Bandbreiten-Anforderungen

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18:44 - 30/08/2006 von Tim Higgins

In der Theorie ist alles ganz einfach: Moderne WLAN-Konfigurationen besitzen eigentlich ausreichend Bandbreitenreserven, um den Anforderungen von Videostreaming zu entsprechen. Ein Video mit 9 MBit/s Bedarf sollte sich doch locker über eine 54 MBit/s-Verbindung übertragen lassen, oder? Die Praxis ist anders, denn der Unterschied zwischen Brutto- und Nettodurchsatz eines 54 MBit/s-WLANs ist gewaltig, besonders wenn Störquellen dazwischen funken.

Abbildungen 6 und 7 illustrieren diesen Zusammenhang. Sie zeigen IxChariot-Grafiken einer einzelnen Funkverbindung zwischen der WRT54G-Karte des "Heim"-Rechners und der WPC54G-Karte des Clients. Abbildung 6 startet mit einem IxChariot-Script (throughput.scr), das TCP mit einer Dateigröße von 100.000 Byte verwendet. Man kann sich das etwa wie die Simulation eines langen Datei-Downloads vorstellen. Danach begannen wir mit dem Streaming des Testvideos über dieselbe Verbindung an denselben Client.

Abbildung 6: Gleichzeitiges Video-Streaming und Datenübertragung - 11g-WLAN

Es ist zwar keine exakte Übereinstimmung, aber wenn man das Bandbreitenprofil der Testdatei in Abbildung 1 nimmt und auf den Kopf stellt, passt es ziemlich genau in die Lücke, die in der Durchsatzkurve von ansonsten 21 MBit/s entsteht. Man kann sehen, dass der Durchsatz bei etwa 9 MBit/s einbricht, der durchschnittliche Durchsatz des Testvideos.

Überraschend hierbei ist, dass der Video-Stream sich alle benötigte Bandbreite nimmt und damit die Geschwindigkeit des IxChariot-Skripts zum Durchsatztest (die Downloaddatei) senkt. Dies geschieht, wenn bei beiden Routern der Wireless Quality of Service (QoS)/WMM-Mechanismus deaktiviert ist. Bei den Einstellungen der Client-Netzwerkkarten ist QoS bzw. WMM überhaupt nicht vorhanden. Es scheint also, dass die verfügbare Bandbreite für Streaming in diesem speziellen WLAN die gesamte Bandbreite ist. Aber auf dieses entgegenkommende Verhalten sollte man sich nicht verlassen, besonders in WLANs, in denen unterschiedliche Clients und Access Points verwendet werden.

Da die Bandbreite zur Unterstützung des Video-Streams ausreicht, läuft das Video ohne Probleme, als ob ansonsten nichts los wäre im WLAN. Wenn jedoch der kleine Peter nachts seine BitTorrent-Session abhält, stellt er fest, dass seine Torrent-Downloadgeschwindigkeit einbricht.

Wenn die Bandbreite allerdings von vornherein nicht ausreicht, darf man auch keine Wunder erwarten. Abbildung 7 zeigt, was passiert, wenn der Linksys-Router gezwungen wird, im 802.11b-Modus zu arbeiten.

Abbildung 7: Gleichzeitiges Video-Streaming und Datenübertragung - 11b-WLAN (zum Vergrößern ins Bild klicken)

Dieses Mal erhält das IxChariot-Skript nur etwa 5 MBit/s an Bandbreite, was typisch für eine 802.11b-Verbindung (11 MBit/s theoretisches Brutto) ist. Wenn man also mit dem Streaming des Videos, das eine Bandbreite von durchschnittlich 9 MBit/s erfordert (ungefähr bei der 15-Sekunden-Markierung), beginnt, ist das Ergebnis keine Überraschung. Das Video versucht, so viel Bandbreite zu bekommen, wie es braucht, doch steht nicht genug zur Verfügung, und das Video wird unansehlich (Abbildung 8).

Abbildung 8: Blockbildung und Kompressionsartefakte wenn die Bandbreite nicht ausreicht ...


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