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Teil 1 & 2 als PDF E-Book | Preis: 1.50 € | 19 Seiten | 1.1 MB | |
Die Mehrzahl an WLAN-Streaming-Geräten für Privatanwender funkt derzeit immer noch im 2,4-GHz-Band. Viele Käufer haben noch nicht verstanden, dass die meisten Produkte für diesen Anwendungsfall nur ungenügend funktionieren.
Gelernt haben wir aus diesen Versuchen, dass eine variierende Durchsatzrate im Gegensatz zu unserer ursprünglichen Annahme nur eine untergeordnete Rolle spielt. Selbst Schwankungen um 10 bis 20 MBit/s sind belanglos, solange sie kurz sind (im Bereich von Millisekunden). Entscheidend sind jedoch die Aussetzer, bei denen der Durchsatz für mehrere Sekunden auf fast null sinkt. Sie sind es, die sich negativ auf den Sehgenuss auswirken.
Die zweite positive Erkenntnis ist, dass alle getesteten Geräte dem Video-Stream in denselben WLAN-Tests automatisch Bandbreite zuwiesen, auch wenn die QoS-Funktion deaktiviert ist.
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:
Erst messen, ob ausreichend Bandbreite auf der Empfängerseite zur Verfügung steht
Mit einem kostenlosen Tool wie iperf oder jperf kann man seine Bandbreite überprüfen und so aussagekräftigere Messwerte erhalten. Weniger geeignet ist der Versand von zahllosen Pings als "Geschwindigkeitsmessung". Diese werden von vielen mitgelieferten Utilities der Wireless-Clients angeboten. Wer mit iperf oder jperf nicht zurechtkommt (denn etwas Einarbeitung ist erforderlich), kann immerhin auf die Ping-Methode zurückgreifen. Sie liefert tendenziell einen niedrigeren Wert als die tatsächliche Bandbreite, ist aber besser als nichts.
Sollen während des Videostreamings auch weitere Aktivitäten wie Downloads und dergleichen möglich sein, dann sollten diese bei den Messungen berücksichtigt werden.
Suchen Sie einen freien Kanal (falls vorhanden)
Falls man in einem Wohnblock, einem Studentenwohnheim oder einer dicht bebauten Gegend wohnt, kann man sicher sein, dass es innerhalb der Reichweite noch jemanden mit einem Funknetz gibt. Am besten ist es, wenn man sich mit seinen Nachbarn einigt, wer welche Kanäle benutzt, um gegenseitige Beeinträchtigungen zu vermeiden. Das geht zugegebenermaßen nur dann, wenn der Nachbar gesprächsbereit ist. Die Nachbarn mit Wireless-Boostern übertrumpfen zu wollen oder Geräte einzusetzen, die die Nachbarschaft stören, ist kein empfehlenswertes Vorgehen. Damit handelt man sich nur Ärger ein.
Man sollte auch nicht schnurlose Telefone, Mikrowellen oder Bluetooth-Geräte außer Acht lassen. Diese Quellen funken in der Regel im gleichen Frequenzbereich von 2,4 GHz und können daher sehr störend sein.
Falls man in einem Haus wohnt, wo alle 2,4-GHz-Kanäle (802.11b/g) ständig belegt sind, dann sollte man sich die Option des 5-GHz-Bandes überlegen. Geräte nach dem Standard 802.11a funken im 5-GHz-Bereich. Leider ist das Angebot für 11a-Modelle nicht so umfangreich, aber dennoch wird man schnell fündig.
Es geht hier keineswegs um Perfektion. Es ist lediglich erforderlich, dass der Streaming-Client ein Signal vom Access Point erhält, welches stärker ist als das von benachbarten WLANs. 20 dB dürften ausreichen, eventuell sogar weniger. (Wenn man 100 € in einen Wi-Spy Spektrum Analyser investiert, kann man die Messungen sogar selber durchführen).
Videobandbreite immer kleiner als Bandbreite der WLAN-Anlage, ansonsten zeitaufwändiges Umkodieren erforderlich
Als Faustregel gilt: Alte 11-MBit/s-Anlagen (802.11b) kommen in der Praxis auf einen Nettodurchsatz von circa 5 MBit/s, Modelle für 54 MBit/s (802.11g) schaffen bei guten Empfangsverhältnissen circa 20 MBit/s. Eine DVD im alten MPEG-2-Format mit Standard-TV-Auflösung liefert bei Aktionszenen schnell 9 MBit/s. Daher kann man Videostreaming prinzipiell nur mit 802.11a/g-Anlagen realisieren. Lediglich nach zeitaufwändigen Umkodieren auf weniger bandbreitenhungrige Codecs wie MPEG-4 oder DivX könnte man noch mit 802.11b-Technik arbeiten. Bei HDTV ist derzeit Hopfen und Malz verloren. Großformate wie 720p und 1080i sprengen momentan den Rahmen von 54-MBit/s-WLANs - selbst bei effizienter Codierung in H.264/MPEG-4. Das Auftreten von Rucklern und Aussetzern lässt sich kaum vermeiden. Hoffnungen stecken wir deshalb in den neuen Standard 802.11n, der nach Überwindung der derzeitigen Kinderkrankheiten ausreichend Reserven bieten sollte.
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