Der Mensch interessiert sich für Interaktion mit Menschen (Fortsetzung)

Seite zurück Seite vor
18:00 - 08/11/2002 von David Hodgson

Wer nun meint, dass Online-Spiele nur eine weitere unrealistische Zukunftsmusik sind wie das hochtrabend angekündigte WAP, wird durch die Statistiken von Sonys "Everquest" eines Besseren belehrt. "Everquest" basiert auf einem erfolgreichen Geschäftsmodell, das eine monatliche Nutzungsgebühr von 13 Dollar vorsieht. An einem einzigen Vormittag waren mehr als 45.000 Menschen online, und die Gemeinde der beinahe 500.000 zahlenden Abonnenten wächst jeden Monat um weitere 12.000 Mitglieder. Die virtuelle Welt von "Everquest" schwappt inzwischen sogar in die reale Welt hinüber, denn virtuelle Gegenstände und Identitäten werden für bares Geld bei eBay versteigert, um Anderen eine Abkürzung auf dem Weg zum virtuellen Ruhm zu ermöglichen. Wenn man der Statistik Glauben schenken darf, verbringt der durchschnittliche Spieler mehr als 20 Stunden im Monat mit "Everquest", was Sony jeden Monat 5 Millionen Dollar einbringt, wovon ein großer Teil direkt als Gewinn verbucht werden kann.

"Everquest" war für Sony im Grunde zunächst nur ein Experimentierfeld, das sich aber als finanziell sehr ertragreich herausgestellt hat und inzwischen das Kernstück einer ehrgeizigen Online-Strategie um die PS2-Spiele-Konsole ist. Sony hat bereits angekündigt, die PS2 um die Funktionen eines digitalen Videorecorders (DVR) zu erweitern, so dass der Anwender damit auch Fernsehprogramme aufzeichnen und wiedergeben kann. Sony ist kein Unbekannter auf dem DVR-Markt, sondern TiVo-Lizenznehmer und bietet bereits mehrere TiVo-kompatible DVR-Modelle an.

Dieser Schritt ist natürlich Teil der Anstrengungen von Sony, den Markt für die PS2 über Spiele hinaus zu erweitern. In dieser Strategie ist die PS2 keine reine Spiele-Konsole, sondern ein Multifunktionsgerät, das als Knotenpunkt für verschiedene Unterhaltungsmedien dienen kann. Mittelfristig plant Sony eine neue Version der PS2, die auch einen TV-Tuner und weitere notwendige Funktionen enthalten soll, um die Konsole auch als digitalen Videorecorder verwenden zu können. Höchstwahrscheinlich werden auch Upgrade-Kits angeboten, mit denen bestehende PS2-Konsolen aufgerüstet werden können, so wie man in Japan zur Zeit ein Linux -Development-Package anbietet und bereits Netzwerk-Kits in den Geschäften stehen, auch wenn diese nur zögerlich angenommen werden. Und bis zur PS3 dauert es auch nicht mehr lange. Sony hat für unsere Wohnzimmer große Pläne.

Das gilt übrigens nicht nur für Sony, denn auch Electronic Arts plant in naher Zukunft die Einführung des beliebten "Sims-Online" auch für die PC-Plattform. Und viele weitere Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern.

Der Gamecube von Nintendo mit ATI-Grafik ist die am wenigsten leistungsfähige, aber kostengünstigste der zur Zeit erhältlichen Konsolen. Der Gamecube verfügt über eine auf dem Motherboard integrierte Kommunikationsschnittstelle und Nintendo hat Pläne für Online-Dienste angekündigt, allerdings noch ohne konkrete Zeitangabe. Offensichtlich verfolgt Nintendo in den Kindertagen der Online-Spiele die eher konservative Strategie des Händlers.

Anzeige
Kommentare zum Beitrag
Kommentare auf dieser Seite geschlossen.
Google Anzeigen
Anzeige
Mehr aus dem Bereich
 Testberichte über Weitere...
Alle Weitere... Tests

Newsletters


Ähnliche Themen
  • Ihre Probleme und Fragen zu Computer-Technik
  • Abschicken

Partner