und Tor öffnen.
Ein Terrorist hat durchaus die Mittel sich über andere Wege eine gefälschte SIM- Karte anzuschaffen. Ich will hier kein Tutorial hinstellen, doch auch für Laien ist es (wenn auch illegal) ein Kinderspiel.
Gerade deswegen ist es ein Witz, ernsthaft zu glauben durch diese Überwachung etwas erreichen zu können. Ein terrorist wird nicht über einen billigen pop server seine anschlagspläne mit betreff "die Pläne für den Bombenanschlag im Berliner Bahnhof morgen früh" schicken.
Das ist alles so verschlüsselt ,das kein Rechner der Welt das Passwort innerhalb von 100 Jahren gebrutet hat.
Wären die Terroristen so dumm und unfähig im Umgang mit Computern, hätte der Wahnsinn vieleicht den Hauch einer Chance.
Der Müll, den die Politiker treiben ist in meinen Augen nur eine Farcé um
die Leute in Sicherheit zu wiegen und toll dazustehen - eine billige und
nicht wirklich erfolgversprechende Taktik.

Schönes Leben noch

Kommentare auf dieser Seite geschlossen.
Anzeige
Anzeige
Mehr aus dem Bereich
 Testberichte über Weitere...
»Die 5-Prozent-Hürde knacken« – Die Piratenpartei im Interview

»Die 5-Prozent-Hürde knacken« – Die Piratenpartei im Interview
Thomas Melchinger, Direktkandidat der Piratenpartei, über Ziele bei der Bundestagswahl, die Berichterstattung in den Medien und den Möglichkeiten seiner Partei nach einem Scheitern bei den Bundestagswahlen. Mehr

  • Pcvisit: Fernhilfe für XP und Vista
    Wer die PC-Probleme anderer Menschen lösen will, muss nicht unbedingt zu ihnen hinfahren. Fernhilfe übers Internet ist da deutlich effizienter. Der Helfer holt sich die Windows-Oberfläche des Hilfesuchenden auf seinen Rechner und zeigt, wie es geht. Mehr
Alle Weitere... Tests
Anzeige

Newsletters


  • Ihre Probleme und Fragen zu Computer-Technik
  • Abschicken

Partner