Braucht ein Funknetz mehr oder andere Sicherheitsvorkehrungen als ein Kabelnetzwerk?
Seite zurück Seite vorDie meisten im Einsatz befindlichen Datennetze lassen sich im Wesentlichen drei Kategorien zuordnen:
elektrisch : Die Energie des Senders wird als elektromagnetische Welle im Dielektrikum des Kabels transportiert.optisch : Die Feldenergie wird an der Grenzfläche von Faserkern und Mantel (Glasfaser, Plastiklichtleiter) transportiert.
drahtlos : Die Signalenergie wird als elektromagnetische Welle in den Raum abgestrahlt.
Weitere, eher exotische anmutende Verbindungsarten wie leitungsungebundene Punkt-zu-Punkt-Verbindungen über LASER-Strecken (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) oder andere - auch leitungsgebundene Methoden - spielen in der Praxis der Heimanwender oder in kleinen Unternehmen kaum eine Rolle und werden deshalb hier nicht weiter betrachtet.
Die entscheidende Antwort auf die Frage, ob drahtlose Netzwerke mehr oder andere Sicherheitsvorkehrungen benötigen als drahtgebundene, ist ein klares NEIN - auch wenn das viele Industrieproduzenten anders sehen und darstellen. Beiden Gestaltungsvarianten - leitungsgebundene wie drahtlose - erfordern prinzipiell einen Zugriffsschutz, um einerseits den unerwünschten Zugriff auf die Daten (Abhörsicherheit) und andererseits eine gezielte Verfälschung von Daten zu verhindern.
Nicht die IT-Sicherheitsanforderungen unterscheiden sich also, sondern die Arten von (unerwünschten) Zugriffen. So besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass einem potentiellen Hacker der physikalische Zugriff auf drahtlose Netzwerk-Systeme leichter fällt als es bei ausschließlich kabelgeführten Signalen der Fall ist - er kommt einfach leichter an die Informationen heran.
Die heutige Technik ist jedoch durch die Vermaschung von Netzen gekennzeichnet, so dass eine systemtheoretische Aussage, über welche (Backup-) Strecken die Daten letztlich geflossen sind, immer schwieriger zu führen sein wird. Es ist daher sinnvoll, die Frage nach der IT-Sicherheit grundsätzlich zu betrachten und somit immer das gesamte Netz mit einzubeziehen, selbst wenn drahtlose (Kopf-/Koppel-) Netze auf den ersten Blick aufgrund weitgehend unkontrollierbarer Ausbreitungen der Funkwellen gegenüber kabelgebundenen Transportwegen ein zusätzliches Risiko darstellen.
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