Features für den Home-Theater-PC

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10:01 - 04/08/2009 von Benjamin Kraft, Don Woligroski

Ausgabe von Acht-Kanal LPCM-Ton über HDMI (Update)

Update.: Nach einem längeren Gespräch mit AMD scheint es nun so, als habe man nie angegeben, dass der 785G-Chipsatz auch mit acht Audio-Kanäle per LPCM ausgeben könne. Vielmehr scheint es eine falsche, wenn auch weit verbreitete, Annahme gewesen zu sein, die darauf basierte, dass der neue Chip über eine Radeon HD 4200 Grafikeinheit und HDMI 1.3 verfügte (beim 780G war es noch HDMI 1.2). Außerdem stand uns leider kein entsprechender Receiver zur Verfügung, mit dem wir die Fähigkeit hätten testen können. AMD erklärte uns nun, dass der Audio-Block des Chipsatzes im Vergleich zum 780G unverändert geblieben ist. Wir haben also diesen Artikel wo nötig aktualisiert und möchten uns für diese Fehlinformation entschuldigen. Uns ist hier ein Fehler unterlaufen, und wir versprechen, in Zukunft noch gründlicher vorzugehen. Wer ein Sechs-Kanal Audio-System sein Eigen nennt, wird sich freuen zu hören, dass der Chipsatz, wie sein Vorgänger, ein digitales Audio-Signal mit sechs Kanälen (5.1) in Form von Dolby Digital oder DTS ausgeben kann.

Für den Home-Theater-Enthusiasten ist vermutlich die Fähigkeit, unkomprimierten LPCM-Ton auf acht Kanälen auszugeben, ein großes Plus. Wie sich herausstellt, verfügt AMDs 785G-Chipsatz nicht über dieses Feature. Dazu gab es im Vorfeld des Launches sehr widersprüchliche Informationen, und auch AMD selbst trug zur Verwirrung bei, indem die Firma folgende Informationen auf ihrer Webseite präsentierte:

Man muss AMD zu Gute halten, dass in Fußnote 3 steht, es können auch zusätzliche Geräte benötigt werden, um einige Avivo-Features vollständig nutzen zu können. Andererseits ist der Satz, der HDMI-Audio Ausgabe mit 7.1 Kanälen verspricht, nicht mit dieser Fußnote versehen. Stattdessen trägt sie einen Verweis auf Fußnote 4, die besagt, dass nicht alle Features auf allen Systemen unterstützt/implementiert werden und man sich für konkrete Aussagen an seinen PC-Hersteller wenden solle.

So oder so, die klare Aussage zum Thema 7.1-LPCM-Sound über HDMI am 785G lautet: Der Chipsatz bringt dieses Feature im Gegensatz zu unserer ursprünglichen Aussage nicht mit.

Während Intels G45 sowie Nvidias GeForce-8200/9300/9400-Serie die Ausgabe von unkomprimiertem 7.1-Sound per HDMI schon seit ihrer Markteinführung beherrschen, können AMDs 780G und 790GX nur maximal zwei LPCM-Kanäle über HDMI abliefern. In Anbetracht der Tatsache, dass AMDs Radeon-Grafikkarten schon lange bevor diese IGPs auf den Markt kamen acht LPCM-Kanäle über HDMI ausgeben konnten, ist das ein wenig ironisch.

Wer aber nicht gerade zu den knallharten Audiophilen gehört, konnte sich bislang natürlich mit komprimierten Mehrkanal-Formaten wie Dolby Digital und DTS behelfen. Selbst der »alte« 780G-Chipsatz konnte so sechs Audio-Kanäle (5.1 Sound) ausgeben und mit einem Matrix-Algorithmus wie DTS Neo6 oder Dolby Prologic IIx acht Kanäle simulieren – das aber eben nur mit einem verlustbehaftet komprimierten Format.  Das gilt genauso für den 785G-Chipsatz, der dieselbe Beschränkung auf zwei unkomprimierte LPCM-Kanäle am HDMI-Ausgang aufweist.

Mit dem 785G kann man nun also auch echten Acht-Kanal-Sound mit Dolby-TrueHD oder DTS-HD genießen. Dabei liegen alle Kanäle im unkomprimierten Format vor, werden dann von der Player-Software dekodiert, aus Gründen des Rechtemanagements und mangelnder »sicherer« Audio-Pfade auf CD-Qualität heruntergerechnet und schließlich als lineares PCM-Signal am HDMI-Port ausgegeben.

Wer also unkomprimierten 7.1-Sound (von der Player-Software dekodiert, aus Gründen des Rechtemanagements und mangelnder »sicherer« Audio-Pfade auf CD-Qualität heruntergerechnet und schließlich als lineares PCM-Signal am HDMI-Port ausgegeben) genießen möchte, sollte zu Nvidias GeForce 9300/9400-Chipsatz oder Intels G45 greifen.

Die bislang einzige Möglichkeit, wirkliches Dolby True-HD oder DTS-HD MA nutzen zu können, stellt nach wie vor die Asus-Soundkarte Xonar HDAV 1.3 mit an den HDMI-Port durchgeschleiftem Signal dar.

Verbesserungen der Video-Details in UVD 2.0
Der 785G-Chipsatz bietet mit UVD 2.0 im Vergleich zum 780G und 790GX, die noch UVD 1.0 einsetzen, bessere Videoqualität. Konkret verfügt der neuere Chipsatz über vier Features, die die den älteren Modellen fehlen:

Dynamischer Kontrast: Mit diesem Feature sollen der Schwarz- und der Weißpunkt im laufenden Betrieb automatisch angepasst werden, um einen optimalen Kontrast zu gewährleisten. Da Nvidia schon seit einer Weile etwas Ähnliches im Angebot hat, ist es nur verständlich, dass AMD diese Fähigkeit nun auch in sein Portfolio aufnimmt. AMD weist allerdings darauf hin, dass man den dynamischen Kontrast nicht zusammen mit anderen Features zur Qualitätssteigerung nutzen soll, unter anderem 3:2-Pulldown und Detail-Schärfung.

Beschleunigte Bild-in-Bild Anzeige: Dieses Feature senkt die Prozessorauslastung, wenn zwei Video-Streams gleichzeitig angezeigt werden. Zwar werden inzwischen auch moderne Budget-CPUs mit zwei simultanen Video-Streams fertig, doch hat Nvidia auch dieses Feature bereits vor einer Weile in seine IGPs eingebaut. Nun beherrscht es also auch AMDs 785G, womit er nun auch voll BD-Live-konform ist.

HD Flesh Tone Enhancement: Hiermit soll die Darstellung von Hauttönen verbessert werden, damit sie natürlicher aussehen.

HD Color Vibrance: Farben sollen mit diesem Feature lebendiger wirken. Viele Video-Enthusiasten beäugen betrachten solche vermeintlichen Verbesserungen allerdings eher mit einem kritischen bis argwöhnischen Auge, da dynamische Farbanhebungen schnell zu übersättigten Farben führen können. Glücklicherweise lässt sich diese Funktion auch abschalten, so dass jedem gedient ist.

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Kommentare zum Beitrag
xxl-et 04/08/2009 11:20
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-0+

Schöner Test, auch wenn ich dachte, der Generationssprung auf HD4X00 bringt ein bisschen mehr Bums mit sich und hängt die HD3300 auf breiter Front ab.
Dass der Grafikkern gut übertaktbar und damit deutlich leistungsfähiger wird, konnte man schon beim Vorgänger gut sehen.
Nungut, immerhin steht nun ein würdiger und wohl ebenso preiswerter Nachfolger des 780G im Geschäft und wird Grundlage für viele viele HTPC.
Freue mich auf die Nachtests zu Avivo und Bildqualität!
Insgesamt Daumen HOCH fürs Produkt, Daumen HOCH für den Test!

Myxir 04/08/2009 12:27
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-0+

Zitat :Schöner Test, auch wenn ich dachte, der Generationssprung auf HD4X00 bringt ein bisschen mehr Bums mit sich und hängt die HD3300 auf breiter Front ab.

Das liegt daran, dass die IGPs bei AMD immer auf der jeweiligen Vorgängergeneration an dedizierten Grafikkarten aufbauen. Die HD3300 ist vom Chip her eine HD2400XT (RV610) und die neue HD4200 ist eigentlich eine modifizierte HD3470 (RV620). Und zwischen den beiden liegt performancemäßig eben leider nicht viel. Auf größere Sprünge können wir erst mit der Folgegeneration hoffen, für die dann wohl ein RV710 als Grundlage dienen wird, was einiges an Performance bringen sollte.

Auch von mir Daumen hoch für den Test, sehr informativ. Es freut mich sehr, dass ihr den neuen Chipsatz gleich beim Erscheinen getestet habt.

wusel 04/08/2009 13:11
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-0+

Hallo,

mit dem 780G bin ich einmal reingefallen. Brauch man wieder eine FETTE CPU (HT3) damit alles geht? Damals für HD progressiv gut nur leider für normales PAL schlecht. War zu dem Zeitpunkt gerade dabei mir einen HTPC zu basteln und da kam mir das damals gerade recht zumal der Chip überall nur gelobt wurde, das erwachen kam für viele wie in einschlägigen Foren dann zu lesen. Leider hatte ich damals schon das Board, seitdem bin ich da deutlich zurückhaltender.


mfg wusel

Weltenspinner 04/08/2009 13:19
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-0+

Ein AthlonII X2 240 ist keine fette CPU. ;)
Desweiteren hat der 785G den UVD in zweiter Generation, was neben der
ATi-Stream-Fähigkeit, die Hauptverbesserung ist. Nicht die Grafikleistung an sich!
Das bringt: Accelerated Multiple Streams, Video Detail Enhancement und HDMI 1.3.

Gray_ 05/08/2009 11:50
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-0+

Was mich brennend interessieren würde, ob es mit dem neuen 785g noch die 2d (!)-Probleme gibt, die es mit dem 780G gab. (Stichwort "Causa 780G" bei Google)

Denn bei tests werden immer nur die 3D-Fähigkeiten getestet, und nicht die 2D-Ausgabe, und gerade da hat der 780G wohl sehr geschwächelt.

Greetz,
Gray_

Anonymer Nutzer 15/08/2009 13:58
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-0+

Auch bei diesem 7XXG(X)-Test wurde vergessen zu testen, wie's mit Hybrid CrossFireX läuft, und wieviel Mehrleistung man damit im 3D-Betrieb bekommt. Was ja besonders dann interessant sein könnte, wenn man, wie bei mir, eine HD3450 zur Verfügung hat.

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