Testverfahren für Motherboards
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Wie wir Motherboards testen
- 2 – Stabilität
- 3 – Mehr zum Thema
Das Motherboard ist unbestritten das wichtigste Element in einem Computersystem. Alle Transaktionen zwischen CPU, und den Anderen Baugruppen werden hier gehandelt. Es ermöglicht jedem noch so guten Peripheriegerät und auch den Prozessoren Ihre Leistungen in den gesamten Verbund eines Systems einzubringen.
Bevor man ein Motherboard kauft ist trotzdem immer noch die erste Frage welche CPU zum Einsatz kommen soll. In der Abhängigkeit dazu stellt sich dann in manchen Fällen auch die Frage nach dem Chipset. Ein Blick in unseren Chipset Guide lohnt sich an dieser Stelle und kann helfen die richtige Entscheidung zu treffen. Mit diesen Vorgaben im Kopf sollte als nächstes ein zuverlässiger Hersteller gewählt werden. Obwohl wir immer ein offenes Ohr für die sogenannten Underdogs hatten und auch immer noch haben, ein entsprechender Markennamen ist in aller Regel schon ein recht brauchbarer Schutz vor Enttäuschungen. Zu einem Markennamen gehört allerdings immer auch eine Website. Eine solche Page ist die beste Quelle, wenn es darum geht ein Update für ein Flash BIOS oder andere Hilfen zu beschaffen.
Eine neue Art Motherboards zu testen
Wir haben vor mehr als zwei Jahren angefangen Motherboards zu testen. Der Start der deutschen Seite ist ein guter Zeitpunkt die alten Traditionen zu überdenken. In der Vergangenheit haben wir in erster Linie auf die Performance eines Produktes geachtet. Das war damals sicherlich ein entscheidendes Argument. In Zeiten in denen der Unterschied zwischen dem schnellsten und langsamsten Board in einem Test gerade mal 3% beträgt ist ein solcher Ansatz aber sicherlich überholt. Eine Rangliste zu entwickeln, die nur auf der Performance basiert, wird unter solchen Umständen zur Erbsen Zählerei und ist von der Wirklichkeit ziemlich weit entfernt.
Aus diesen ganzen Gründen haben wir uns dazu entschlossen die Schwerpunkte in unseren Testreihen auch auf andere Kriterien auszudehnen. Für Anwender Systemintegratoren und für die großen OEM Kunden, auch Compaq ist "nur" OEM Kunde und kauft Motherboards bei anderen Herstellern, sind Kriterien, wie Zuverlässigkeit und Qualität mitentscheidend. In der Vergangenheit haben auch wir gelernt, was es heißt Zuverlässigkeit gegen Geschwindigkeit zu tauschen. Auch die E-Mails, die wir im Laufe der Zeit erhalten haben sprechen an dieser Stelle eine recht deutliche Sprache. Ein fast schon klassisches Problem sind die Konflikte, sobald mehrere PCI und / oder ISA Karten eingesetzt werden sollen. Noch schlimmer wird die Sache, wenn Karten nachträglich eingebaut werden sollen.
Ein sehr eindrucksvolles Beispiel für die Kluft zwischen Geschwindigkeit und Kompatibilität ist das bei uns ansonsten so beliebt LX6 von Abit. Zum Übertakten ganz hervorragend geeignet und auch bei hohen Anforderungen an die Geschwindigkeit immer noch stabil. Sobald mehr als eine AGP Karte eingesetzt worden ist begannen allerdings die Probleme. Spätestens wenn eine SCSI oder eine Netzwerkkarte zum Einsatz kommen sollte waren die Probleme da.
Zwischenzeitlich ist es mehr als nur üblich mehr als nur eine Karte in einem Rechner einzusetzen. Ein privat genutztes Spielesystem ist beispielsweise ohne Modem oder ISDM Karte kaum vorstellbar. Den größten Spaß hat man schließlich bei den diversen Multiplayer Sessions über das Netz. Unser QuakeII ist dabei nur ein Spiel von vielen. Im Geschäftsumfeld ist ein Rechner ohne externe Anbindung sowieso eher die Ausnahme als die Regel. Daß ein Motherboard neben einer Graphikkarte auch ein Modem oder zumindest eine Netzwerkkarte akzeptieren muß ist also eine Mindestforderung.
Für Anwender, die ein relativ teures PII System anschaffen sind zudem gut beraten, wenn sie sich für ein SCSI Interface entscheiden. Dieses bietet die beste Performance und erlaubt es die verschiedensten Peripherie Geräte anzuschließen. Die Performance ist der eines EIDE Systems überlegen und eröffnet zudem noch die Möglichkeit weitere Geräte nachträglich ohne großen Aufwand anzuschließen. CD-ROM, CD Brenner, Streamer und Scanner sind keine Exoten mehr. Außerdem hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, daß nur geringe Probleme von einem solchen Interface zu erwarten sind, wenn man sich an die Produkte eines der originären Hersteller hält. So ist es in unseren Augen ein Pluspunkt, wenn ein System, das für den professionellen Markt gemacht worden ist, ein SCSI Interface bereits eingebaut hat. Noch besser wäre ein RAID Controller und das ganze am besten von adaptec. Der Ultra 2 Wide SCSI von adaptec, den wir bei unserem BX Test auf dem Board von DFI vorfanden. Eine weitere Mindesterwartung ist für uns demnach auch, daß ein SCSI Kontroller von einem Motherboard anstandslos akzeptiert wird. Bei Systemen, die auf den professionellen Markt abgestimmt sind gilt dies doppelt.
Eine Sound Karte ist das etwas ganz besonderes was in der breiten Masse nicht genutzt wird? Die Antwort lautet mit Sicherheit NEIN. So ist es nicht verwunderlich, daß auch wir fordern, daß eine solche Karte in einem System ohne Probleme akzeptiert und richtig angesteuert wird. Dabei ist es wiederum ziemlich gleichgültig ob eine ISA oder PCI Karte eingesetzt wird, oder ob ein entsprechendes System bereits auf dem Board integriert ist.
Wir sind der Meinung daß es nicht zuviel verlangt ist, wenn von einem Motherboard gefordert wird diese Komponenten in den verschiedenen Zusammenstellungen anstandslos zu akzeptieren. Ist dies nicht der Fall, so kann ein System so schnell sein wie es will, für den Einsatz ist es unbrauchbar und nur Freaks zu empfehlen die einen Computer anschaffen um sich ständig darüber zu ärgern
Auch wenn wir uns wiederholen: Geschwindigkeit ist ein Leistungsmerkmal aber bei 3% Unterschied in der Performance, wie bei dem ersten Test der nach diesen neuen Regeln durchgeführt worden ist, hilft nicht eine Entscheidung zu treffen.
