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Fazit: Mini-PCs für alle - der klassische Tower-PC stirbt aus!

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19:00 - 09/07/2002 von Frank Völkel

Erstmals erhielten wir einen kompakten Mini-PC zum Test, der in nahezu allen Kriterien überzeugen konnte. Das Barebone-System SS40 von Shuttle wird ab Werk in einem schicken Aluminium-Gehäuse geliefert, welches eine Platine im Flex-ATX-Format, ein leistungsfähiges Netzteil sowie ein Heat-Pipe-System zur Kühlung des Prozessors enthält.

In Anbetracht der knappen Abmessungen - der Rechner beansprucht weniger als ein Drittel des Volumens eines herkömmlichen PCs - sind die gebotenen Funktionen überzeugend. Alle wichtigen Komponenten wie Grafik, Sound, Netzwerk und Fire Wire (IEEE1394) sind auf der Hauptplatine integriert. Wozu also noch ein massives und schwergewichtiges Gehäuse anschaffen, wenn es viel kompakter und vor allem ergonomischer geht? Im Vergleich zu den PCs der Discount-Klasse a la Aldi & Co ist das Shuttle-System gut verarbeitet und wartet mit einer hochwertigen Materialanmutung auf.

Für die meisten Anwender reicht die im Test verwendete Rechner-Konfiguration vollkommen aus, um für alle Aufgaben gerüstet zu sein. Einschränkungen gibt es lediglich bei 3D-Spielen: Dazu ist die integrierte Grafik etwas zu schwach. Dennoch plant der Hersteller, in Kürze auch eine Variante mit AGP-Slot anzubieten. Im Zusammenspiel mit einem AMD Athlon XP 1900+ und 512 MB DDR266-Speicher (CL2) zeigte das Mini-System eine hohe Performance.

Der Clou am Shuttle-System ist die integrierte Heat-Pipe für den Prozessor: In Abhängigkeit von der CPU-Temperatur (CPU-Last) wird die Drehzahl des gut abgestimmten Lüfters geregelt. In der Praxis zeigte sich, dass der Rechner sehr leise arbeitet - bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit, wenn ein "Heizkraftwerk" wie der AMD Athlon im Einsatz ist. Wer Intel-CPUs bevorzugt, für den gibt es in Kürze eine Version für Pentium 4.

Der Mini-PC verbessert die Ergonomie am Arbeitsplatz.

Wir stellen die Frage: Warum sollten veraltete Formfaktoren im Zusammenspiel mit niedriger Integrationsdichte weiterhin den PC-Markt bestimmen? Nachdem die meisten Anwender schon im Besitz eines PC-Systems sind, erscheint der Umstieg auf einen Mini-PC als echter Fortschritt. Sehr kompakte Abmessungen, niedriges Gewicht, gute Performance, universelle Einsatzmöglichkeiten und vor allem ein leises Betriebsgeräusch lassen den 08/15-Billig-PC alt aussehen.

Die Botschaft an OEM-Hersteller und PC-Produzenten ist klar: Der Mini-PC bietet eine gute Chance, um den schwachen Markt wieder zu beleben. Wer hingegen weiterhin auf das veraltete Konzept des Tower-PCs (Kübel-PC) samt ATX-Komponenten setzt, wird mittelfristig nicht überleben. Im Mini-PC steckt sehr viel Potenzial - das zeigt unser Test des Shuttle-Systems eindeutig.

Der einzige Schwachpunkt ist momentan der Preis mit 499 Euro. Denn: Der Low-cost-orientierte Endverbraucher ist diese Preisklasse nicht gewöhnt. Wer nicht allzu sehr aufs Geld schauen muss und eine ergonomische Lösung sucht, der ist mit dem Mini-PC bestens beraten.

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