Durchsatz und Reichweite

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18:00 - 15/01/2005 von Arno Kral

Außer mit dem eigenen Installations-Utility haben wir den Netzwerk-Netto-Durchsatz der MSI-HomePlug-Adater mit dem Freeware-TCP/IP-Benchmark WSTTCP in einem Vierfamilienhaus aus den 60er Jahren gestestet, dessen Hausstromverkabelung in den Wohnräumen noch ohne separaten Schutzleiter (gelb/grün) ausgeführt ist. Die dabei erzielten Ergebnisse decken sie mit denen, die wir bereits an den Corinex-WallMount-HomePlug-Adapter messen konnten:

Etage Entfernung [m] ca. Netto-Durchsatz [MBit/s]
EG-EG gleicher Raum 5 4,9
EG-EG zwei benachbarte Räume 20 4,4
EG-EG zwei nicht benachbarte Räume 40 2,9
EG-UG über zwei Phasen hinweg 60 0,45

Dabei ist anzumerken, das Untergeschoss ab Hauptverteiler über eine andere Phase versorgt wird als das Erdgeschoss. Demnach hätten die OFDM-Signale einen Umweg übers Umspannwerk des lokalen Energieversorgers nehmen müssen - was definitiv nicht möglich ist. Oder aber, im Hauptverteiler ist ein so genannter Phasenkoppler, den es im Elektrofachhandel gibt, installiert. Als Phasenkoppler diente in diesem Fall unfreiwillig die an alle drei Phasen angeschlossene Waschmaschine im Keller! Verblüffend, dass unter solchen widrigen Umständen überhaupt noch Daten beim Empfänger ankamen, wenngleich es für Audio oder Video alles andere als ausreichend ist.

Einen Flach-Fernseher zusätzlich mit Audio- und Video-Streams oder mit Bilddateien zu beschicken, das gelingt mit einem Netzwerk-Player wie dem iTheater (schwarzes Kästchen, hochkant). Seinen Netzwerk-Zugang findet er im MSI-HomePlug-Adapter (rechts).

Apropos AV-Streaming. Bei einer sehr guten Verbindung, die das MCI-Tool mit 14 MBit/s klassifiziert, reicht die nutzbaren Bandbreite tatsächlich aus, um einen Netzwerk-Player mit Audio aller Spielarten ruckfrei zu versorgen.

Anders sieht es beim Video aus. Wir testeten mit dem WebPro iTheater aus dem laufenden Netzwerk-Player-Vergleichstest die Übertragung von Digital-Video verschiedener Kompressions- und Bildqualitäten. Die Ergebnisse:

Um ein AVI-Datei mit einer Datenrate von knapp MBit/s über das HomePlug-Netz zu übertragen, reichen selbst brutto 14 MBit/s nicht aus. Ruckfrei verlief indes alles, was der Media Server mit Datenraten weniger als oder gleich 4 MBit/s über das Netz schickt. Das ist erfreulich, denn gut komprimierte DivX-, MPEG-2 oder DVB-T-Streams kommen tatsächlich bildschirmfüllend ruckfrei und in guter Tonqualität beim Netzwerk-Player an - sofern das HomePlug-Netz nicht anderweitig belastet wird.

Der neue HomePlug-Standard der Version 2 - genannt AV HomePlug - soll derlei Bandbreitenprobleme nun grundsätzlich lösen: Er bietet einen Brutto-Durchsatz von zu 200 MBit/s, von denen durch einen verbesserten Physical Layer einen weitaus größeren Teil für Nutzdaten bereit stellen soll, während ein verbesserter MAC-Controller für Echtzeit-Qualitäten, also Quality of Service (QoS), sorgen soll - sei es in Form einer Zeitschiebensteuerung per TDMA (Time Division Multiple Access) oder im alten Ethernet-Rahmenwerk Carrier Sense Multiple Access (CSMA).

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