
Einen eindeutigen Spitzenreiter gibt es in diesem Vergleichstest nicht! Ganz oben steht jedoch die 16-MB-Version der All in Wonder 128 von ATI. Sie bietet platzsparende MPEG-Aufnahmen bei maximaler Fernsehauflösung (PAL 720 x 576). Ein äußerst positiver Aspekt an der Karte ist der günstige Preis von nur 399 Mark. Der Philips-TV-Tuner liefert Bilder in sehr guter Qualität. Wegen zweier Knackpunkte verfehlt diese Version nur knapp die Empfehlung der Redaktion. Erstens, braucht man eine leistungsfähige CPU (mindestens Pentium III 550), um platzsparende MPEG2-Aufnahmen bei voller PAL-TV-Auflösung in Echtzeit zu erzeugen. Geringere Auflösungen oder andere Formate schafft die Karte jedoch mit "kleineren" Prozessoren. Zweitens, fehlt im Software-Bundle das Ulead VideoStudio 3.0. Dieses ist nur bei der 32-MB-Variante enthalten. Das VideoStudio 3.0 verfügt über ein spezielles Plug-in, beim dem MPEG2-Videos ohne Umrechnen in andere Formate (Rekompression) editiert werden können.
Wir zögern mit der Vergabe einer Empfehlung für die 32-MB-Karte, weil die Treiber von ATI dafür noch nicht ausgereift sind. Für uns unverständlich ist, dass im Vergleich zur 16-MB-Version die TV-Wiedergabe zu viele CPU-Ressourcen verzerrt. Ein Umschalten zwischen den Sendern kann bis zu 1 Sekunde dauern. Wechselt ein Sender von Mono- in den Stereo-Modus, so beobachteten wir starke Tonschwankungen. Auch das Filtering der TV-Bilder funktioniert noch nicht optimal. Die All in Wonder 128 32 MB ist noch relativ neu und besitzt einen anderen Tuner (Temic) und einen neuen Capture-Chip, den Rage Theater. Hebt ATI seine Treiber für diese Karte auf das Niveau der 16-MB-Variante, sollte der Hersteller bald mit einer Empfehlung von uns rechnen können. Warten wir also noch ein wenig.
An zweiter Stelle steht die Marvel G400TV von Matrox. Trotz des hohen Preises von knapp 600 Mark kann die Karte einen großen Pluspunkt für sich verbuchen: Die Aufnahme von Videos ist nahezu unabhängig von der eingesetzten CPU. Dies ermöglicht der Zoran-Chip, der Videos ohne Zeitverzug im MJPEG-Format aufnimmt. Besonders für Anfänger ist die Video-Editiersoftware "Avid Cinema" ausgelegt. Die ersten Versuche kann man getrost ohne Studium des Handbuchs durchführen. Das MPJEG-Format benötigt jedoch bis zu fünf Mal mehr Speicherplatz als das MPEG2-Format. Ein Trostpflaster ist deshalb die mitgelieferte Transcoder-Software LSX von Ligos. Ist ein Video fertig editiert, kann es in das MPEG2-Format konvertiert werden. Dieser Rechenvorgang ist jedoch sehr zeitaufwendig.
