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Ende Solar-PC-Test: 245 Stunden im Betrieb
Quelle : Tom's Hardware DE – Tags: Solar-PC, Livetest, Logbuch 2 Kommentare
Dienstag, 9.10.2007
Drei Wochen lang lief unser PC-System basierend auf AMD-Hardware autark angetrieben mit Solarzellen. Das Projekt entspricht somit einer so genannten Insel-Anlage. Jeder Leser konnte die Arbeit des Rechners und der Photovoltaik-Anlage quasi "live" mitverfolgen, dafür sorgten automatische Kameras, die das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Das von uns sorgfältig konfigurierte AMD-System besteht aus einem Athlon X2 BE-2350 (2 x 2.10 GHz), einem Gigabyte GA-MA69GM-S2H mit AMD-690G-Chipsatz und 2 GB Speicher samt 18-Zoll-Monitor. Im Vergleich dazu hätte ein Intel-System ein paar mehr "Kalorien" verbraucht und wäre auf eine etwas geringere Betriebszeit gekommen - in dieser mittleren Leistungsklasse zumindest. Jedenfalls lässt sich unser PC-System für die tägliche Büroarbeit einwandfrei einsetzen - die wenigsten Anwender im Privat- und Geschäftsumfeld benötigen mehr. Freunde von 3D-Spielen sind mit einem Solarzellen-Antrieb nicht gut beraten, es sei denn, die Fläche der polykristallinen Zellen wird mindestens verdoppelt oder der Solar-Puffer-Akku wird entsprechend größer ausgelegt. Bei uns stand das Thema Spielen zumindest nicht auf dem Plan.

Kommen wir nun zu den Highlights der vergangenen 22 Tage: Die beiden 130-Watt-Zellen mit knapp zwei Quadratmeter Fläche schafften am 27. September einen Spitzenwert von 277,2 Watt. Dagegen wurde der höchste Solarenergie-Tagesertrag am 23. September mit 1375 Wh erzielt. Bei Netzeinspeisung würden wir also eine Vergütung von (0,49 Euro/kWh) 8,23 Euro erhalten. Aufs Jahr gerechnet wären das immerhin 142 Euro. Den längsten Betrieb mit 18 Stunden und 43 Minuten erreichte das AMD-System am 22. September. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug im Zeitraum (18. September bis 9. Oktober) 8,5 Stunden täglich, das PC-System war im Schnitt 11 Stunden im Betrieb. Die Gesamtlaufzeit des Rechners betrug knapp 245 Stunden.
Auch wird wieder deutlich, dass sich ein normaler Büro-PC autark mit Sonnenenergie gut realisieren lässt. Nur bei in Folge auftretenden Regentagen, wo der Puffer-Akku vollkommen aufgebraucht ist und nicht geladen wird, sind Ausfälle - wie beispielsweise am 26. September - unvermeidbar. Interesssant auch die Tatsache, dass den 189 Sonnenstunden eine PC-Betriebszeit von 245 Stunden gegenüber steht.
Für die Leser, die in das Thema „Solarzellen-betriebener PC“ von Beginn an einsteigen wollen, hier eine Übersicht der bisherigen Artikel:
- Solar-PC I: Grundlagen
- Solar-PC II: Hardware-Komponenten
- Solar-PC III: Installation der Anlage
- Solar-PC IV: System im Dauerbetrieb
Energiesparen in punkto PC-Systeme steht bei THG seit geraumer Zeit auf dem Plan. Folgende interessante Projekte hat die Redaktion veröffentlicht:
- Stromspar-PC im Eigenbau: 45 Watt Verbrauch für 455 Euro
- Stromspar-PC im Eigenbau II: Die optimalen Komponenten
- Stromspar-PC im Eigenbau III: Montage & Labormessungen
- Es geht doch: Der 37-Watt-PC für den Desktop
Logbuch aus den vergangenen Tagen - Donnerstag, 4.10.2007
Es ist an der Zeit ein kurzes Resumee seit Beginn des Solar-PC-Live-Tests zu ziehen: Insgesamt 13,5 kWh an Energie haben wir gewonnen, das ist in Anbetracht der Jahreszeit und des relativ kurzen Zeitraums von 17 Tagen ein respektables Ergebnis. Zumal das Wetter nicht immer mitspielt und demzufolge der Solar-betriebene PC einige Stunden ausgeschaltet bleibt. Unsere beiden Zellen mit knapp unter 2 Quadratmetern Fläche hätten im Testzeitraum einen Einspeise-Erlös von 6,70 Euro (Energiekosten) erzielt! Am Dienstag lief der Rechner knapp zehndreiviertel Stunden und hat somit für einen langen Büro-Arbeitstag gesorgt.
Einen sehr guten Ertrag lieferte auch Deutschlands Nationalfeiertag, der 3. Oktober, mit 1109 Wh. Damit war es möglich, den Solar-PC über 11 Stunden lang allein mit Sonnenenergie zu betreiben. Erst 2:10 Uhr nachts war die Akkukapazität aufgebraucht und der Rechner schaltete ab. Dennoch konnte der bisherige Rekordwert mit einer Betriebszeit von 18 Stunden und 27 Minuten nicht wiederholt werden - das war am 24. September - wo die beiden Solarzellen fast 1300 Wh geschafft hatten. Die höchste Gesamtleistung der beiden Zellen wurde mit 277 Watt am 27. September ermittelt, einem Tag, der sonst stark Wolken-verhangen war.
Infolge des trüben Wetters am Donnerstag-Vormittag schaltete sich der Rechner erst gegen 13 Uhr ein - zuvor war die Akkukapazität einfach zu gering. Die Wettervorhersage sieht nicht berauschend aus, so dass heute keine langen Betriebszeiten des Solar-PCs zu erwarten sind.
Montag, 01.10.2007
Am Samstag, den 29.09. trat gegen 20 Uhr ein größeres Netzwerkproblem auf, wodurch der Status des Solarrechners nicht mehr ermittelt werden konnte. Dadurch kam es am Abend und am Folgetag zu falschen Akkustands-Anzeigen auf der Webseite. Die Anlage selbst funktionierte dennoch fehlerfrei, sie ist unabhängig von der Webpräsentation. So wurde der Rechner auch am Sonntag eingeschaltet.
Die PC Live-Daten hatten am Wochenende teilweise fehlende Werte, die Spannungsangaben sowie die CPU-Temperatur und die –Lüfterdrehzahl wurden nicht erfasst und ins Diagramm eingetragen. Der Grund lag in einer Fehlfunktion bei einer Datenerfassungsapplikation. Der Fehler wurde korrigiert und die Daten sind jetzt wieder auf dem aktuellen Stand.
Die Anzeige der Akkukapazität konnte am Montag, den 01.10. um 9 Uhr wiederhergestellt werden. Anhand der Leistungs-Logdaten wurde die Kapazität im Akku neu berechnet und um 10:30 Uhr auf den neuen Wert gesetzt. Die Anlage arbeitet nun wieder fehlerfrei.
Das Wetter am Wochenende hat sich seit dem grausigen Freitag erheblich verbessert. Während wir am Freitag nur einen schlappen Ertrag von 99,1 Wattstunden erzielten, schoss am Samstag der Wert auf 1212,37 Wh nach oben. Der bewölkte Sonntag brachte immerhin 803,11 Wh. Die Laufzeiten unseres Solar-PCs zwischen Samstag und Sonntag: 16:08h und 11:16h - ganz passabel, wie wir meinen.
Freitag, 28.09.2007
Eigentlich hatten wir keine großen Erwartungen an den Donnerstag, denn es regnete wieder. Doch mittags riss der Himmel für kurze Zeit auf und ließ die Sonne durchscheinen. Dies sorgte für eine kuriose Situation: Der Spitzenwert für die produzierte Leistung erreichte einen bislang noch nie dagewesenen Rekordwert. 277,20 Watt übertraf bei weitem das letzte Maximum von 211 W, welches am Sonntag, den 23.09.2007 erzielt wurde. Einzige Erklärung dafür ist unserer Meinung nach die klare Luft, die vorher der Regen hergestellt hatte. Dieser hatte anscheinend die übliche Luftverschmutzung der Großstadt München "weggespült". Doch der Effekt währte nicht lang. Kurz darauf waren die dunklen Wolken wieder da. Immerhin hatten wir gestern eine akzeptable Ertragszeit von 8 Stunden und 42 Minuten. So hatte der Solar-PC wenigstens 4 1/4 Stunden Energie für durchgängigen Betrieb.
Doch heute am Freitag sieht es wieder düster aus. Bis in den Nachmittag Dauerregen. Mit ein bisschen Glück kommt am Abend noch ein wenig Sonnenenergie vom Himmel.
Donnerstag 27.09.2007
Der Wettergott meint es zur Zeit nicht gut mit unserem Solarprojekt. Klar war, dass sich das Wetter am Mittwoch in Süddeutschland nicht unbedingt bessern würde, und tatsächlich: Bei der Waschküche, die draußen herrschte, startete der Solar-PC erstmals überhaupt nicht. Kein Wunder, dass auch der Ertrag erneut fiel — von 183,6 Wh von Dienstag auf 90,82 Wh am Mittwoch. Und unter 100 Wh springt das System gar nicht erst an.
Zur Zeit läuft der Solar-PC. Immerhin 60 Wh hatten sich gestern angesammelt. Dies und die Tatsache, dass es gerade nicht regnet, dürften dafür sorgen, dass der Rechner voraussichtlich 2-3 Stunden läuft. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt: Vielleicht reißt die Wolkendecke ja doch noch ein wenig auf ...
Mittwoch, 26.09.2007
Es kam wie es kommen musste. Der Dienstag war ein kompletter Nassauer, dementsprechend auch die Ergebnisse. 3 Stunden und 5 Minuten Laufzeit des Solar-PCs zeigten, dass bei strömenden Regen immerhin etwas ging. Der Ertrag fiel von 1292,6 Wattstunden am Montag auf schlappe 183,6 Wh am 25.09.2007. Gestartet hat der Rechner erst 12:38 Uhr - kein Vergleich zu unseren erfolgsverwöhnten Vortagen als es meist vor Zehn losging. Am frühen Nachmittag, um 15:43 Uhr war schon wieder Schluss, denn von den Solarpanels kam nicht ausreichend Energie und der Akku hatte auch keinen Saft mehr.
Am heutigen Mittwoch schaut es nicht besser aus. Das Wetter ist so schlecht, dass unsere Techniker überhaupt keine Lust mehr haben, abends aufs Münchner Oktoberfest zu gehen. Wer steht schon gern im Regen...
Dienstag, 25.09.2007
Die Ergebnisse vom Montag, den 24.09.2007 lagen voll im Bereich der Erwartungen. Zwar wurde die Ertragsmarke von 1300 mit 1292,61 Wattstunden nur leicht verfehlt, dennoch sind die Werte recht zufriedenstellend. So lief der Solar-PC immerhin 18 Stunden und 27 Minuten lang. In der Nacht um 4:13 schaltete er sich aus, nachdem der Akku keine Energie mehr lieferte.
Am heutigen Dienstag ist der vorhergesagte Regen eingetroffen. Es gießt in Strömen. Die Energieproduktion dürfte deshalb sehr mager ausfallen, falls es sich am Nachmittag nicht aufklärt.
Montag, 24.09.2007
Am Wochenende zeigte unsere Solaranlage, was sie wirklich kann. Der ganztägige Sonnenschein produzierte satte 1375 Wattstunden Energie am Sonntag. Der Samstag war mit 1335 Wh auch bemerkenswert und bot sogar eine 10 Minuten längere Ertragszeit von 11:09 Stunden (Sonntag 10:59 Stunden). Die Anlage produzierte am Wochenende schon ab halb 8 Strom, sodass der PC nur reichlich 5 Stunden offline war. Freitag, Samstag und Sonntag lief der Solar-PC akkugetrieben immer bis nach 4 Uhr morgens durch. Nachteulen hätten also gute Karten gehabt. Ein neuer Laufzeitrekord wurde am Samstag, den 22.09.2007 aufgestellt: 18 Stunden und 43 Minuten unterbrechungsfreier PC-Betrieb wurden bislang noch nicht erreicht.
Auch der heutige Montag ist wettertechnisch sehr gut. Morgen, am Dienstag, den 25.09.2007, rechnen wir jedoch mit einem massiven Abfall der Energieproduktion - sollten die Wetterfrösche Recht behalten.
Freitag, 21.09.2007 - kurze Mittagsbilanz
Diesmal lieferten die Akkus bis 03:28 Uhr am frühen Morgen Strom. Am vorletzten Tag machten die Akkus schon um 23:30 Uhr schlapp. Die Wetteraussichten sind momentan noch sehr gut. Ob der Solar-PC den Rekord vom Vortag überbieten wird, steht noch nicht fest. Hoffen wir, dass der Himmel klar bleibt.
Donnerstag, 20.09.2007
Es geht noch besser. Am Donnerstag konnte man von fast perfektem Wetter sprechen - ein herrlicher Spätsommertag. Das schlug sich auch auf den Energieertrag nieder: Zwischen 7:30 und 18:47 Uhr sammelten unsere Solarpanels insgesamt 1304,52 Wattstunden. Das sind satte 43 Prozent mehr als am Vortag (909,94 Wh). Die überschüssige Energie, die der laufende Solar-PC nicht benötigte, wurde zum Laden des Akkus benutzt. Auch nach Sonnenuntergang lief er somit munter weiter und schaffte es erstmals, die Mitternachtsgrenze zu überschreiten - Bilanz: 17 3/4 Stunden unterbrechungsfreier Betrieb (Vortag 13 1/2 Stunden).
Mittwoch, 19.09.2007
Dichter Nebel zog am Mittwoch morgen über dem THG-Labor auf. Doch diese schlechten Voraussetzungen hatten sich binnen kurzer Zeit geändert.
Bestes Septemberwetter sorgte dafür, dass die Solaranlage so viel Energie lieferte, dass der PC über 13 Stunden am Stück seinen Dienst verrichtete: Unser Energieertrag betrug knapp 1000 Wh, was unser lokaler Stromversorger - die Stadtwerke München - mit 52 Cent belohnen, wenn man diese im Netz einspeisen würde.
Der noch am Vorabend gesammelte Energiebonus führte dazu, dass sich der Rechner bereits am Morgen um 10:04 Uhr einschaltete. Die gespeicherte Energie reichte auch für einen Betrieb bis in die Nacht aus: Erst um 23:30 Uhr musste sich der Rechner abschalten.
Viele Leser konnten auf den Webcam-Bildern nicht eindeutig erkennen, ob der Solar-PC wirklich läuft. Fortan lassen wir eine bunte Diashow auf ihm ablaufen.
Dienstag, 18.09.2007
Nach wochenlanger Vorbereitungszeit starten wir unser Live-Projekt. Am Wochenende und am Montag wurde die Anlage umfangreichen Tests unterzogen: Wir führten dutzende Prüfläufe durch, damit nichts schiefgehen kann. Der Sonnenschein der letzten Tage stimmte uns zuversichtlich, doch das Wetter am Dienstag wirkte wie ein Schock: Es regnete in Strömen ganzen Tag lang.
Der Akku wurde zwar stetig geladen, doch erst zur Mittagszeit - um 12:59 Uhr - hatten die Solarzellen soviel Energie geliefert, dass der Akku eine Kapazität von 100 Wattstunden hatte: Der Rechner konnte sich nun einschalten. Enttäuschend war auch die weitere Laufzeit: Nur knapp zweieinhalb Stunden hielt der Rechner durch, so dass er sich um 15:24 Uhr aufgrund von Energiemangel wieder abschalten musste. Obwohl der Akku noch über den Nachmittag geladen wurde, reichte die Energie nicht aus, um den Rechner ein zweites Mal einzuschalten.
Hoffen wir, dass uns am Mittwoch ein wenig Sonnenschein erwartet. Vorabtests zeigten: Nur bei leicht bewölktem Himmel und gelegentlichen Sonnenschein erzielt man brauchbare Ergebnisse.
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Muss dem Team von THG ein dickes Lob aussprechen, dass sie nicht nur nach immer schnelleren und leistungsstärkeren Komponenten jagen.
Jedoch würde ich gerne wissen. Wie teuer waren denn jetzt die Solarzellen?
Schönes Experiment! Dickes Lob.